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Planvoll zum Cloud-Storage Diese fünf Fragen sollten sich Unternehmen vor der Cloud-Migration stellen

| Autor / Redakteur: Heiko Frank* / Ulrike Ostler

Unternehmen weltweit sind sich einig: Das traditionelle Rechenzentrum ist Geschichte. An seiner Stelle sind Multi-Cloud-, Hybrid- und containerbasierte Infrastrukturen entstanden. Laut einer Studie von Aberdeen und A10 Networks haben 33 Prozent der Unternehmen bereits eine hybride Cloud-Struktur implementiert, und weitere 23 Prozent planen dies innerhalb des kommenden Jahres. Wie gelangen Organisationen dort hin?

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Vor dem Abheben in jedwede Cloud steht Basisarbeit an. Heiko Frank von A10 Networks erörtert, welche Fragen dabei beantwortet gehören.
Vor dem Abheben in jedwede Cloud steht Basisarbeit an. Heiko Frank von A10 Networks erörtert, welche Fragen dabei beantwortet gehören.
(Bild: Stefan Keller auf Pixabay)

Während die Migration in die Cloud zahlreiche Vorteile bietet – von erhöhter Agilität bis hin zu effizienterer Skalierbarkeit –, stellt sie jedoch auch eine Reihe von Herausforderungen für die Bereitstellung und Optimierung von Anwendungen dar. Deswegen sollten sich Unternehmen folgende fünf Fragen stellen, bevor sie ihre Anwendungen in die Cloud migrieren.

1. Wie behält man den Überblick über alle Anwendungen?

Wenn Anwendungen in mehreren Umgebungen über mehrere Clouds laufen, ist das Monitoring schwieriger, als wenn sie sich in einem einzigen Rechenzentrum befinden. Deswegen müssen Unternehmen von einem zentralen Standort aus festlegen, wie sie den Überblick über den Zustand und die Performance von Anwendungen behalten.

Erweitertes Load-Balancing sorgt dafür, dass die Anwendungen eines Unternehmens effizient und zuverlässig laufen. Mithilfe von Machine Learning werden dadurch die Basis für beispielsweise die Anwendungsperformanz und das Nutzerverhalten gelegt sowie ein besserer Überblick darüber geboten, welche Anlagen gut laufen und bei welchen eine Überholung notwendig ist oder gar das Ende ihrer Lebensdauer erreicht ist. Außerdem wird dadurch eine schnellere Fehlerbehebung ermöglicht, so dass es weniger Unterbrechungen gibt, und es wird automatisch erkannt, ob Anomalien vorliegen.

Unternehmen, die bei der Anwendungsbereitstellung erfolgreich sind, haben laut der Studie von Aberdeen eine 40 Prozent höhere Chance als ihre Wettbewerber, vollständige Transparenz und Einsicht in die Nutzung und Performance ihrer Anwendungen zu erhalten.

2. Sind Anwendungen in einer Multi-Cloud-Umgebung sicher?

Wenn Anwendungen in einer Multi-Cloud-Umgebung bereitgestellt werden, unterliegen sie einem enormen Online-Traffic – und dieser Traffic kann eine Vielzahl von Bedrohungen aufweisen. Der „Application Security Statistics Report 2018“ von Whitehat zeigt, dass die Anzahl der gefährlichen Schwachstellen weiter zunimmt.

Wenn Unternehmen weiter auf traditionelle Methoden zurückgreifen, wird es nahezu unmöglich sein, diese Schwachstellen zu beheben. Der Report zeigt auch, dass sich das „Window of Exposure“, also die Zeitspanne, während der Anwendungen anfällig für Angriffe sind, in nur einem Jahr um 33 Prozent vergrößert hat. Damit ist der Schutz von Anwendungen eine ständige Herausforderung für den Großteil der Unternehmen. Deswegen ist es notwendig, dass konsistente Sicherheits- und Compliance-Maßnahmen im Unternehmen integriert werden.

Mit der Einführung von 5G, dem Internet der Dinge (IoT) und weiterer technologischer Fortschritte erhöht sich die Dimension von Cyber-Angriffen kontinuierlich. Daher ist die Sicherheit eine gemeinsame Verantwortung im Bereich der Public Cloud. Unternehmen können sich nicht alleine auf Cloud-Anbieter verlassen, wenn es um umfassenden Schutz geht. Bolt-on-Sicherheitslösungen sind jedoch oft kompliziert und schwer zu konfigurieren. Stattdessen sollten Unternehmen auf Sicherheitslösungen setzen, die in ihren Load-Balancer integriert werden können.

3. Ist es ratsam, private und hybride Clouds zu nutzen?

Cloud-Infrastrukturen können nicht pauschal bewertet werden. Vielmehr müssen Unternehmen ihre individuellen Bedürfnisse berücksichtigen, bevor sie sich für die Cloud entscheiden. Um sicherzustellen, dass sie die richtige Cloud-Lösung wählen, müssen sie genaue Anforderungen und Bewertungskriterien entwickeln.

In modernen Multi-Cloud- und Mikroservice-basierten Architekturen stellen Netzwerkintegration und intelligente Automatisierung eine Notwendigkeit dar, um die Einführung einer Cloud-Infrastruktur einfacher zu gestalten. Durch die Automatisierung von Anwendungsbereitstellung, Sicherheit und Lastausgleich können Unternehmen Zeit sparen, die Präzision erhöhen und die Unternehmenseffizienz verbessern.

Die Studie von Aberdeen zeigt, dass Unternehmen mit intelligenter Automatisierung 90 Prozent häufiger eine schnellere Lösung von Problemen bei Anwendungen erreichen, was zu einer besseren Benutzerfreundlichkeit führt.

4. Wie geht man mit der Komplexität und den Migrationskosten richtig um?

IT-Teams können nicht sofort von einer lokalen Infrastruktur zu einer Multi-Cloud-Strategie wechseln. Um erfolgreich zu sein, müssen sie das notwendige Know-how entwickeln, um Anwendungen in der Cloud effizient bereitzustellen und zu verwalten. Personalnachwuchs zu finden, der diese Kenntnisse mitbringt, ist jedoch nicht einfach.

Laut einer Studie „How To Beat The Cloud Skills Crisis“ von Opsramp aus dem Jahr 2018 kämpfen 94 Prozent der IT-Organisationen darum, Mitarbeiter zu finden, um flexible, dynamische und kostengünstige Cloud-Services aufzubauen. Aufgrund dessen müssen Unternehmen einen geeigneten Weg finden, um mit der Komplexität und den Kosten, die mit der Cloud-Migration verbunden sind, umzugehen.

In einer Multi-Cloud- und Mikroservice-Infrastruktur fließt der Online-Traffic zwischen verschiedenen Standorten gleichzeitig. Die Verwaltung dieses Traffic kann zu Zeitverlusten führen, insbesondere für Teams, die noch keine umfassenden Erfahrungen im Cloud-Bereich vorweisen können.

Um den Datenverkehr effektiv zu verwalten, greifen führende Unternehmen auf zentralisierte Managementsysteme zurück. Solche Systeme bieten betriebliche Effizienz in mehreren Umgebungen durch eine Reduzierung des Verwaltungsaufwands. Außerdem ermöglichen sie eine leistungsstarke und detaillierte Richtlinienkontrolle von einem einzigen Standort aus.

Die Studie von Aberdeen zeigt, dass es bei 80 Prozent der führenden Unternehmen wahrscheinlich ist, dass sie dazu in der Lage sind, Anwendungen zentral zu verwalten. Dies zeigt, dass eine zentrale Verwaltung eine Schlüsselkomponente einer erfolgreichen Multi-Cloud- und Mikroservices-Infrastruktur ist.

5. Wie kann eine optimierte und flexible Portabilität und Leistung von Anwendungen ermöglicht werden?

Unternehmen setzen vermehrt Container und Mikroservices für eine höhere Flexibilität, Skalierbarkeit und Automatisierung zur Verwaltung der Anwendungsperformance ein. Aufgrund dessen ist es notwendig, dass sie zusätzlich Systeme implementieren, die eine bessere Verwaltung sowie Optimierung des Traffic ermöglichen.

Laut dem „Global Microservices Trend Report 2018“ von Lightstep nutzen 91 Prozent der Unternehmen Mikroservices oder planen, dies zu tun. Darüber hinaus ergab die „Container Adoption Survey 2018“ von Portworx, dass 83 Prozent der Unternehmen Container-Technologien in der Produktion einsetzen.

Heiko Frank, Senior System Engineer bei A10 Networks, macht auf fünf wichtige Fragen aufmerksam, die sich vor jeglicher Cloud-Migration stellen – und macht klar, dass es keine 08/15-Antworten gibt.
Heiko Frank, Senior System Engineer bei A10 Networks, macht auf fünf wichtige Fragen aufmerksam, die sich vor jeglicher Cloud-Migration stellen – und macht klar, dass es keine 08/15-Antworten gibt.
(Bild: A10 Networks)

Mein Fazit: vollständige Transparenz und detaillierte Analysen

Da Unternehmen ihre Anwendungen auf eine Multi-Cloud- und Mikroservice-Infrastruktur verlagern, müssen sie auch die Art und Weise ändern, wie sie mit erweitertem Lastausgleich von Anwendungen umgehen. Deswegen sind eine vollständige Transparenz und detaillierte Analysen für Unternehmen von entscheidender Bedeutung. Auf diese Weise können sie auftretende Probleme beheben und den Traffic der Anwendungen optimieren. Zusätzlich können Unternehmen durch zentralisierte Verwaltung und Automatisierung die Bereitstellung in Multi-Cloud-Umgebungen erheblich beschleunigen und damit eine erfolgreiche Cloud-Migration sicherstellen.

*Der Autor: Heiko Frank ist Senior System Engineer bei A10 Networks

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