Konzept zur Krisenbewältigung

Disaster Recovery im Rechenzentrum

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Firmen zum Thema

Das Datensicherungsquartett: 3-2-1-0

Um im Katastrophenfall auf der sicheren Seite zu sein, sollten Unternehmen ihre Geschäftsdaten mindestens in dreifacher Ausführung pflegen. Drei Kopien bedeutet, dass zusätzlich zur primären Datenquelle zwei weitere Backups vorliegen sollten.

Das Datensicherungsquartett ist bei einem Systemausfall sinnvoll. Angenommen, Unternehmen X speichert und pflegt seine Daten auf Device #1, und das Backup befindet sich auf Device #2. Beide Hardware-Komponenten haben die gleichen Eigenschaften, und die Systemfehler, die sie produzieren, sind unabhängig voneinander, haben keine gemeinsamen Ursachen. Wenn beispielsweise Device #1 und Device #2 je eine Ausfallwahrscheinlichkeit von 1/100 haben, dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass beide Geräte gleichzeitig ausfallen: 1/100 * 1/100 = 1/10.000

Setzt man dieses statistische Rechenbeispiel fort, bedeutet dies bei Primärdaten auf Device #1 sowie zwei Backups davon auf den Geräten #2 und #3 eine gemeinsame Ausfallwahrscheinlichkeit aller Datenträger von 1/100 * 1/100 * 1/100 = 1/1.000.000. Voraussetzung ist, dass alle Devices die gleichen Eigenschaften und keine gemeinsamen Fehlerursachen haben.

Mit dieser Dreifachkopie minimiert sich das Risiko, Daten während einer Katastrophe zu verlieren. Mit dieser Strategie vermeiden Unternehmen zudem, dass die Primärkopie und ihr Backup am selben physischen Speicherort gespeichert werden. Zusätzlich empfiehlt es sich, kritische Geschäftsdaten auf mindestens zwei verschiedenen Arten von Speichermedien zu speichern.

Unterschiedliche Speichertypen

Das 3-2-1-0-Backup-Modell des obigen Abschnitts greift, wenn es keine gemeinsamen Fehlerursachen für alle Geräte gibt, in denen Datenkopien lagern. Es ist hinfällig, sobald Primärdaten und deren Sicherung an derselben Stelle vorliegen.

So sind zum Beispiel Festplatten innerhalb eines RAID-Systems statistisch nicht unabhängig voneinander. Außerdem ist es nicht ungewöhnlich, dass nach einem Festplattenfehler ein Ausfall einer anderen Festplatte vom selben Speicher etwa zur gleichen Zeit auftritt.

Aus diesem Grund bewahren Unternehmen, die dem 3-2-1-0-Modell folgen, Kopien ihrer Daten auf mindestens zwei verschiedenen Speichertypen. Das können interne Festplatten und Wechselspeichermedien wie Bänder, externe Festplatten, USB-Laufwerke, SD-Karten, CDs, DVDs oder sogar Disketten sein. Auch eine Aufbewahrungsstrategie auf zwei internen Festplatten an verschiedenen Speicherorten ist sinnvoll. In jedem Fall sollte eine Kopie der Backups an einem externen Ort liegen.

Zudem spielt die physische Trennung zwischen den Kopien eine große Rolle, und es ist keine gute Idee, externe Speichergeräte im selben Raum wie zentrale Unternehmensorte, zum Beispiel Produktionslagerplätze, zu halten. Bei Katastrophen wie einem Brand droht der komplette Datenverlust als Konsequenz. Für Unternehmen aus dem Mittelstand, die ohne Remote- oder Zweigstellen arbeiten, stellt die Speicherung von Backups in der Cloud eine weitere Option dar. Auch Offsite-Kassetten sind nach wie vor bei allen Unternehmensgrößen beliebt.

Disaster Recovery ist eine Teildisziplin von Business Continuity Management (BCM) und stützt sich auf verschiedene Säulen.
Disaster Recovery ist eine Teildisziplin von Business Continuity Management (BCM) und stützt sich auf verschiedene Säulen.
(Bild: Gronau IT Cloud Computing GmbH)

Disaster Recovery als Sorgenfresser

Das „Allianz Risk Barometer 2019“ benennt Cyber-Vorfälle und Betriebsunterbrechungen als die beiden größten Sorgen, welche die deutsche Wirtschaft plagen. Diese berechtigten Sorgen liegen im Ranking erstmalig gleichauf, wobei die Top-Risikofaktoren zunehmend gemeinsam auftreten.

Disaster Recovery als regelmäßig geübter Maßnahmenplan kann hier die Auswirkungen reduzieren und Sorgen nehmen. Zu beachten ist jedoch, dass alle Tests nur Trockenübungen sind und nicht unter realen, also katastrophalen Bedingungen, stattfinden können.

Endet ein Testlauf mit einem knappen MAO-Ergebnis, so sollte sich die Unternehmensführung fragen, was dieses Ergebnis wohl für einen tatsächlichen GAU bedeuten würde. Mit einem zeitlichen Puffer von 50 Prozent kann das Management sein Betriebskontinuitätsmanagement, zumindest im Bereich DR, als erfolgversprechend einstufen.

Ergänzendes zum Thema
Über Pierre Gronau

Pierre Gronau arbeitet seit über 20 Jahren für namhafte Unternehmen als Senior IT-Berater mit umfangreicher Projekterfahrung. Zu seinen Kompetenzfeldern gehören Server-Virtualisierungen, moderne Cloud- und Automationslösungen sowie Informationsschutz. 2011 gründete er sein heutiges Unternehmen.

1964 in Augsburg geboren, entfachte ein geschenkter „Apple II“ das Feuer für Computer, Codes und ihre Geheimnisse. Er studierte zunächst Betriebswirtschaftslehre, schlug anschließend jedoch den Weg der Informationstechnologie ein.

Bis 2011 erlangte er seine branchenweite Reputation als externer Experte für die Implementierung virtueller Infrastrukturen mit VMware-Produkten. Er konzipierte und implementierte Cloud- und Automatisierungslösungen, erstellte Sicherheitskonzepte, stellte sie auf den Prüfstand, leitete Projekt-Teams an, nahm Systeme in Betrieb.

2011 – das Gründungsjahr der Gronau IT Computing GmbH. Die Zeit des Alleingangs war vorbei. Pierre Gronau schart ein buntes Team leidenschaftlicher IT-Experten um sich, die sich, als digitale Nomaden über ganz Deutschland verteilt, je nach Projekt und Auftrag zu Teams zusammenfinden, Lösungen finden und wieder neu formieren.

Gronau und seine aktuell 16 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter begleiten heute große mittelständische Firmen und Enterprise-Kunden durch digitale Change-Prozesse und kümmern sich um IT-Lösungen, Compliance, Datenschutz und Datensicherheit.

Pierre Gronau, Gründer und Inhaber der Gronau IT Cloud Computing GmbH mit Firmensitz in Berlin.
Pierre Gronau, Gründer und Inhaber der Gronau IT Cloud Computing GmbH mit Firmensitz in Berlin.
(Bild: Gronau IT Cloud Computing GmbH)

*Der Autor: Pierre Gronau, Gründer und Inhaber der Gronau IT Cloud Computing GmbH mit Firmensitz in Berlin

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