Drei Cloud-Storage-Vorhersagen für 2020

Edge-Computing, Object Storage und hybride Infrastrukturen

| Autor / Redakteur: Sascha Uhl* / Dr. Jürgen Ehneß

Wie entwickelt sich Cloud-Storage im Jahr 2020?
Wie entwickelt sich Cloud-Storage im Jahr 2020? (Bild: ©ekaphon - stock.adobe.com)

Die vergangenen zwölf Monate waren eine weitere Testphase für Unternehmen bezüglich der Optimierung ihrer Cloud-Speicherstrategien. Die Menge der zu erstellenden Daten ist im Laufe des Jahres 2019 exponentiell gestiegen, und Unternehmen aller Branchen stehen mehr denn je unter Druck, sich an die technologischen Entwicklungen anzupassen.

Da es nicht so aussieht, als würde die Entwicklung hin zu datenintensiven Ökosystemen stoppen, wird die Datenverwaltung im Jahr 2020 kaum einfacher werden. Was wird also das Jahr 2020 für Cloud-Storage bedeuten?

Edge-Computing wird das hybride Cloud-Modell für sich gewinnen

Das hybride Cloud-Speichermodell zeichnet sich durch die Fähigkeit aus, Daten nahtlos zwischen lokalen und öffentlichen Cloud-Umgebungen zu verschieben. Diese Datenmobilität, kombiniert mit der Flexibilität und Skalierbarkeit des hybriden Speichers, hat dieses Modell für viele Unternehmen weltweit zu einer beliebten Lösung gemacht.

Die Hybridspeicherstrategie wird jedoch 2020 auf den Kopf gestellt, da die Dynamik mit „Edge-Computing“ weiter zunimmt. Aufgrund des rasanten Wachstums des Internet of Things (IoT) und der 5G-Netze werden Datenerfassung und die Verarbeitung von KI-Anwendungen benötigt. Analysesysteme müssen dort eingesetzt werden, wo die Daten erzeugt werden und wo sich die Sensoren befinden – zum Beispiel an Ampeln, in Überwachungskameras und „Smart Cars“.

Daher wird es einen zunehmenden Bedarf an anderen Formen von hybrider Speicherung geben, die den Bedarf an robuster Speicherung am Rande des Netzwerks erfüllen und es Unternehmen ermöglichen, analysierte Datensätze zwischen Egde und lokalen oder öffentlichen Cloud-Systemen zu verschieben.

Für die Verarbeitung von KI- und Machine-Learning-Workloads ist eine Objektspeicherung erforderlich. Da das Datenvolumen weiterhin exponentiell wächst, ist eine der größten Herausforderungen für Unternehmen, wie man den vollen strategischen Wert dieser Daten ausschöpfen kann. Dies gilt insbesondere für den Umgang mit künstlicher Intelligenz (KI) und Machine Learning (ML). Aus diesem Grund wird 2020 Objektspeicherung für viele Unternehmen besonders interessant, um mithilfe von Metadaten strukturierte Daten aus unstrukturierten Informationen zu erstellen.

Prägnante Metadaten

Bei der Objektspeicherung werden Daten mit einer nahezu unbegrenzten Anzahl an Metadaten definiert und über eine einzige API bereitgestellt. Dies steht im Gegensatz zur herkömmlichen Speicherung, die Daten mit festgelegten Metadaten-Tags (wie Dateiname, Erstellungsdatum und Änderungsdatum) definiert und in verschiedenen Ordnern organisiert. Das sorgt dafür, dass Daten schlechter durchsuchbar und schwieriger zu analysieren sind als bei der Objektspeicherung.

Backup im größeren IT-Zusammenhang

Datensicherungsagenda 2020

Backup im größeren IT-Zusammenhang

09.01.20 - Je mehr die Verfügbarkeit von Daten, Systemen und Anwendungen gefährdet ist, desto wichtiger werden Basistechnologien wie Sicherung und Wiederherstellung von Informationen. Klassisches Backup und Datensicherung allein werden aber nicht mehr genügen. Immer mehr Industrien werden darüber hinaus Replikationslösungen zur Realisierung der geforderten Hochverfügbarkeit benötigen – auch in Kombination mit IT-Security-Lösungen. lesen

So würde beispielsweise eine herkömmliche Röntgendatei nur grundlegende Metadaten wie Erstellungsdatum, Besitzer, Standort und Größe enthalten, während ein Röntgenobjekt Metadaten enthalten könnte, die den Namen, das Alter, die Verletzungsdetails und das untersuchte Körperteil des Patienten identifizieren könnten. Dieses zusätzliche Detail erleichtert die Suche nach bestimmten Dateien ungemein.

Einfach ausgedrückt, nutzen Objektspeicherarchitekturen Metadaten auf eine Art und Weise, wie es Übergangslösungen zur Datenspeicherung nicht tun. Somit hat Objektspeicher einen entscheidenden Vorteil, um KI- und ML-Workloads zu verarbeiten.

Die Nutzung von Private Clouds in hybriden Infrastrukturen wird zunehmen

Wenn heute von der Cloud gesprochen wird, ist damit meist die „Public“ Cloud gemeint. Dies wird sich 2020 ändern. Der Begriff „Cloud“ wird nuancierter werden, da immer mehr Unternehmen private Clouds einsetzen und Unternehmen zunehmend eine hybride Cloud-Speicherstrategie verfolgen, die ihnen das Beste aus beiden Welten bietet.

Unternehmen in Branchen wie dem Gesundheitswesen, den Medien oder der wissenschaftlichen Forschung, die große Speicheranforderungen haben, stehen bereits jetzt vor besonderen Herausforderungen bei der Verwaltung kapazitätsintensiver Workloads, die Dutzende von Petabyte erreichen können. Durch die Größen- und Flexibilitätsvorteile von Public-Cloud-Plattformen sowie die Leistungs-, Zugangs-, Sicherheits- und Kontrollvorteile von On-Premises-Storage stellen sich private Cloud-Plattformen diesen Herausforderungen.

Obwohl die Public Cloud Unternehmen Flexibilität und Komfort bei gleichzeitig sinkenden Infrastrukturkosten bietet, erkennen immer mehr Unternehmen, dass sie auch mit erheblichen Kosten für Bandbreite und Zugänglichkeit verbunden sein kann. Daher schlagen viele Unternehmen eine andere Richtung ein.

Dieser Trend wird sich 2020 fortsetzen, da immer mehr Unternehmen die Vorteile von Private Clouds in einer hybriden Cloud-Infrastruktur nutzen. Häufig verwendete Daten werden vor Ort gespeichert, während die Public Cloud bewusster genutzt wird. Das bedeutet, dass die Cloud-first-Strategie nicht mehr im Vordergrund steht.

Sascha Uhl, Object Storage Technologist bei Cloudian.
Sascha Uhl, Object Storage Technologist bei Cloudian. (Bild: Cloudian)

Letztlich können es sich Unternehmen nicht leisten, sich im kommenden Jahr auf ihren Cloud-Lorbeeren auszuruhen. 2020 wird es darum gehen, die Notwendigkeit von Edge-Computing zu erkennen, Objektspeicher zu nutzen oder hybride Infrastrukturen einzuführen. Es liegt in der Verantwortung der Unternehmen, auf die Trends, die sich abzeichnen, zu reagieren.

*Der Autor: Sascha Uhl, Object Storage Technologist bei Cloudian

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