Herausforderung Disaster Recovery

Ein Plan allein genügt im Notfall nicht

| Redakteur: Tina Billo

Um die Geschäftskontinuität zu gewährleisten, ist es ein umfassender und konsistenter Disaster-Recovery- (DR) Plan unumgänglich.
Um die Geschäftskontinuität zu gewährleisten, ist es ein umfassender und konsistenter Disaster-Recovery- (DR) Plan unumgänglich. (Bild: © Kelly Sikkema - Unsplash)

Murphys erstes Gesetz besagt, dass alles was schief gehen kann auch schief geht, der Notfall zudem meist in der ungünstigen Situation eintritt. Für Unternehmen bedeutet dies, gründlich auf Katastrophenfälle vorbereitet zu sein. Dazu gehört ein umfassender Disaster-Recovery- (DR) Plan, der nach Ausfällen die schnelle Wiederherstellung des Geschäftsbetriebs sicherstellt.

Katastrophen können sich jederzeit ereignen und jeden treffen. Doch sich darauf zu verlassen, "dass uns schon nichts passiert", kann fatale Konsequenzen nach sich ziehen. Dennoch gehen Unternehmen aus Sicht des Datenvirtualisierungsspezialisten Actifio mit dem Thema Disaster Recovery oftmals nach wie vor nur stiefmütterlich um - sei es, weil es an Zeit und Ressourcen mangelt oder das Budget fehlt.

Angesichts der zunehmenden Abhängigkeit von IT-Infrastrukturen, durchgängig ablaufenden Prozessen und Daten müssen Firmen jedoch einen Notfallplan in der Tasche haben. Doch wie sieht dieser genau aus und was gilt es zu beachten?

Was in einen DR-Plan gehört

Ein Disaster-Recovery-Plan muss alle für die schnelle Wiederherstellung und den -anlauf des Geschäftsbetrieb erforderlichen Informationen und Schritte enthalten. Neben detaillierten Angaben zu allen in der Umgebung eingesetzten Lösungen - angefangen vom Netzwerk über Server, Speicher bis hin zu den Anwendungen - zählt hierzu, übergreifende Abhängigkeiten, Logins und mögliche Wiederherstellungsstandorte genau zu dokumentieren.

Unverzichtbar ist zudem, die Kontaktdaten aller wichtigen IT-Akteure innerhalb und außerhalb des Unternehmens festzuhalten. Letztlich sollte ein DR-Plan so angelegt sein, dass es einem Dritten möglich ist, die Infrastruktur ohne weitere Unterstützung wiederaufzubauen oder in Betrieb zu setzen.

Detailgenaue Dokumentation

In heutigen Rechenzentren kommen viele verschiedene Ressourcen zum Einsatz. Die Inventarisierung und das Verstehen der Interdependenzen und Operationen kann eine echte Herausforderung darstellen. Dennoch ist es eine genaue Kenntnis der Infrastruktur die Grundvoraussetzung dafür, einen vollständigen, alle kritischen Facetten berücksichtigenden und im Notfall umsetzbaren Plan aufzustellen.

Drei Kopien, drei Standorte

Viele Unternehmen bewahren ihren DR-Plan in ihrem primären Rechenzentrum auf. Ist dieses jedoch von einem Katastrophenfall betroffen und damit unzugänglich, können sie auf das oder die Dokumente ebenfalls nicht mehr zugreifen. Schutz bietet mindestens drei Kopien des Notfallplans an drei weiteren geographisch voneinander weit entfernten externen Standorten vorzuhalten.

Überprüfung und Anpassung

Moderne Infrastrukturen sind einem dynamischen Wandel unterworfen. So halten stets neue Technologien Einzug, beispielsweise um die beständig wachsenden Datenmengen weiterhin bewältigen zu können. Häufig dienen die vorgenommen Modifikationen dazu, Effizienz- oder Leistungssteigerungen zu erzielen. Allerdings können sich die Umstellungen auch auf grundlegende Geschäftsprozesse auswirken.

Ein DR-Plan ist jedoch stets auf den laufenden Betrieb ausgelegt. Treten Änderungen auf, muss er entsprechend angepasst werden. Ansonsten wäre er im Notfall nutzlos und nicht anwendbar. Daher sollte mindestens alle sechs Monate, wenn nicht gar öfter, eine Überprüfung erfolgen.

Regelmäßige Testläufe

DR-Pläne halten wichtige Prozesse fest und sind für die Wiederaufnahme des Geschäftsbetriebs entscheidend. Doch die Dokumentation der Wiederherstellungsprozesse kann recht unterschiedlich ausfallen. DR-Tests können dazu beitragen, potenzielle Lücken zu erkennen und zudem Verbesserungsmöglichkeiten aufzeigen.

Allerdings kann die Durchführung eines kompletten DR-Tests die Produktionsumgebung belasten und zu unzufriedenen Nutzern führen. Daher verzichten viele IT-Teams darauf, diesen wichtigen Testlauf durchzuführen und wissen in Folge nicht, ob und wie gut Ihr Plan tatsächlich funktioniert. Insofern gehören jährliche, wenn nicht sogar häufigere Tests dazu.

Ohne DR geht es nicht

"Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Thema Disaster Recovery für Unternehmen verstärkt an Bedeutung gewinnt. Zwar können Technologien wie die Cloud die Art und Weise der Umsetzung von DR-Maßnahmen drastisch verändern. Doch ungeachtet dessen ist ein Notfallplan immer noch einer der wichtigsten Eckpfeiler, um einen unterbrechungsfreien Betrieb geschäftsentscheidender Infrastrukturen zu garantieren", erklärt Thorsten Eckert, Sales Director bei Actifio.

"Genauso wie sich IT-Strategien ändern, muss auch der DR-Plan ständig weiterentwickelt werden. Damit ist es allerdings bei weitem noch nicht getan. Vielmehr muss dieser selbst im Katastrophenfall verfügbar sein. Des Weiteren sind jährliche Tests erforderlich, um sicherzustellen, dass der Plan die aktuelle Infrastruktur widerspiegelt."

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