Der Storage-Novize – Festplatten-Schnittstellen im Test (Update vom 2. September 2009)

Ein Tag mit USB-3, SATA-300, SAS-600 und dem Fortschrittsbalken

27.07.2010 | Redakteur: Rainer Graefen

Das My Book 3.0 von WD versucht sich in das Bücherregal zu adaptieren.
Das My Book 3.0 von WD versucht sich in das Bücherregal zu adaptieren.

Immer mehr Daten machen alles immer langsamer. Diese einfache praktische Erfahrung läßt Verkäuferherzen höher schlagen, da die Anwender wenig Zeit haben, genervt sind und nach schnelleren Alternativen Ausschau halten. Die gibt es. Ein praxisorientierter Test.

Rein theoretisch betrachtet scheint die Sache klar: USB 3.0 ist mit 5 Gigabit pro Sekunde schneller als SATA-300 mit 3 Gigabit pro Sekunde. Und SAS-600 ist überhaupt die schnellste Transferstrecke für Daten zwischen Speichermedien.

Selbst wenn man jetzt noch gut gerechnet 20 Prozent Overhead für Kommandos abzieht und berücksichtigt, dass bei der 10B/8B-Codierung zehn Bits für die Übertragung von acht Bits benötigt werden, dann sollte die Rangordnung immer noch stimmen.

So fasste mein Chef die Sachlage knapp und trocken zusammen und drückte mir ein externes Samsung-Laufwerk für die USB-3-Schnittstelle und eine kleine Toshiba-Festplatte für Notebooks in die Hände. „Dann teste mal schön, welche Transferraten in der Praxis rauskommen.

Es müssen keine exakten Ergebnisse sein, nur so exakt, dass man ein gewisses Feeling bekommt“, waren seine letzten Worte bevor er fluchtartig, so schien es mir, das Labor verließ.

Die Datenblätter-Extrakte

Nun gut, das machte die Sache viel einfacher, wenn es nicht exakt sein muss, beruhigte ich mich. Also erst mal die Kärrner-Arbeit: Daten sammeln. Nachdem die Hardware auf dem Tisch ausgebreitet war, konnte ich eine 2,5-Zoll-Festplatte MK5056GSY von Toshiba, eine Samsung Story Station und eine Adapterkarte GA-USB3 von Gigabyte identifizieren. Hatte mein Chef also mitgedacht. Unser Testrechner mit Intel-Motherboard

Die Toshiba MK5056GSY ist ein internes 2,5-Zoll-Laufwerk mit SATA-Interface. Die Festplatte ist angenehm leise und besitzt gute Kopiereigenschaften.

Technische Daten der Toshiba MK5056GSY:

  • Kapazität: 500 GByte
  • Formfaktor: 2,5 Zoll
  • Bauhöhe: 9,5 mm
  • Drehzahl: 7.200 1/min
  • Zugriffszeit: 12 ms
  • Platters/Head: 2/4
  • Cache: 16 MByte
  • Schnittstellen: SATA 2.6/ATA-8
  • Straßenpreis: ca. 64 €

Nachtrag. Das Konkurrenzprodukt von Western Digital, das Scorpio Black mit ebenfalls 500 GByte, steht hinter dem Toshiba-Laufwerks nicht zurück - soweit sich das in einer ersten Begutachtung beurteilen lässt. Insgesamt vermitteln die beiden 2,5-Zoll-Laufwerke einen guten Eindruck, sind handlich, werden gerade mal handwarm und der Straßenpreis ist seit dem Start dieses Artikels vor annhähernd zwei Monaten um mehr als 20 Euro gesunken. Das bedeutet ein Preis/Leistungsverhältnis von ca. 12 bis 15 Cent pro Gigabyte. Nur 3,5-Zoll-Festplatten sind noch billiger.

Technische Daten der WD Scorpio Black WD5000BEKT:

  • Kapazität: 500 GByte
  • Formfaktor: 2,5 Zoll
  • Bauhöhe: 9,5 mm
  • Drehzahl: 7.200 1/min
  • Zugriffszeit: 12 ms
  • Platters/Head: 2/4
  • Cache: 16 MByte
  • Schnittstellen: SATA-3008
  • Straßenpreis: ca. 68 €

Die Samsung Story Station Plus HX DT EB USB 3.0 ist ein externes Speichermedium, das über USB 3.0 oder auch USB 2.0 an den Rechner angeschlossen wird. Unser Testgerät beinhaltet eine 3,5-Zoll Festplatte mit zwei Terabyte Kapazität. Mit einem Gewicht von knapp einem Kilogramm ist das Gerät zwar tragbar, gehört von seiner Bauform her mit den beiden „Abstandskufen“ aber eher auf den Tisch als ins Bücherregal.

Technische Daten der Samsung Story Station:

  • Kapazität: 2 TByte
  • Formfaktor: 3,5 Zoll
  • Drehzahl: 7.200 1/min
  • Schnittstellen: USB 3.0 (Super Speed), USB/eSATA
  • Kompatibel mit 32- und 64-bit Windows 7
  • Straßenpreis: ca. 130 € (bei Artikelstart: 160 €)

Bei der USB 3.0-Steckkarte IFC-PCIE2U3 von Buffalo ist die Sachlage marketingtechnisch betrachtet sehr einfach. Da sich die Bandbreite von 60 (USB 2.0) auf 625 MByte pro Sekunde (USB 3.0) erhöht hat, lassen sich Daten über eine USB-3-Schnittstelle „10 Mal schneller“ übertragen. Klaro. Protokoll-Overhead kennt das Marketing nicht und dass eine Festplatte gar nicht so viel Daten liefert, das sollte einen Werbestrategen wirklich nicht verunsichern.

Behindert die USB 3.0 Steckkarte mit PCIe-x1-Schnittstelle den Datentransfer?
Behindert die USB 3.0 Steckkarte mit PCIe-x1-Schnittstelle den Datentransfer?

Technische Daten der Buffalo IFC-PCIE2U3

  • Schnittstelle Motherboard: PCIe 1.1 x1
  • Schnittstelle extern: 2x USB 3.0
  • Chipsatz: NEC Superspeed
  • Kompatibel mit: USB 2.0
  • Preisempfehlung: 48 €

Ebenfalls in den USB3-Ring steigen möchte das My Book 3.0 von Western Digital mit ein oder zwei Terabyte Speicherkapazität. Der Test des Bundle bestehend aus einem dicken „Pocketbuch“, des USB3-Adapters und Verbindungskabels verzögert sich ein wenig, da das Netzeil nicht ganz zur deutschen Steckerwelt ist. Nebenbei gesagt nervt dieses Gedöns mit den Steckernetzteilen ziemlich, da auch keins der zwanzig anderen, die in unserem Labor rumliegen, nur ansatzweise gepasst hätte. Hier also erst einmal die ersten Informationen.

Technische Daten des My Book 3.0:

  • Kapazität: 2 TByte
  • Formfaktor: 3,5 Zoll
  • Drehzahl: 7.200 1/min
  • Gewicht: 1,18 kg
  • Schnittstellen: USB 3.0 (Super Speed)
  • Kompatibel mit Windows XP, Vista und 7
  • Straßenpreis: ca. 160 €

weiter mit: Der Strom und die Strömung

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