Die US-Tagung Netapp Insight fand im Oktober statt. Nun gab der Hersteller deutschen Kunden und Partnern einen vertieften technischen Einblick in die Neuerungen. Fazit: Geräte fürs SAN und ONTAP gehören für Netapp noch längst nicht zum alten Eisen.
Netapp unterstützt Kunden weiterhin mit SAN-Hardware und Neuerungen bei ONTAP.
(Bild: .shock - stock.adobe.com)
Nur wenige deutsche Anwender und Partner fahren zur weltweiten Netapp-Tagung Insight in die USA. Deshalb gab der Hersteller seiner deutschen Klientel einen technisch vertieften Einblick in die dort verkündeten Neuerungen. Rund 60 Gäste kamen zur Präsenzveranstaltung Netapp Insight in die erst im ersten Halbjahr bezogenen neuen Räume in Aschheim.
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Netapp möchte Anwender, die noch heute aus rechtlichen oder Sicherheitsgründen ihre Daten teils oder ausschließlich im On-Prem-SAN halten, weiter mit aktueller Hardware unterstützen. „Mindestens 20.000 unserer Kunden nutzen heute noch das SAN, davon rund 5.000 ausschließlich“, so Solutions Architect Patrick Diddens.
SAN-Kunden: ASA-C-Reihe bringt sechs Neunen und Protokollvielfalt
An derartige Kunden richtet sich die neue ASA-C-Modellserie mit ausschließlich NVMe-Speicher. Sie besteht aus drei Modellen mit jeweils mehreren Varianten. Die Geräte haben mit „sechs Neunen“ eine besonders hohe Zuverlässigkeit – pro Jahr ist nur mit etwas über 30 Sekunden Ausfallzeit zu rechnen.
Außerdem wurde die Protokollumgebung in VMware-NVMe-Umgebungen um TCP erweitert. Laut Netapp sind die ASA-C-Modelle die branchenweit einzigen NVMe-Geräte, die sowohl TCP als auch FC unterstützen.
Aktiv-Aktiv-Spiegelung
Die Blockspeicher-Systeme sollen in späteren Versionen neben der bereits funktionierenden asymmetrischen auch die symmetrische Aktiv-Aktiv-Spiegelung beherrschen. Auch die AFF-Systeme fürs SAN werden diese Funktion erhalten.
Anders als in Snap Mirror Business Continuity gibt es dabei keinen definierten Primärpfad mehr. Vielmehr arbeiten die Pfade absolut gleichwertig. Das heißt, Daten können in beiden Richtungen gelesen und geschrieben werden, wobei die Synchronizität erhalten bleibt. Die Funktion gibt es nur für VMware-Umgebungen.
Derzeit können dabei alle ESX-Hosts auf alle Datastores an allen Standorten zugreifen. Mit ONTAP 9.15 soll es auch möglich werden, dass nur lokale ESX-Hosts auf die Datastores zugreifen. Diese Funktion ist aber erst Mitte nächsten Jahres zu erwarten.
Testkunden für Aktivspiegelung gesucht
Netapp sucht Testkunden, die bereit sind, die neue Snap-Mirror-Funktion auszuprobieren. Sie müssen mindestens zwei AFF- oder ASA-Systeme im SAN betreiben. Wenn ein Mediator vorhanden ist, braucht er mindestens die Version 1.6. Als Applikation ist VMware Metro Storage Cluster nötig.
Im Unterschied zu den Systemen der ASA-A-Serie granulieren die Kapazitäten der ASA-C-Geräte etwas gröber. Die Latenz von ASA-C liegt im Bereich von 2 ms und ist damit länger als bei ASA-A-Systemen. Deren Latenz beträgt weniger als eine Millisekunde. Der Zugriff auf die LUNs erfolgt bei der ASA-C-Serie über gleiche (aktive) Pfade auf beiden Controllern. Bei der ASA-A-Serie verwenden die beiden vorhandenen Controller unterschiedliche Pfade, was auch asymmetrische LUNs bedeutet.
Von 122 Terabyte bis zu Petabytes
Alle wichtigen ONTAP-Funktionen (unter anderem Snapshot-Tools, 4:1-Storage-Effizienz, Ransomware-Recovery-Garantie) arbeiten auch auf der C-Serie. Sie startet bei 122 Terabyte Rohkapazität auf Basis von 15-TB-SSDs, das Maximum liegt im Petabyte-Bereich. Die Systeme sind besonders für Virtualisierungsumgebungen unter VMware, Backup/Recovery und Hochkapazitäts-Business-Workloads geeignet.
Inzwischen kann man in Deutschland seit zwei Wochen Quotes stellen lassen. Lieferbar sind die Geräte seit 20. November.
Rund vierzig Neuerungen in ONTAP 9.14.1
Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen allerdings die Neuerungen bei Netapps Betriebssystem ONTAP. Die neue Version 9.14.1 glänzt durch um die vierzig Neuerungen, von denen wir im Folgenden einige vorstellen. Alle Systeme, auf denen Version 9.13 läuft, sollten auch mit der Version 9.14.1 umgehen können.
Eine Neuerung ist die Vereinfachung von Disaster-Recovery-Tests. Sie sind jetzt auf Volume-Level möglich. Das Auslösen der Funktion FlexClone erzeugt dabei automatisch Clones und Mount Points. Nach Abschluss werden alle Artefakte, die wegen des DR-Tests erzeugt wurden, automatisch wieder entfernt.
Verbessert wurde weiter der Umgang mit Konsistenzgruppen, also von Applikationen, die sich über mehrere Volumes erstrecken. Mit der neuen Version sind mit Netapp Snapshot Symmetry erzeugte asynchrone SnapMirrors auch auf der Disaster-Recovery-Seite verwendbar.
Das Objekt-Tagging ist nun auch auf Workflows in ONTAP-Umgebungen anwendbar. Damit lassen sich diese beispielsweise genau wie Datentypen oder andere Objekte zur Suche und Markierung für Snaps oder ähnliche Funktionen verwenden.
Stand: 08.12.2025
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Außerdem wurde der Schutz von S3-Objekten verbessert. ONTAP ermöglicht das S3-Object-Locking im Compliance- und Governance-Modus. Den S3-Support gibt es eigentlich schon seit Version 9.13. Doch jetzt gilt er auch im Metro-Cluster. Damit lassen sich vollwertige räumlich verteilte Speicherumgebungen mit S3-Protokoll und vollen QoS-Funktionen einschließlich definierter Wiederherstellungszeit aufbauen.
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S3-Fabric-Pool jetzt auch beim Kunden
Schon länger kann die Funktion Fabric Pool „kalte Daten“ auf S3-Speicher schreiben. Jetzt allerdings darf sich der „kalte“ S3-Datenpool auch direkt beim Kunden befinden. Verbunden damit ist eine weitere Verbesserung: Befindet sich die S3-Storage beim Kunden, funktioniert das Read-Ahead-Caching. Sprich: Die Software holt vermutlich bald benötigte Daten in einen schnellen Cache.
Ansonsten müssen Daten auf kalten Medien, sobald sie abgefragt werden, zunächst die „heiße“ Speicherschicht durchlaufen. Das kostet Zeit. Mit der neuen Funktion arbeitet S3-Speicher für die „kalten“ Daten bei Abfragen im Single-Mode um das Fünffache, bei anderen um 85 Prozent. Auch die Schreibgeschwindigkeit legt um 70 Prozent zu. Die Object Storage muss allerdings für den Betrieb mit Cache ausgelegt sein.
Weniger Implementierungsaufwand
Die gemeinsame Nutzung von Switches soll dazu beitragen, die Kosten der Speicherumgebung zu senken. So können sich nun zwei Vier-Knote-Cluster vier Nvidia SN2100-Switches teilen, das halbiert den bisherigen Aufwand. Mehrere ONTAP-Cluster können gemeinsam ein Set Cisco 9336-Switche nutzen. Letzteres funktioniert aber nicht zwischen Shelves.
Beschleunigt wurde die Filesystem-Analyse, die detaillierte Daten über verschiedene Aspekte der vorhandenen Daten liefert. System-Downtime wird jetzt zum Scannen verwendet. Der Scanner kann nun mit Priorisierungen arbeiten und erhält einen Fortschrittsbalken, weil gerade die Erst-Scans lange dauern können.
Die bislang recht komplexe Kompatibilitätsmatrix für Netapp-Installationen, die eine Garantie erhalten sollen, wurde auf drei Punkte eingedampft. Und schließlich hat eine genehmigte Konfiguration ab sofort zwei statt einem Jahr Garantie.
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