Bei der Anschaffung von NAS-Systemen für den Heimgebrauch und kleine Büros sollten Anwender nicht nur Ausstattung und Funktionsumfang im Blick behalten, sondern auch den Stromverbrauch der Geräte. Wie ein Test von zwei 2-Bay-Systemen zeigt, sind die Unterschiede groß. Könnte es sinnvoll sein, zugunsten niedriger Kosten einige Abstriche bei der Leistung und beim Feature-Umfang zu machen?
Im Toshiba HDD Innovation Lab wurde der Energieverbrauch der beiden QNAP-NAS TS-233 und TS-264 unter identischen Bedingungen ermittelt.
(Bild: Toshiba)
Als zentrale Speicher für wichtige Daten erfreuen sich NAS-Systeme sowohl in Privathaushalten als auch in kleinen Büros und Unternehmen wachsender Beliebtheit. Längst dienen sie nicht mehr nur als reines Datenlager und Speicherort für Backups, sondern können – abhängig vom Modell – zusätzlich etwa als Streaming-Server, Schaltzentrale fürs Smart Home oder digitaler Rekorder für die Überwachungskamera zum Einsatz kommen. NAS-Systeme, die über die Basisfunktionen hinausgehen und solche Features aufweisen, sind üblicherweise mit leistungsstärkerer Hardware bestückt, sprich: besseren Prozessoren und mehr RAM. Darüber hinaus bieten sie meist die schnelleren Netzwerkschnittstellen und umfangreicheren Erweiterungsmöglichkeiten.
Die leistungsfähigere Hardware geht allerdings mit einem höheren Stromverbrauch einher, was Anwender angesichts hoher Strompreise nicht vernachlässigen sollten. Werden der höhere Datendurchsatz und die Zusatzfunktionen nicht unbedingt benötigt und sind eher ein Nice-to-have, lohnt unter Umständen der Griff zu einem sparsamer ausgestatteten NAS-Modell – zumal dieses auch die geringeren Anschaffungskosten hat. Wie groß die Unterschiede bei den Energiekosten sind, zeigt ein Test von zwei beliebten QNAP-NAS.
Einstiegs-NAS versus Profi-NAS
Die Ausstattung der beiden NAS-Systeme im Vergleich.
(Bild: Toshiba Electronics Europe)
Im Toshiba HDD Innovation Lab wurde der Stromverbrauch eines QNAP TS-233 mit dem eines QNAP TS-264 verglichen. Die beiden Systeme nehmen jeweils zwei Festplatten auf, die sich zu einem RAID 1 verbinden lassen, das die Daten von einem Laufwerk auf das andere spiegelt. Beim Ausfall einer Festplatte stehen alle Daten weiterhin auf der anderen bereit.
Das TS-233 ist ein Einstiegsmodell, das nur grundlegende Funktionen bietet und mit einem ARM Cortex-A55 (2,0 GHz), 2 GB RAM und 1 GbE ausgestattet ist. Beim TS-264 hingegen handelt es sich um ein Modell, das unter anderem als Multimedia-Server, SQL-Server oder Authentifizierungsserver im Netzwerk eingesetzt werden und als Host für virtuelle Maschinen dienen kann. Es ist mit einem Intel Celeron N5095 (2,9 GHz), 8 GB RAM und zwei 2,5-GbE-Ports ausgestattet und bietet die Möglichkeit, M.2-SSDs als Cache und eine leistungsfähigere PCIe-Netzwerkkarte nachzurüsten.
Für den Test wurden beide NAS-Systeme mit jeweils zwei Toshiba N300 à 8 TB bestückt – speziellen NAS-HDDs, die für den 24/7-Einsatz in Speichersystemen für Privatnutzer, Homeoffices und kleine Unternehmen optimiert sind. Unter Last haben sie bei sequentiellen Lese- und Schreib-Operationen eine Leistungsaufnahme von jeweils 10,1 W. Im Labor wurden beide NAS-Systeme mit einem 1-GbE-Switch verbunden, um den Stromverbrauch unter identischen Bedingungen zu ermitteln – grundsätzlich unterstützt das TS-264 natürlich die höheren Übertragungsraten von 2,5 GbE.
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Stromverbrauch im Vergleich
Die Leistungsaufnahme der beiden NAS-Systeme im ausgeschalteten Zustand, im Idle-Mode und unter Last im Vergleich.
(Bild: Toshiba Electronics Europe)
Im Idle-Mode, also ohne Datenzugriffe und ohne Zugriffe auf die Web-Oberfläche des NAS-Systems, zeigt sich das Einstiegsmodell TS-233 äußerst genügsam und verbraucht lediglich 5 W. Unter Last – bei sequentiellen Lese- und Schreib-Operationen – sind es 23 W, was ebenfalls sehr gut ist, da rund 20 W davon auf die beiden Festplatten entfallen. Zum Vergleich: Das leistungsfähigere Modell TS-264 benötigt deutlich mehr Strom – 27 W sind es im Idle-Mode und 34 W unter Last.
Der jährliche Stromverbrauch und die jährlichen Kosten der beiden NAS-Systeme im Vergleich – unter der Annahme einer durchschnittlichen NAS-Nutzung von 20 Prozent der Zeit und eines Strompreises von 0,35 Euro pro kWh.
(Bild: Toshiba Electronics Europe)
Da NAS-Systeme weder zu Hause noch in kleinen Büros den ganzen Tag unter Last laufen, wurden die Energiekosten unter der Annahme einer NAS-Nutzung von 20 Prozent der Zeit berechnet. Das entspricht typischen Einsatzszenarien mit gelegentlichen Datenzugriffen und täglichen Backups. Damit kommt das TS-233 auf einen Jahresverbrauch von 75,3 kWh und das TS-264 auf 247,0 kWh – das ist mehr als das Dreifache und ein Unterschied von über 170 kWh. Bei einem Strompreis von 0,35 Euro pro kWh sind das jährliche Energiekosten von 26 beziehungsweise 86 Euro. Über einen Zeitraum von fünf Jahren lassen sich mit dem Einstiegsmodell also 300 Euro beim Strom sparen.
Ist es das wert?
In Umgebungen, in denen grundlegende NAS-Funktionen für die Speicherung von Daten und Backups und den gemeinsamen Zugriff darauf ausreichen sowie keine Datenübertragungen mit mehr als 1 GbE benötigt werden, bieten NAS-Einstiegsmodelle wie das QNAP TS-233 eine ausreichende Leistung bei geringem Energieverbrauch. Für die meisten Haushalte sollte ein solches Gerät genügen.
Igor Misko, Senior Product Marketing Engineer, Business Development Storage Products bei Toshiba Electronics Europe.
(Bild: Toshiba Electronics Europe)
Modelle, die wie das QNAP TS-264 professionelle NAS-Features bieten und eine Vielzahl von Anwendungen bereitstellen, sind in der Regel mit leistungsstärkerer Hardware bestückt. Die zusätzlichen Funktionen und der bessere Datendurchsatz gehen jedoch mit einer höheren Komplexität und einem höheren Energieverbrauch einher. Wer auf die Funktionen und den Durchsatz nicht angewiesen ist, sollte darauf verzichten.
Natürlich müssen bei Kaufentscheidungen immer die tatsächlichen Anwendungsbedürfnisse und Performance-Anforderungen im Vordergrund stehen. Doch Anwender sollten sich auch nicht von langen Feature-Listen beeindrucken lassen und höherwertige NAS-Modelle anschaffen, weil sie bestimmte Funktionen „vielleicht“ oder „irgendwann“ einmal benötigen könnten. Zu den höheren Anschaffungskosten kommen nämlich – wie der Test gezeigt hat – auch deutlich höhere Energiekosten und eine Geräteverwaltung, die mehr Know-how erfordert und zeitaufwendiger sein kann.
Stand: 08.12.2025
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* Der Autor: Igor Misko ist Senior Product Marketing Engineer, Business Development Storage Products bei Toshiba Electronics Europe