Auszug aus dem Buch „Storage Basics” von Fujitsu Siemens Computers

Festplatten – ein Widerspruch zur langfristigen Datensicherung

28.01.2009 | Autor / Redakteur: Fujitsu Siemens Computers / Nico Litzel

In den Fehlerraten pro Jahr ist nicht nur das jeweilige Alter der Festplatten eingegangen, sondern es wurden auch verschiedene Plattentypen berücksichtigt.
In den Fehlerraten pro Jahr ist nicht nur das jeweilige Alter der Festplatten eingegangen, sondern es wurden auch verschiedene Plattentypen berücksichtigt.

Selbst wenn man sich für hochwertige Festplatten im Online Storage entscheidet, kommt man an einem Problem nicht vorbei: Die Haltbarkeit von Festplatten und damit der auf ihnen gespeicherten Daten ist extrem begrenzt. Nach drei bis vier Jahren läuft in der Regel die Gewährleistung durch den Hersteller aus, und aus buchhalterischen und Abschreibungsgründen wird häufig eine Neuinvestition vorgenommen.

Doch der eigentliche Grund für diese Maßnahme liegt in einem eigenartigen Widerspruch des so genannten digitalen Zeitalters: Zwar werden immer mehr Informationen auf magnetischen Speichern abgelegt, doch diese sind alles andere als langlebig – ein Stromausfall, ein Headcrash, Materialschäden, Diebstahl oder ein plötzliches Lebensende der System-Hardware genügen, um alles das, was so sorgfältig und unter Aufwand beträchtlicher Kosten gespeichert wurde, endgültig dem Nirwana zu übergeben.

Der rechtzeitige Austausch von Festplatten hängt auch davon ab, unter welchen äußeren Bedingungen – zum Beispiel Temperatur – und wie lange die Festplatten laufen. Der Lebenszyklus (Duty Cycle) wird ferner durch häufiges Hochfahren und Ausschalten mehr belastet, als wenn eine Platte im 24-Stunden-Dauerbetrieb ist – vergleichbar den Stresssituationen von Flugzeugen bei Start und Landung.

Selbst wenn die Platten im Einzelfall noch etwas länger über den Drei-Jahres-Rhythmus hinaus halten sollten, ist es ratsam, rechtzeitig einen Wechsel vorzunehmen und die Daten umzukopieren: Was sind schon die (stetig fallenden) Kosten für neue Platten und die anfallenden Administratorstunden im Verhältnis zu einem (selbst verschuldeten) Datengau, dessen Kosten unter Geschäftsgesichtspunkten ins Unermeßliche explodieren können?

Ausfallsicherheit mit RAID

Um die Daten auf dem prinzipiell unsicheren Medium Festplatte zu schützen, gibt es so genannte RAID-Lösungen, die heute in den meisten Disksystemen standardmäßig eingesetzt werden. RAID, das Redundant Array of Independent (je nach Lesart auch: Inexpensive) Disks geht auf eine Entwicklung der Universität Berkeley Mitte der 90er-Jahre zurück. Dabei muss man zwei wesentliche Funktionsbestimmungen eines RAID unterscheiden.

Zunächst geht es darum, viele kleine und billige (inexpensive) Platten zu einer Gruppe zusammenzufassen, um sie als LUN (Logical Unit Number) einer Applikation mit erhöhter Performance zur Verfügung zu stellen. Mit RAID O werden in diesem Fall mehrere Platten zusammengefasst, um so die Leistung zu erhöhen. Allerdings erhöht sich in diesem Fall auch das Risiko (entgegen dem allgemein so verstandenen Anspruch, mit RAID eine höhere Datensicherheit zu erreichen), da die statistische Wahrscheinlichkeit steigt, dass durch den Ausfall einer Platte im Verbund das ganze System nicht mehr funktioniert.

Weiter mit: Sinn und Zweck von RAID im Detail

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