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Womit sich Startups heute beschäftigen, Teil 23 Hammerspace gewährt globalen Zugriff auf unstrukturierte Daten

| Autor / Redakteur: Kriemhilde Klippstätter / Diplom-Betriebswirtin Tina Billo

Das Startup-Unternehmen Hammerspace hat sich – wie viele Firmen – auf die Speicherung unstrukturierter Daten spezialisiert. Ziel ist es, sie überall auf Verlangen verfügbar zu machen, egal ob sie im Rechenzentrum oder in der Cloud lagern.

Die Datenplattform Hammerspace wird für die Verwaltung von unstrukturierten Daten (Files und Objects) als Software-as-a-Service angeboten und bietet zahlreiche Funktionen und Arbeitstechniken.
Die Datenplattform Hammerspace wird für die Verwaltung von unstrukturierten Daten (Files und Objects) als Software-as-a-Service angeboten und bietet zahlreiche Funktionen und Arbeitstechniken.
(Bild: Hammerspace)

"Die Filer-Technik hat sich in dreißig Jahren nicht geändert", beschreibt David Flynn, CEO von Hammerspace, die Situation, die zur Gründung der Company aus Los Altos im Silicon Valley geführt hat. Daten, die in Speichersilos lagern, lassen sich schwer wiederfinden und verweigern sich dem einfachen Zugriff, zumindest von außerhalb. Mit jeder Kopie der Daten werden auch die Metadaten kopiert. "Das schafft nicht nur riesige Datenmengen, sondern auch hohe Kosten" beschreibt der CEO die derzeitige Situation. Das will das Startup ändern.

David Flynn, CEO Hammerspace.
David Flynn, CEO Hammerspace.
(Bild: Hammerspace)

Data-as-a-Service dank Abtrennung der Metadaten

Damit die Daten handhabbar werden, hat Hammerspace die Meta- von den Nutzdaten getrennt und indiziert. Neben den herkömmlichen Informationen der Metadaten, wie das letzte Änderungsdatum des Files oder wann er erzeugt wurde, lassen sich jetzt auch Zusatzinformationen, Tags, Labels oder Schlüsselbegriffe hinzufügen. Hammerspace speichert die Metadaten in einer eigenen Datenbank, die auf Flash-Speichern abgelegt ist. Der Anwender findet den richtigen Datensatz schnell und ohne ihn öffnen zu müssen. Der Metadaten-Service stellt dem User direkt die Routing-Informationen für den gewünschten File bereit.

Hammerspace versteht sich als Lieferant von DaaS: Data-as-a-Service.
Hammerspace versteht sich als Lieferant von DaaS: Data-as-a-Service.
(Bild: Hammerspace)

Das bedeutet, dass der Pfad zu den Metadaten getrennt ist vom Pfad zu den Nutzdaten. Die Hammerspace-Technik ist der Abstraction-Layer dazwischen, oder, wie es Flynn ausdrückt: „Hammerspace ist eine speicher- und protokollunabhängige hybride Cloud-Datenkontrollebene, die Daten aus der Infrastruktur für das hybride Cloud-Datenmanagement als Self-Service abstrahiert.“ Das passiert durch parallel NFS (pNFS), mit dem es möglich ist, dass Compute-Clients ihre Daten direkt und parallel auf die physischen Speicher schreiben bzw. von ihnen lesen können. Der NFS-Server kontrolliert bei pNFS nur mehr die Metadaten und den Datenzugriff. Verfügt ein Kunde nicht über pNFS, dann stellt Hammerspace einen Service-Knoten als Proxy bereit.

Globale Verfügbarkeit

Ganz gleich, ob die Daten im eigenen Rechenzentrum oder in der Cloud liegen: Hammerspace sorgt nach eigenen Angaben dafür, dass diese sich "On-Demand" abrufen lassen. Die Metadaten können einfach repliziert werden, so dass ein Anwender sie überall sehen und entscheiden kann, ob er darauf zugreifen will. Ist das der Fall, erfolgt dieser über Global Namespace, was die Komplexität reduziert und unabhängig davon, wo sie abgelegt sind eine einheitliche Sicht auf die Files bietet. Im Endausbau soll der Global Namespace von Hammerspace auf bis zu 16 Speicherorte – Rechenzentren und Cloud-Sites – ausgedehnt werden.

Global Namespace erlaubt eine einheitliche Sicht auf die Files – und das weltweit.
Global Namespace erlaubt eine einheitliche Sicht auf die Files – und das weltweit.
(Bild: Hammerspace)

Der Anwender kann entscheiden, wo die Daten oder Instanzen davon, gelagert werden – oder er überlässt das der Hammerspace Control Plane. Dank dem Einsatz von Telemetrie und Maschine Learning kann sie entscheiden, welcher Speicher der schnellste, sicherste oder kostengünstigste ist. Beim Datentransfer nutzt das System Deduplizierungs- und Datenkompressionstechniken. Dabei greift das System nicht in den Aufbau der vorhandenen IT ein: "Nachdem unser System installiert ist, lässt es sich ohne dass die bestehenden Speicherinfrastruktur groß verändert werden muss meist innerhalb einer Stunde nutzen", beschreibt Hammersmith-CEO Flynn das Installationsprozedere.

Die Vorzüge von Hammerspace sind neben der Kostenreduzierung insbesondere mehr Agilität dank bestens verwalteter Files.
Die Vorzüge von Hammerspace sind neben der Kostenreduzierung insbesondere mehr Agilität dank bestens verwalteter Files.
(Bild: Hammerspace)

Hardware und Preise

Hammerspace versteht sich als SaaS-Anbieter und verkauft keine Hardware. Man arbeitet aber mit Herstellern zusammen. Derzeit stehen für den Einsatz im eigenen Rechenzentrum unter anderem HGST (Western Digital), Netapp, Dell/EMC, Hitachi, Cloudian, IBM Cloud und die Open Telecom Cloud auf der Kooperationsliste, ebenso die Public-Cloud-Anbieter Amazon AWS (S3, Glacier), Microsoft Azure (Blob Storage) und Google Cloud Platform (Cloud Storage). In den USA verlangt das Startup für die Verwaltung von 10 Terabyte an Daten zirka 1000 Dollar.

* Kriemhilde Klippstätter ist freie Autorin und Systemischer Coach (SE) in München.

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