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HP setzt auf Big Data und High-Performance-Computing HP Enterprise schluckt Silicon Graphics

| Redakteur: Diplom-Betriebswirtin Tina Billo

Für 275 Millionen US-Dollar ist das einst mit sieben Milliarden US-Dollar bewertete Traditionsunternehmen Silicon Graphics (SGI) jetzt über den Tisch gegangen. Käufer ist der IT-Gigant Hewlett Packard Enterprise, der mit der Übernahme seine Position im HPC- sowie Big-Data-Analytics-Markt stärken will.

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Die von Silicon Graphics 1993 eingeführte Onyx-Workstation galt damals als wegweisend im Bereich Computergrafik.
Die von Silicon Graphics 1993 eingeführte Onyx-Workstation galt damals als wegweisend im Bereich Computergrafik.
(Bild: SGI Onyx / Retro-Computing Society of Rhode Island / BY-SA 3.0)

SGI wurde 1981 von Jim Clark (dem späteren Netscape-Mitbegründer) aus der Taufe gehoben. Das Unternehmen spezialisierte sich zunächst auf die Entwicklung Unix-basierter Grafik-Workstations, die aufgrund ihrer Leistungsfähigkeit unter anderem bei Wissenschaftlern und Computergrafikern außerordentlich populär waren.

Ein großer PR-Coup gelang SGI im Jahr 1993, als Steven Spielbergs Dino-Schocker Jurassic Park in die Kinos kam. Die seinerzeit als bahnbrechend geltenden computergenerierten Spezialeffekte waren größtenteils auf Silicon Graphics-Workstations entstanden. Zudem hatte SGI die kanadische Softwarefirma Alias gekauft, deren leistungsfähige Grafik- und Animationssoftware in den achtziger Jahren bei Blockbustern wie Terminator 2 und Jurassic Park zum Einsatz kam.

Neuaufstellung scheitert

Diese einst dominante Stellung bröckelte aber zusehends, da leistungsfähige Grafik-Hardware auch zunehmend für die preiswerteren PCs verfügbar war. 2004 musste SGI daher seine Grafiksoftware-Sparte verkaufen. Silicon Graphics versuchte sich darauffolgend als Supercomputer-Spezialist neu zu positionieren, was nicht gelang. Zwischenzeitlich hatte Silicon Graphics sogar den Supercomputer-Hersteller Cray übernommen, aber nach vier Jahren wieder abgestoßen.

Das Unternehmen musste 2006 und 2009 Gläubigerschutz nach Chapter 11 beantragen. Kurz nach der zweiten Insolvenz wurde SGI von Rackable Systems übernommen, einem Spezialisten für Server und Storage-Lösungen. Rackable benannte sich daraufhin in SGI um.

Lösungen und Techniken ergänzen sich gut

In den letzten Jahren beschäftigte sich Silicon Graphics dann mit Big-Data-Lösungen. Der HP-Enterprise-Manager Antonio Neri sagte dem Wall Street Journal, SGI verfüge über Systeme mit außerordentlich hoher Speicherleistung, die es ermöglichten, große Datenbanken zu betreiben. Dies sei ausschlaggebend für die Übernahme gewesen.

Analysten wie Crawford Del Prete von IDC erachten die Übernahme von SGI durch HP als strategisch sinnvoll. Aus ihrer Sicht ermöglicht dieser Schritt dem derzeitigen Server-Marktführer, seine Präsenz in diesem margenträchtigen Segment weiter auszubauen.

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