Studie von Red Hat zur Adaption von Container-Technologien Hybrid Cloud treibt die Container-Nutzung an

Redakteur: Ulrike Ostler

Container-Technologien sind das Rückgrat der modernen Anwendungsentwicklung, wie eine aktuelle Studie im Auftrag von Red Hat zeigt. Größtes Hindernis bei der Umsetzung sind fehlende Skills, der größte Ansporn dagegen: hybride Cloud-Infrastrukturen.

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Die effiziente Bereitstellung moderner Anwendungen in jeder Bereitstellungsumgebung – vor Ort, in einem verwalteten Rechenzentrum, in einer öffentlichen oder privaten Cloud – wird als entscheidende Fähigkeit eines digital effizienten Unternehmens angesehen. Dieses Ziel liegt den Containern und der Container-Orchestrierungstechnologie zugrunde.
Die effiziente Bereitstellung moderner Anwendungen in jeder Bereitstellungsumgebung – vor Ort, in einem verwalteten Rechenzentrum, in einer öffentlichen oder privaten Cloud – wird als entscheidende Fähigkeit eines digital effizienten Unternehmens angesehen. Dieses Ziel liegt den Containern und der Container-Orchestrierungstechnologie zugrunde.
(Bild: RedHat: Containers and Kubernetes market dynamics report)

Container-Technologien helfen Unternehmen, die Entwicklung und Bereitstellung innovativer Applikationen voranzutreiben und mit den Herausforderungen hybrider Cloud-Infrastrukturen und Multi-Cloud-Umgebungen umzugehen. Software-Entwickler beschäftigen sich aber auch damit, um beruflich voranzukommen.

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Für die Studie wurden zwischen Januar und März 2021 insgesamt 574 IT-Profis mit technischen und geschäftsbezogenen Aufgaben in der EMEA-Region befragt. 91 Prozent derjenigen, die mit der Entwicklung und Bereitstellung von Anwendungen befasst sind, stuften dabei Container als wichtig oder von hoher Priorität ein – und das nicht zuletzt deshalb, weil sie Container als Karrieresprungbrett betrachten.

Immerhin 40 Prozent nannten als Hauptgrund für ihr großes Interesse das berufliche Vorankommen im eigenen oder auch in einem anderen Unternehmen. 30 Prozent geht es in erster Linie darum, neue Arten von Anwendungen bereitzustellen, und 19 Prozent wollen Fachabteilungen besser unterstützen.

Allerdings offenbart die Studie einige regionale Unterschiede: Während beispielsweise in den Niederlanden 46 Prozent und im Nahen Osten sowie Afrika sogar 59 Prozent der Befragten ihre Karriere im Blick haben, sind es in Deutschland nur 27 Prozent – so wenig wie in keiner anderen Region. Den hiesigen Entwicklern und Software-Architekten liegt der Support ihrer Fachbereichskollegen stärker am Herzen (31 Prozent).

Für 46 Prozent der Befragten, die sich mit der Entwicklung und Bereitstellung von Anwendungen befassen, sind Container-basierte Anwendungen in den kommenden zwölf Monaten die Top-Priorität im Bereich Software-Entwicklung – noch vor einer höheren Qualität, Performance und Sicherheit von Anwendungen (43 Prozent) und vor einer Stärkung von Continuous-Integration- und Continuous-Delivery-Prozessen (32 Prozent).

Die große Begeisterung für Container darf indes nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Nutzung der neuen Technologien noch in den Kinderschuhen steckt. Knapp die Hälfte der Unternehmen (49 Prozent) befindet sich in der Sondierungsphase oder hat bislang nur einige, wenige Container-Workloads im Einsatz.

Lediglich 22 Prozent setzen Container bereits auf breiter Front im Produktivbetrieb ein. Allerdings planen fast alle Unternehmen, die sich bislang nicht mit dem Thema beschäftigt haben (25 Prozent), das in den kommenden 24 Monaten zu ändern.

Zu groß sind schlicht die Verheißungen von Container-Technologien, mit denen diejenigen Befragten, die Software entwickeln und bereits Erfahrung im Bereich Container gesammelt haben, beispielsweise die Cloud-Nutzung (33 Prozent) und Innovationen (31 Prozent) vorantreiben und die Skalierbarkeit ihres IT-Betriebs verbessern (30 Prozent) wollen. Für 34 Prozent von ihnen ist der größte technische Vorteil von Containern die Unterstützung hybrider IT-Betriebsmodelle, denn die Hybrid-Cloud ist in den meisten Unternehmen längst gelebte Realität. Daher streben sie nach Lösungen, die die Komplexität solcher Umgebungen reduzieren und die Produktivität verbessern.

Aktuell führen Unternehmen deshalb auch vor allem solche Container-basierten Anwendungen ein, die Integrationen mit internen IT-Systemen vereinfachen (43 Prozent von 524 Befragten) und die Skalierung bestehender Lösungen erlauben, die bislang keine Skalierungsmechanismen boten (35 Prozent von 524 Befragten).

Hilfe gesucht

Die größten Hindernisse bei der Einführung von Containern sind nach Einschätzung aller Befragten fehlende Skills und Trainings (40 Prozent), Kosten (34 Prozent) sowie begrenzte personelle Ressourcen (32 Prozent). Plattformen wie Kubernetes, die bei der Orchestrierung, Automatisierung und Verwaltung von Containern helfen, sind daher für den reibungslosen Einsatz der Technologien in Unternehmen entscheidend.

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Die Befragten sind sich dessen bewusst: 61 Prozent gaben an, dass sie Dienste zur Container-Orchestrierung benötigen. Allerdings halten 19 Prozent diese für zu komplex, um sie selbst zu implementieren. Bei der Wahl ihrer Lösungsanbieter achten Unternehmen unter anderem auf Usability und leicht zugängliche Schulungen – am wichtigsten ist ihnen jedoch, dass es sich um vertrauenswürdige Anbieter mit hoher Reputation handelt.

Die Umfrage zeigt, dass Container nicht mehr nur nice to have sind, sondern in vielen Unternehmen bereits einen geschäftskritischen Status erreicht haben. Je mehr Unternehmen erkennen, welche technischen Vorteile ihnen Container bieten und wie sie ihr Geschäft verbessern, desto mehr Unternehmen werden Container nutzen und sich damit einen Wettbewerbsvorteil sichern.

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