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Jahr der Wissenschaft 2014

Karlsruher KIT identifiziert 9 Megatrends für die digitale Gesellschaft

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Trend 3: Drahtlos vernetzte Sensoren

Stromnetze, Städte, Häuser und Verkehr: Alles wird smart. Die enge Verbindung von realer und digitaler Welt ermöglicht Anwendungen, die unser Leben einfacher und angenehmer machen. Dahinter stecken unter anderem Sensoren in Alltagsgeräten, die drahtlos Informationen austauschen.

Das Smartphone redet mit Haushaltsgeräten, der Stromzähler mit dem Energieversorger. Die entsprechenden Daten werden von den Sensoren häufig über das Internet an zentrale Speicher gesendet.

„Die Herausforderung dabei ist der Schutz der Privatsphäre“, sagt die Informatikprofessorin Martina Zitterbart. „Zwar sollen sich die Geräte im Haus abstimmen – aber Stromversorger oder gar andere Internetnutzer sollen daraus nicht auf mein individuelles Nutzungsverhalten schließen können, auf meine Arbeitszeiten, den Inhalt des Kühlschranks oder wann ich in Urlaub bin.“

In der Forschungsgruppe von Martina Zitterbart werden Lösungen entwickelt, in denen die Sensoren zusammenarbeiten und die Daten künftig so kombinieren und bündeln können, dass sie nicht mehr einer bestimmten Einzelperson zugeordnet werden können und die Privatsphäre geschützt bleibt. Beim Thema Datenschutz arbeiten Informatiker und Juristen des Zentrums für Angewandte Rechtswissenschaften am KIT eng zusammen.

Trend 4: Intelligente Energienetze

Informations- und Kommunikationstechnologien spielen für die Integration der erneuerbaren Energien eine wesentliche Rolle: Trotz der Schwankungen bei der Stromproduktion und der dezentralen Erzeugung und Einspeisung gilt es, eine stabile Energieversorgung zu gewährleisten.

„Um die erforderliche Flexibilität des Energieverbrauchs erschließen und ausnutzen zu können, sind neue Anreizsysteme und Mensch-Maschine-Schnittstellen erforderlich", sagt Professor Hartmut Schmeck.

Im Energy Smart Home Lab am KIT nutzen die Testbewohner intelligente Geräte im Haus; über Touchscreens, Tablets oder Smartphones tragen sie im Energy Management Panel ihre Präferenzen und kritische Rückmeldungen ein.

Während bei konventionellen Stromversorgungsnetzen die Erzeugung dem Verbrauch folgt, steuert ein Smart Grid auch den Verbrauch – abhängig von der Verfügbarkeit der elektrischen Energie im Netz.
Während bei konventionellen Stromversorgungsnetzen die Erzeugung dem Verbrauch folgt, steuert ein Smart Grid auch den Verbrauch – abhängig von der Verfügbarkeit der elektrischen Energie im Netz.
(Siemens AG)
„Zukünftig werden wir vermutlich in einem App-Store für zertifizierte Energiedienste die für uns am besten geeignete Unterstützung herunterladen können, mit der wir alle energetisch relevanten Komponenten in unserem Umfeld steuern können – angepasst an unsere persönlichen Präferenzen", so Schmeck: „Dazu gehören dann auch Dienste zur verlässlichen Vorhersage des lokalen Energieverbrauchs und der Energieerzeugung."

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