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Storage-Start-ups: Actifio Mit Copy Data die digitale Transformation befeuern

| Autor / Redakteur: Kriemhilde Klippstätter / Dr. Jürgen Ehneß

Das 2012 gegründete Unternehmen Actifio hatte sich mit „Copy Data Management“ (CDM), das auf der patentierten Technik der virtuellen Data-Pipelines (VDP) beruht, bereits einen Namen gemacht und bis heute rund 3.600 Firmen als Kunden gewonnen. Jetzt legt Actifio mit „10c“ eine neue Version seiner Software vor.

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Lösungsansatz: Eindämmung der Dublettenflut durch eine „Masterkopie“.
Lösungsansatz: Eindämmung der Dublettenflut durch eine „Masterkopie“.
(Bild: ©Tiko - stock.adobe.com)

Actifio virtualisiert die Daten – ähnlich wie damals VMware die Server virtualisiert hat. Statt viele – überflüssige – Kopien, die von Einzelsystemen erstellt wurden, abzuspeichern, erstellt Actifio eine „goldene“ Masterkopie. Dabei werden die Produktionsdaten unterbrechungsfrei im nativen Format erfasst und stehen dann bei Bedarf sofort zur Verfügung. Die Masterkopie wird nach dem Prinzip „incremental forever“ permanent aktualisiert, also praktisch aus den inkrementellen Änderungen und der Metadatenbank berechnet.

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Die Masterkopie liefert unzählig viele Kopien der Produktionsdaten für alle möglichen Anwendungsfälle. Also beispielsweise kann eine IT-Umgebung mit vielen Produktionsdaten für Software-Entwicklung, Test oder Datenanalyse auf Knopfdruck bereitgestellt werden. Dafür sind herkömmliche Methoden wie Backup oder Restore zu zeitaufwändig, andere Verfahren wie Snapshots belasten den laufenden Betrieb. Die virtuellen Kopien lassen sich sofort nutzen und weiterverarbeiten und belegen nur dann zusätzlichen Speicherplatz, wenn die Daten geändert werden.

Cloud, Containers und Copy Data

Ash Ashutosh, CEO von Actifio, präsentierte die neue Version „10c“, welche die zwei Jahre alte Version „Actifio 8“ ablöst, vor Weihnachten im Silicon Valley. „Wir haben die neue Version ,10c‘ genannt, um auf drei wichtige Elemente hinzuweisen, die unseren Kunden einzigartige Vorteile verschafft: Cloud, Containers und Copy Data“, wirbt der Firmenchef. Damit unterstütze die Firma auch deren Initiativen für die digitale Transformation etwa bei Anwendungsentwicklung, Analyse, Datensicherheit und Recovery sowie Sicherheit und Compliance.

Ash Ashutosh, CEO von Actifio, setzt mit der neuen Software-Version 10c auf die drei „C“: Clouds, Containers und Copy Data.
Ash Ashutosh, CEO von Actifio, setzt mit der neuen Software-Version 10c auf die drei „C“: Clouds, Containers und Copy Data.
(Bild: Actifio)

„Copy Data startet mit Backup und durchläuft den ganzen Weg bis zum Archiv“, beschreibt Ashutosh seine Sicht der Dinge. Die neue Lösung soll beispielsweise eine Schwäche vom traditionellen Backup beheben, das seiner Meinung nach „ein kostengünstiger Friedhof“ ist, während Actifio „sofortigen Zugriff und Wiederverwendbarkeit“ liefere. Für den CEO sind die Wiederherstellung, die Migration und das Disaster Recovery von virtuellen Maschinen eigentlich nur andere Spielarten von Copy Data Management.

Zeitgleich kopieren

So erlaubt das neue Programm, dass das Backup auf dem hauseigenen Objekt- oder NAS-Speicher und – zeitgleich – in die Cloud erfolgen kann. Ebenso lassen sich Daten zeitgleich in verschiedene Public Clouds kopieren und dann mehrfach für die unterschiedlichsten Aufgaben nutzen. Das Backup kann auch dafür genutzt werden, sogar mehrere TB-große Datenbanken in die Managed Container von Kubernetes zu klonen.

Zugleich ist man gegen Ausfälle und für Disaster Recovery gewappnet, da ja die Daten im nativen Format gespeichert sind. Deshalb ist 10c auch für Cloud-native-Services wie AWS Redshift oder Google Bigquery zur Datenanalyse verfügbar. Für das Backup der Daten aus dem heimischen Data Center auf Objektspeicher in der Cloud stellt Actifio sieben Public Clouds zur Auswahl: Amazon AWS, Microsoft Azure, Google Compute Platform, IBM Cloud, Oracle, VMware sowie das chinesische Alibaba.

Auch für den oft zeitraubenden Restore bietet 10c Abhilfe: Die Firma hat einen Tracking-Mechanismus implementiert, der es erlaubt, nur die Daten zurück zu speichern, die für die Wiederherstellung benötigt werden. Die Verlagerung der Daten von einem S3-kompatiblen Objektspeicher in einer Cloud auf eine Block-basierende Cloud-Speicherinfrastruktur löst Actifio mithilfe eines SSD-Cache-Speichers zwischen objekt- und blockbasierendem Speicher. „Man erhält SSD-Leistung für 20 Prozent der Kosten“, wirbt der Hersteller.

Automatisches Disaster Recovery

Besonders stolz ist die Firma aus Waltham, Massachusetts, auf ihre „One-Click Multi-Cloud DR Orchestration“. Anwender können damit Pläne für das Disaster Recovery erstellen und automatisch ausführen lassen. Dabei kann auch das Netzwerk so vorbereitet werden, dass Prioritäten für das Recovery gesetzt sind. Mit einem Klick wird im Schadensfall die Wiederherstellung entweder im eigenen Data Center oder in der Cloud gestartet.

Actifio 10c soll im ersten Quartal 2020 verfügbar sein. IBM, Dell EMC und Lenovo heißen Actifios strategische Partner. Als Cloud-Partner kommen Google, IBM Cloud, Fujitsu und Hitachi zum Zug, und als Systemintegratoren/Channel-Partner treten TCS, Data Trend, Data Endure, Trace3 und Sirius auf.

Ausblick und Fazit

IDC hat prognostiziert, dass bereits 2022 rund 70 Prozent der Unternehmen ein Cloud-Management implementiert haben werden – und zwar über ihre privaten und Public Clouds hinweg – und dabei einheitliche Verwaltungstechniken, Werkzeuge und Prozesse für hybride und mehrfache Clouds (Multi Clouds) einsetzen werden.

Die Funktionen von Actifios 10c-Plattform erlauben Anwendern eine schnelle Datenwiederherstellung, beflügeln eine Modernisierung der hauseigenen Data Center und unterstützen sie auf dem Weg zur digitalen Transformation. CEO Ashutosh drückt das so aus: „Dadurch, dass 10c Daten sofort dort verfügbar macht, wo sie gebraucht werden, beschleunigt die Software die Reise in die Cloud. Beginnend mit der Nutzung der Cloud-Ressourcen für Backup, Disaster Recovery und Wiederherstellung nach Cyberattacken, lassen sich diese Daten dann wiederverwenden für schnellere DevOps, Analyse und Governance-Applications.“

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