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Avanade-Studie Nachholbedarf bei Home- und Remote-Office

Von Heidi Schuster

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Der Großteil deutscher Unternehmen behauptet, das richtige Gleichgewicht zwischen Hybrid- oder Remote-Work gefunden haben. Eine Studie von Avanade zeigt aber, dass Selbsteinschätzung und Realität auseinanderklaffen.

Ein Homeoffice-Angebot und ein moderner Arbeitsplatz gehören heute zum guten Ton eines Unternehmens.
Ein Homeoffice-Angebot und ein moderner Arbeitsplatz gehören heute zum guten Ton eines Unternehmens.
(Bild: AndSus- stock.adobe.com )

In Zeiten von Fachkräftemangel und der Pandemie ist es wichtig geworden, Arbeitnehmer glücklich zu machen und sie so ans Unternehmen zu binden. In einer Studie von Avanade, für die 2.100 Führungskräfte in 15 Ländern befragt wurden, behaupten 99 Prozent in Deutschland und 98 Prozent weltweit, dass ihr Unternehmen Maßnahmen zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen für die Belegschaft ergreift. Weitere 87 Prozent (global: 85 %) berichten, dass hybride Arbeit oder Arbeiten vom Wunschort aus eingeführt wurden. Bei einem genaueren Blick zeigt sich jedoch, dass die Realität auf der Ergebnisseite von dieser Selbsteinschätzung abweicht. Das liegt an einem Mangel an Technologie, Sicherheit und Flexibilität.

In der Studie gaben nämlich 61 Prozent (60 % weltweit) der Befragten in Deutschland an, dass sie ihren Mitarbeitern eben keine wirkliche Wahlmöglichkeit hinsichtlich des Arbeitsortes und der Arbeitszeiten böten. 62 Prozent (63 % weltweit) tätigten entgegen ihrer Gesamteinschätzung die Aussage, dass sie es ihrer Belegschaft noch nicht ermöglicht hätten, einfacher auf die für Hybride und Remote-Work erforderlichen Tools und Anwendungen zuzugreifen. 60 Prozent (61 % weltweit) haben keine Cloud-basierten Plattformen für den Wissensaustausch eingeführt, und mit 56 Prozent (55 % weltweit) verfügt über die Hälfte der deutschen Unternehmen über kein adäquates Sicherheitsmodell, das es allen Mitarbeitern ermöglicht, ortsunabhängig sicher zu arbeiten.

Enorme Einbußen

Halten Unternehmen jedoch ihre Versprechen nicht ein, kann sie das Millionen kosten, so die Studie. Die Befragten schätzten, dass erfolgreich umgesetzte Workplace-Experience-Programme – forciert durch eine gemeinschaftliche Herangehensweise von IT-, Personal- und operativen Führungskräften – im Jahr 2021 ein durchschnittliches Wachstum von 6,5 Prozent (6,7 % weltweit) erzielt hätten. Basierend nur auf den Umsätzen der teilnehmenden Unternehmen, bedeutet das, dass die ungenutzten Wachstumsmöglichkeiten gemäß den obigen Angaben zwischen rund 35 Millionen und über 6 Milliarden Euro liegen könnten.

Neben finanziellen Vorteilen hat die Studie auch gezeigt, dass die Unternehmen in den vergangenen zwölf Monaten umfassend auf fortschrittliche Strategien für die Gestaltung ihrer Arbeitsplätze gesetzt haben. Die entsprechenden Maßnahmen haben sowohl für die Mitarbeiter als auch für die Unternehmen in Deutschland erhebliche Vorteile mit sich gebracht. Zu den wesentlichen Mehrwerten zählen folgende durchschnittliche Werte:

  • 6,85 Prozent (6,83 % weltweit) Verbesserung der Gesamtproduktivität,
  • 7,18 Prozent (6,7 % weltweit) erhöhte Mitarbeiterbindung,
  • 6,33 Prozent (6,92 % weltweit) bessere Kundenzufriedenheitsergebnisse,
  • 6,23 Prozent (6,48 % weltweit) Anstieg der Börsenbewertung,
  • 6,40 Prozent (6,34 % weltweit) niedrigere Kosten.

Langfristig gesehen, sind weltweit 72 Prozent der besten Unternehmen im Bereich Workplace-Experience der Meinung, dass sie auf die Zukunft der Arbeit vorbereitet seien, verglichen mit 33 Prozent der relativ schlechtesten. Ebenso sind 91 Prozent der Top-Performer global zuversichtlich, dass sie bereits den richtigen hybriden Arbeitsansatz erreicht hätten; bei den Schlusslichtern kam nur etwa die Hälfte zu dieser Einschätzung; Zahlen für Deutschland wurden an dieser Stelle nicht erhoben.

„Die Signale unserer Studie sind recht eindeutig,“ bilanziert Veit Siegenheim, weltweit zuständiger Leiter des Bereichs Modern Workplace bei Avanade. „Ein ganzheitlicher Ansatz für das Arbeitsplatzerlebnis ist von entscheidender Bedeutung. Er kommt sowohl den Unternehmen als auch ihrem wichtigsten Kapital zugute – ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Je länger Führungskräfte zögern, Maßnahmen zu ergreifen, desto weiter fallen sie zurück. Sie riskieren dabei, sowohl finanziell als auch im Kampf um Talente den Kürzeren zu ziehen.“

Details zur Studie

Avanade hat das Marktforschungsunternehmen Vanson Bourne beauftragt, zwischen Oktober 2021 und Januar 2022 eine Studie zur Arbeitsplatzerfahrung („Workplace Experience“) durchzuführen. Im Rahmen dieser Erhebung wurden weltweit 2.100 leitende Entscheidungsträger aus den Bereichen IT, Personal/HR sowie den operativen Geschäftsbereichen befragt. Die Teilnehmer stammten aus Unternehmen mit 1.000 oder mehr Mitarbeitern und mit einem Jahresumsatz von mehr als 500 Millionen US-Dollar. Berücksichtigt wurden verschiedene Branchen, wobei der Schwerpunkt auf Finanzdienstleistungen, Gesundheitswesen, Fertigung und Einzelhandel lag.

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