Das passende Speichersystem: Auswahlkriterien

NAS für den Unternehmenseinsatz

| Autor / Redakteur: Hannes Heckel / Tina Billo

Hannes Heckel ist Director Marketing bei Fast LTA.
Hannes Heckel ist Director Marketing bei Fast LTA. (Bild: Fast LTA)

Dass ein beliebig großer Speicher auf jeden Fall in absehbarer Zeit zu klein ist, gehört zu den großen Phänomenen der IT. Daher sollte bei der Auswahl eines NAS-Systems darauf geachtet werden, dass dieses skalierbar ist. Welche weiteren Eigenschaften sie mitbringen sollten und was das Silent Brick System von Fast LTA bietet, erläutert Hannes Heckel.

Einfach mal schnell mehr Speicherplatz schaffen... Diese simple Anforderung ist aufgrund der am häufigsten verwendeten Technologie gar nicht so einfach zu erfüllen. RAID-Systeme lassen sich nämlich nicht ohne größeren Aufwand erweitern, da die zur Absicherung gegen Datenverlust notwendigen Parity-Informationen über alle Datenträger verteilt gespeichert sind. Die Parity-Struktur ist also, einmal festgelegt, nicht mehr veränderbar. Auch der Tausch einzelner Festplatten gegen größere Modelle schlägt fehl – RAID-Konfigurationen verlangen gleiche, in den meisten Fällen sogar identische Modelle.

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Auf Kostentreiber achten

Neben den Anschaffungskosten sind natürlich auch die Betriebskosten in Betracht zu ziehen. Ein System, das eine niedrige Investition erfordert, kann sich auf lange Sicht als viel teurer herausstellen, wenn Wartungs- und Personalaufwand höher ausfallen. Vor allem eine zu heterogene Storage-Infrastruktur erzeugt hohe Kosten, da unterschiedliche Wartungsverträge koordiniert, verschiedene Konfigurationen betreut und oft auch spezielle Ersatzteilevorgehalten werden müssen.

Universal-Storage-Systeme lösen dieses Problem zwar, sind aber als reine High-End-Systeme entsprechend teuer. Dazu kommt, dass die allermeisten NAS-Systeme nicht ohne zusätzliche Datensicherung auskommen, was Investition, Betriebskosten und Komplexität weiter in die Höhe treibt.

Professionelle Datensicherung ist alternativlos

Das aufwändigste und wichtigste Kriterium bei der Auswahl eines Speichersystems für Unternehmensdaten ist jedoch: Wie sicher sind die Daten gespeichert, und was muss man gegebenenfalls noch tun, um Datenverlust vorzubeugen? RAID-Systeme – oder allgemein nicht-lineare, überschreibbare Datenträger – erfordern eine zusätzliche Absicherung. Insbesondere die zunehmende Bedrohung durch Viren-Angriffe (vor allem Ransomware wie Wannacry) macht eine professionelle Datensicherung alternativlos.

Aber auch Fehlkonfigurationen, Benutzerfehler und nicht zuletzt Hardware-Ausfälle stellen ein hohes Risiko dar. Bei RAID-Systemen, die wie oben beschrieben meist auf identischen Datenträgermodellen basieren, kommt es oft zu korrelierten Ausfällen, die nicht der rechnerischen Ausfallwahrscheinlichkeit entsprechen.

Hintergrund sind die identischen Produktionschargen, was gleiche Lebensdauer und gleiches Risiko der Datenträger zur Folge hat. Fällt eine der eingesetzten Festplatten aus, muss in relativ kurzer Zeit auch mit dem Ausfall weiterer Laufwerke im gleichen System gerechnet werden. Bei typischen RAID-Konfigurationen ist aber schon der Ausfall eines Datenträgers als kritisch anzusehen, weshalb in so einem Fall zur sofortigen Migration der Daten auf ein neues System geraten wird.

Silent Bricks als NAS

Einen anderen Ansatz als herkömmliche NAS-Systeme geht FAST LTA mit den Silent Bricks. Das Speichersystem basiert auf einer modernen Storage-IT mit Slots für Silent Brick Speichercontainer, die es in Konfigurationen mit SSDs (3, 6 oder 12 TB brutto) und Festplatten (12 oder 24 TB brutto) gibt. Das Konzept ist von Haus aus auf Datensicherheit und Modularität ausgelegt. Silent Bricks sind, da herausnehmbar, offline-fähig und tauschbar.

Elastisch skalierbar

Im Silent Brick System stehen pro Controller 5 Slots zur Verfügung, die sich durch Hinzufügen von Extension Shelves um je 14 Slots erweitern lassen. Die Online- Kapazität lässt sich somit jederzeit, auch nachträglich, fast beliebig durch Hinzufügen von Slots beziehungsweise Silent Bricks erweitern. Die Kosten hierfür halten sich im Rahmen, da statt der gesamten Storage-IT ja nur reine Speicher-Container hinzugefügt werden müssen. Dabei kann die Größe und Ausfertigung der Speicher-Container je nach Anforderung entsprechend gewählt werden.

Im Silent Brick System stehen pro Controller fünf Slots zur Verfügung, die sich durch das Hinzufügen von Extension Shelves um je 14 Slots erweitern lassen.
Im Silent Brick System stehen pro Controller fünf Slots zur Verfügung, die sich durch das Hinzufügen von Extension Shelves um je 14 Slots erweitern lassen. (Bild: Fast LTA)

Offline skalieren Silent Bricks zudem unendlich, da sie ja einfach aus dem Online- System entfernt werden können. Die physikalische Auslagerung "alter" Daten ist also ohne Einschränkungen möglich, denn bei Bedarf kann ein Offline-Container innerhalb von Sekunden wieder im System online verfügbar gemacht werden.

Flexibel konfigurierbar

Eine besondere Eigenschaft der Silent Bricks ist die Flexibilität in Konfiguration und Anbindung innerhalb des gleichen Systems. Silent Bricks können einzeln als überschreibbares NAS mit dual oder triple Parity oder als SecureNAS mit linearer Speicherung und vierfacher Redundanz per Erasure Coding konfiguriert werden.

Die Anbindung erfolgt entweder mit den klassischen NAS-Protokollen (SMB- und NFS-Shares, NAS und SecureNAS) oder als VTL (SecureNAS), was den Einsatz als Tape-Ersatz ermöglicht. Optional wird zudem eine WORM-Versiegelung per Hardware (SecureNAS) angeboten, was die manipulationssichere Speicherung und damit die revisionssichere Archivierung ermöglicht. Alle Möglichkeiten stehen sowohl für SSD- als auch für Festplatten-basierte Modelle zur Verfügung.

Die Silent Bricks von FAST LTA sind elastisch skalierbar, flexibel konfigurierbar und sicher.
Die Silent Bricks von FAST LTA sind elastisch skalierbar, flexibel konfigurierbar und sicher. (Bild: Fast LTA)

Datensicherung inklusive

Als SecureNAS weist der Silent Brick eine Besonderheit auf: Daten werden rein linear auf die Datenträger gespeichert. Wie bei einem Tape werden neue Daten einfach hinten angehängt. Das Löschen einer Datei sorgt dabei nicht dafür, dass der entsprechende Speicherplatz überschrieben wird. Diese Art der Speicherung ist besonders sicher, da Datenmanipulation, etwa durch Ransomware, ins Leere läuft. Da die neuen, verschlüsselten Daten ja einfach nur als neue Version hinten angehängt werden, kann jederzeit die Vorgängerversion restauriert werden. Fast LTA nennt dieses Prinzip Continuous Snapshot, da jede Änderung rückgängig gemacht werden kann.

Nur ein vollständiges Löschen und Überschreiben würde tatsächlich zu Datenverlust führen. Dies kann über die optionale WORM-Versiegelung per Hardware ebenfalls verhindert werden, was eine revisionssichere Archivierung ermöglicht.

Silent Bricks als NAS

Wie ein herkömmliches NAS lassen sich Silent Bricks als überschreibbare Volumes mit dual oder triple Parity (RAIDz) konfigurieren und per SMB- oder NFS-Share anbinden. Die Kapazität lässt sich jederzeit erweitern, die Software erzeugt bei mehr vorhandenem Speicherplatz bei Bedarf einfach größere Volumes, die sich auch über mehrere Silent Bricks erstrecken können. Eine Absicherung, etwa über eine Backup-Software, wird empfohlen.

Alternativ können Silent Bricks auch als SecureNAS mit vierfacher Redundanz betrieben werden. Die hohe Redundanz und die lineare Speicherung fungieren mittels Continuous Snapshot als integrierte Datensicherung. Auf ein Backup kann hierbei verzichtet werden, insbesondere, wenn mittels Replikation eine Offline-Kopie zur zugriffssicheren Lagerung erstellt wird. Diese Art der Speicherung erspart zusätzliche Backups, ist jedoch nur für mehrheitlich unstrukturierte (statische) Daten geeignet, die sich kaum mehr ändern und selten im Zugriff sind. Eine typische Anwendung ist der File-Server für Mitarbeiter oder Abteilungen.

Die Kombination beider Technologien kann helfen, Kosten für Primärspeicher und Backups erheblich zu reduzieren – so wie Gartner das im Bericht "How to Cut Data Protection Costs for Disk-Based File Archives" beschreibt.

* Hannes Heckel ist Director Marketing bei Fast LTA

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