Pure Storage kündigt NVMe over Fibre Channel, FlashArray//C60 R3 und FlashArray//C40 R3 an Neuer Einstieg in die All-Flash-Welt

Autor / Redakteur: Michael Matzer / Dr. Jürgen Ehneß

Pure Storage verringert mit der Implementierung von NVMe over Fibre Channel die Latenzzeit auf seinen FlashArrays um bis zu 50 Prozent. Sowohl FlashArray als auch FlashBlade erhalten Schutz vor Ransomware durch den „SafeMode“. Beide Modellreihen erweitern ihre Unterstützung für File-Services.

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All-Flash-Spezialist Pure Storage baut sein Portfolio aus – und sorgt für mehr Speichersicherheit.
All-Flash-Spezialist Pure Storage baut sein Portfolio aus – und sorgt für mehr Speichersicherheit.
(Bild: Pure Storage)

Pure Storage hat seinem All-Flash Array mit Purity 6.1 ein Betriebssystem-Update spendiert. FlashArray//C ist für hohe Kapazität ausgelegt und umfasst QLC-NAND-Speichermodule. Vor einem Jahr wurde das FlashArray//C60 Release 2 mit zweierlei QLC-Flash-Modulen ausgestattet, so dass es Module mit 24,7 Terabyte (TB) oder Module mit 49,4 TB aufnehmen konnte.

Das ließ eine maximale Rohkapazität von 1,39 Petabyte (PB) im System zu. Die effektive Kapazität liegt durch Deduplikation, Kompression und so weiter je nach Workload im Verhältnis 3:1 oder 5:1 höher als die Rohkapazität.

Weil das Release 3 von FlashArray//C60 mit einer neuen CPU und einem neuen Controller ausgestattet wurde, beträgt die neue maximale Kapazität nun 1,8 PB an Rohdaten. „Diese kann der Kunde besser für Backups nutzen, denn die neue Software erlaubt die dreifache Anzahl von Snapshots gegenüber R2“, hebt Markus Grau, Principal Technology Strategist bei Pure Storage hervor, „und die Daten lassen sich nun länger aufbewahren.“

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Das FlashArray//C60 R3 bietet nun feinkörnigere Upgrade-Optionen. Die QLC-NAND-Packs umfassten bisher zehn oder 14 DirectFlash-Module. Jetzt bietet Pure Packs ab zwei QLC-Drives an. Der Kunde kann sie theoretisch kombinieren, selbst wenn es für die Kombinationen technische Hürden zu beachten gilt.

Mit dem neuen FlashArray//C40 will Pure seinen Kunden eine kleinere Einstiegsgröße bieten. Das FlashArray//C40 startet mit zehn und lässt sich mit bis 20 DirectFlash-Modulen von 247 TB auf bis zu 494 TB erweitern. Zum Vergleich: Das FlashArray//C60 R3 skaliert von 345 TB bis 1,8 PB Rohkapazität. Kunden können von FlashArray//C40 auf das FlashArray//C60 unterbrechungsfrei upgraden. „Natürlich bieten wir auch für das FlashArray//C40 eine Evergreen-Subskription an“, erläutert Grau.

Unterstützung für NVMe over FC

Die neue Version 6.1 seines Betriebssystems Purity//FA hat Pure in allen seinen FlashArrays implementiert. Die neue Version unterstützt neben FibreChannel (FC), iSCSI sowie SMB und NFS nun auch NVMe over Fabrics over FibreChannel. NVMe over Fabrics over Ethernet (RoCEv2) hat Pure bereits unterstützt. „NVMe ist wichtig für NAND-Speicher“, verdeutlicht Grau, „und ist nun auch Ende-zu-Ende vom Server bis zum NAND-Modul selbst verfügbar.“ Da NVMe bekanntlich eine parallele Datenverarbeitung erlaubt, senkt seine Implementierung nach Graus Angaben die Latenzzeiten um bis zu 50 Prozent.

NVMe over Fabrics sei bisher nur auf Linux verfügbar gewesen, ist nun aber auch auf VMware vSphere 7 zu nutzen. Das bedeute, es lasse sich nun in virtualisierten Umgebungen verwenden, so etwa auch für VMware Tanzu und AWS Outposts. Auch Low-Latency-Dienste lassen sich laut Grau beschleunigen: Online-Buchungen, Netzsuchen, E-Commerce, Software-Entwicklung und so weiter.

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Replikation

Weil nun die Replikation im Active Cluster auch über die Fibre-Channel-Infrastruktur statt nur über Ethernet möglich sei, ergäben sich ein operativer Vorteil sowie ein Speed-Vorteil von bis zu drei Prozent. Das sei beispielsweise von Vorteil für Low-Latency-Bereiche wie Aktienhandel und Finanztransaktionen, die auf eine Replikations- und Failover-Struktur angewiesen sind, sollte das Hauptsystem einmal ausfallen. ActiveCluster ist mit dem Pure1 Cloud Mediator integriert. Der Cloud Mediator soll es überflüssig machen, einen „Zeugen“ auf einer dritten Instanz hinzuzuziehen, und soll es erlauben, eine dritte Lokation für die Datenwiederherstellung an jedem beliebigen Ort hinzuzufügen.

Ransomware-Schutz

Neu ist die Implementierung des Safe Mode in FlashArray wie auch in FlashBlade. Indem gesicherte Daten wie etwa Backups unveränderlich gemacht worden sind, sollen sie gegen Ransomware-Attacken gefeit sein. „Für Löschungen ist künftig das Vier-Augen-Prinzip erforderlich“, streicht Grau heraus. Das soll die Datensicherheit erheblich erhöhen.

FlashBlade

Pure hat seine Modellreihe FlashBlade ist mit dem neuen Betriebssystem Purity//FB 3.2 ausgestattet. FlashBlade ist für den Unified-Fast-File-and-Object-Service (UFFO) ausgelegt. Dieser soll es Kunden erlauben, aus Premium- und Ultra-Performance-Tiers zu wählen. Damit sollen sie nicht nur herkömmliche Datei- und Cloud-Objekt-Workloads unterstützen können, sondern auch eine Vielzahl von Anforderungen für KI- und ML-Verfahren, Hochleistungsberechnungen und Software-Entwicklung erfüllen können.

„Wir haben den SMB-Protokoll-Stack neu geschrieben, um besser mit Windows Clients sprechen zu können“, berichtet Grau. Der Vorteil bestehe in einer höheren Performance, und der SMB-Service weise eine bessere Skalierung zu allen Blades in einem Cluster auf, was den Windows-Anwendungen zugutekomme. Zudem würde das Diensteportfolio von FlashBlade erweitert, darunter Replikation, File System Rollback und SafeMode-Snapshots für SMB-basierte Workloads.

Der native SMB-Support erweitert den Kreis der Anwendungsbereiche. Dazu zählt zunächst Backup & Fast Restore, um SQL-Server-Umgebungen zu sichern und einen Restore schnell auszuführen. Pure hat SQL Server Backup geprüft und herausgefunden, dass Geschwindigkeiten von über 1 TB/min für SQL-Farmen erreichbar sind.

Ebenso verifiziert wurde der Einsatzbereich der Picture-Archiving-Systeme (PACS), der beispielsweise im Bereich von Röntgenaufnahmen relevant ist. Je höher die Auflösung einer solchen Aufnahme, desto größer die resultierende Datei. Die Darstellung muss daher schneller werden, und dies leiste FlashBlade.

Ein neuer protokollübergreifender Dateizugriff verbessere sowohl die Sicherheit als auch die Interoperabilität zwischen SMB- und NFS-Nutzern (Windows und Linux), während Zugriffskontrolllisten für beide Protokolle bewahrt würden. Das stehe im Einklang mit Sicherheitsvorgaben der US-Bundesregierung. „PACS-Anbieter wie Fuji, Sectra oder IBM nutzen das SMB-Protokoll“, präzisiert Grau.

Auch im Object-Storage-Bereich mit S3 lassen sich Nutzerrichtlinien feinkörniger einstellen. Zusätzlich hierzu wird nun die Performance auf Nutzerebene für den File-Zugriff überwacht. Dies erfülle eine wichtige Nachfrage nach Transparenz in Echtzeit der aktivsten Nutzer und erlaube die einfachere und feinkörnigere statistische Analyse, um beispielsweise das Troubleshooting bei einzelnen Usern und einzelnen Nodes zu verbessern.

Vereinheitlichte REST-Programmierschnittstellen (APIs) und ein Python SDK sollen die Möglichkeiten zur Automation in den Angeboten FlashBlade, FlashArray und Pure1 verbessern. Auf einem FlashArray sollen File-Services VDI-Nutzerprofile sowie die Konsolidierung von File-Servern ermöglichen.

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