Activestor Ultra + PanFS 8: Hybrid-Array mit portierbarem Dateisystem

Panasas schwenkt auf nicht-proprietär um

| Redakteur: Tina Billo

Activstor Ultra kommt mit dem vollständig überarbeiteten und nun portierbaren parallelen Betriebssystem PanFS 8.
Activstor Ultra kommt mit dem vollständig überarbeiteten und nun portierbaren parallelen Betriebssystem PanFS 8. (Bild: Panasas)

Mit dem kürzlich vorgestellten Speichersystem Activestor Ultra will der bislang mit seinen NAS-Speichern den klassischen HPC-Markt bedienende Storage-Hersteller Panasas verstärkt im Unternehmenssegment Fuss fassen. "Schnell und einfach" lautet die Vermarktungsformel für das erstmals auf Standard-Hardware aufsetzende Hybrid-Array, das mit einer weiteren Neuerung aufwartet: PanFS 8, dem nach Aussage des Anbieters branchenweit ersten portierbaren Dateisystem.

Bei Activestor Ultra und PanFS 8 handelt es sich nach Panasas eigener Aussage um die bedeutendste Produktankündigung des Unternehmens seit einem Jahrzehnt. Mit den Lösungen schlage man gleich zwei neue Marschrichtungen ein: Zunächst setzt das modular aufgebaute Speichersystem nicht länger auf einem proprietären Design auf, vielmehr verwendet man jetzt handelsübliche Intel-Motherboards sowie Storage-Bausteine von Supermicro und damit Standard-Hardware.

Dies führt direkt zur zweiten Ankündigung: PanFS 8. Das von dem Hersteller entwickelte parallele Dateisystem wurde komplett überarbeitet und lässt sich nun unter Linux ausführen. Damit kann die Software auf Speicherplattformen von Drittanbietern portiert werden - Panasas öffnet sich also für OEM-Deals. Branchenexperten sehen die Abkehr von dem proprietären Modell nicht nur als Schritt hin zur Erschließung weiterer Märkte, sondern auch als Kampfansage an vergleichbare Dateisysteme an - allen voran Lustre.

Die Ankündigung von Activestor Ultra mit PanFS 8 nutzte Panasas zudem dafür, die Produktbezeichnungen der weiteren zur Familie zählenden Modelle zu vereinfachen. Die Systeme Activestor 18 und Activestor 20 sind jetzt unter dem Namen Activestor Classic erhältlich, das Activestor Hybrid- und Director-System wird ab sofort als Activestor Prime angeboten.

Im Zuge der Ankündigung von Activestor Ultra änderte Panasas zudem die Bezeichnungen für die weiteren der Familie zugehörigen Modelle.
Im Zuge der Ankündigung von Activestor Ultra änderte Panasas zudem die Bezeichnungen für die weiteren der Familie zugehörigen Modelle. (Bild: Panasas)

Integrierte Appliance

Gemäß Panasas ist das Hybrid-Array Activestor Ultra auf Leistung und Skalierbarkeit ausgelegt. Die Appliance-Lösung setzt sich aus einem Director und auf handelsüblicher Standard-Hardware beruhenden Speicherknoten zusammen. Weitere Bestandteile sind das PanFS 8-Dateisystem sowie das hauseigene parallele Datenzugriffsprotokoll Directflow. Neben diesem werden ebenfalls NFS- und SMB-Protokolle unterstützt.

Der als Control-Plane dienende Director kommt auf zwei Höheneinheiten mit vier Nodes, die jeweils mit einem Intel Xeon Broadwell-Vierkernprozessor des Typs E5-16340 v4 (Broadwell) ausgestattet sind. Des weiteren sind 96 GB DDR4-RAM und 8GB NVDIMM sowie als lokaler Speicher eine SSD mit 500 Gigabyte Kapazität an Bord. Die Netzwerkanbindung wird über 2x40- / 4x10-Gigabit-Ethernet-Netzwerkkarten von Chelsio realisiert.

Der Director ist unter anderem für die Verwaltung der Metadatendienste, des Namenraums, des Systemzustands sowie der zur Fehlerbehebung eingeleiteten Maßnahmen zuständig. Des Weiteren steuert er die verteilten Dateisystemoperationen und stellt Gateway-Funktionalitäten bereit.

Jeder Speicherknoten - vier pro 4HE-Gehäuse - verfügt über sechs Festplatten- und zwei SSD-Laufwerkseinschübe, die sich anforderungsgerecht bestücken lassen. Beispielsweise mit sechs bis acht klassischen 4-, 8- oder 12-Terabyte- (TB) Festplatten, null bis zwei SATA SSDs (2 oder 4 TB) beziehungsweise einer 2-TB-NVMe-SSD. Je nach Konfiguration sollen pro Einheit 6 bis 7,5 Gigabit pro Sekunde (GB/s) an Durchsatz erzielbar sein, in einem Rack mit zehn Gehäusen demzufolge 75 GB/s. Als Optionen für die Netzwerkverbindung stehen Gigabit-Ethernet, FDR- oder EDR-Infiniband oder Omnipath zur Auswahl.

PanFS 8

Mit PanFS 8 präsentiert Panasas zudem eine vollständig neu gestaltete Version seines parallelen Dateisystems. Durch die Portierung auf Linux lässt sich dieses nun mit Hardware, Treibern, Speichersoftware und Datenbanken nutzen, die auf Industriestandards beruhen. Dadurch könne man künftig Hardware unterschiedlichster Hersteller in seinen Produkten verbauen. Dies resultiere darin, dass sich Kosten niedrig halten ließen und Kunden eine breitere Palette an Optionen angeboten werden könne, erläutert Jim Donovan, Chief Sales & Marketing Officer bei Panasas im Gespräch.

Als weiteren Vorteil benannte er, dass sich der Einsatz des File-Systems somit nicht länger auf die eigenen Lösungen beschränke. Vielmehr sei es jetzt ebenso auf hierfür qualifizierten und entsprechend konfigurierten Storage-Plattformen anderer Hersteller lauffähig.

Jim Donovan, Chief Sales & Marketing Officer bei Panasas.
Jim Donovan, Chief Sales & Marketing Officer bei Panasas. (Bild: Panasas)

Die wichtigste am Software-Stack vorgenommene architektonische Änderung sei, dass Daten jetzt per dreistufigem Tiering auf den in punkto Zugriffseigenschaften für sie jeweils am besten geeigneten Speichermedien platziert würden. Dadurch ließen sie sich separat zu speichern - große Dateien, die bandbreitenlastige Workloads darstellen, auf kapazitätsstarken Festplatten, kleinere IOPS-intensive Files auf performanteren SSDs und Metadaten in einer dedizierten Datenbank auf dem NVMe-Laufwerk, dass sich durch eine niedrige Latenz auszeichnet. Dadurch könne eine optimierte Leistung für alle Datentypen und Arbeitslasten erzielt werden.

Mit PanFS ließen sich zahlreiche Aufgaben automatisieren, die ansonsten von Systemadministratoren erledigt werden müssen, führt Donovan weiter aus. Hierzu zähle beispielsweise die Integration neuer Knoten, die Wiederherstellung nach Knoten- oder Laufwerksausfällen, der Kapazitätsausgleich oder die Fehlerbehebung. Ebenso erforderten Workload-Änderungen keine manuelle Abstimmung oder Neueinstellung.

Die Version 8 von PanFS zeichne sich dadurch aus, dass sich Komponenten flexibler nutzen und Kosten durch die Lauffähigkeit auf Standard-Hardware senken ließen. Zudem ließe sich eine höhere Leistung zu einem wettbewerbsfähigen Preis erzielen, so das Unternehmen.
Die Version 8 von PanFS zeichne sich dadurch aus, dass sich Komponenten flexibler nutzen und Kosten durch die Lauffähigkeit auf Standard-Hardware senken ließen. Zudem ließe sich eine höhere Leistung zu einem wettbewerbsfähigen Preis erzielen, so das Unternehmen. (Bild: Panasas)

Leistungsstark, skalierbar und zuverlässig

Activestor Ultra mit PanFS ist laut Panasas eine leistungsstarke, linear skalierbare, einfach verwaltbare und zuverlässige Lösung. Die modulare Architektur und das Baukastensystem erlaube Unternehmen klein zu starten und das System bei steigenden Anforderungen bedarfsgerecht auszubauen. Darüber hinaus profitierten sie von den zahlreichen Automatisierungsfunktionen, die den Administrationsaufwand verringern und somit die Gesamtbetriebskosten (TCO) verringern würden.

ActiveStor Ultra soll zu Beginn der zweiten Jahreshälfte 2019 auf den Markt kommen. Die Mindestkonfiguration besteht aus einem Activestor Director mit vier Knoten sowie drei Activestore Ultra-Speichergehäusen.

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