Neuer CEO fokussiert die Speicher-Company

Quantum konzentriert sich auf Video und Rich Media

| Autor / Redakteur: Kriemhilde Klippstätter* / Tina Billo

Quantum verfolgt ein ehrgeiziges Ziel: Der Hersteller will die Nummer eins bei Videospeicherung und –verarbeitung werden.
Quantum verfolgt ein ehrgeiziges Ziel: Der Hersteller will die Nummer eins bei Videospeicherung und –verarbeitung werden. (Bild: gemeinfrei - © MaxPixel / CC0)

Quantums neuer CEO Jamie Lerner strukturiert die Company um und will unter dem Slogan "Drive the Business in new Areas" Lösungen für vertikale Märkte anbieten. Dabei hat er diejenigen im Blick, die riesige Datenmengen produzieren, allen voran Produzenten von Videos und Rich Media Content.

Die Quantum Corporation hat mal wieder einen neuen CEO. Diese Nachricht sorgt kaum mehr für Aufsehen, zu oft hat man sie in der Vergangenheit gehört. Meist folgte ein mehr oder weniger uninspiriertes "Weiter so".

Doch diesmal scheint der Bann gebrochen. Jamie Lerner hat im Juli 2018 das Zepter übernommen und in nur fünf Monaten die Company auf die Zukunft ausgerichtet. Und die soll sich nach dem Willen des CEO vor allem um die Speicherung von Video und Rich Media drehen.

Jamie Lerner, CEO der Quantum Corporation, will vertikale Märkte bedienen.
Jamie Lerner, CEO der Quantum Corporation, will vertikale Märkte bedienen. (Bild: © Kriemhilde Klippstätter)

Der Fuß ist schon längst in der Tür

Schon heute wartet der Anbieter laut Angaben von Lerner mit einer Erfolgsserie in diesem Bereich auf: "90 Prozent der Top-TV-Sender und 90 Prozent der Postproduction-Firmen nutzen Quantum – und das, weil wir die beste Streaming-Leistung bieten." Firmen wie Visual Data, die sich auf die Film-Nachbearbeitung spezialisiert haben, kämpfen zunehmend mit den gestiegenen Datenmengen von Filmen, die in der höheren 4K-Auflösung - 8K ist schon im Vormarsch - gedreht werden. Für die bietet Quantum das NAS-System Xcellis File Storage basierend auf dem StorNext-Filesystem an.

Das Quantum-Portfolio unterstützt Daten von der Entstehung bis zur Archivierung.
Das Quantum-Portfolio unterstützt Daten von der Entstehung bis zur Archivierung. (Bild: Quantum)

Neben dem Bereich der Unternehmensvideos – meist für Schulungszwecke – werden die Quantum-Speicher auch in der Industrie für die Materialprüfung eingesetzt: Hochauflösende Kameras fotografieren die hergestellten Werkstücke und produzieren dabei enorme Datenmengen, die zunächst zur Überprüfung auf der StorNext-Plattform abgelegt und später ins Artico-Archive Gateway oder in die Scalar-Bandbibliotheken wandern.

Hyperconverged Architecture bringt Analysewerkzeuge in die Speicher

Allerdings sind nach Ansicht von Lerner die Videodaten von herkömmlichen Speicherprodukten nicht gut gemanagt, denn "es fehlen die Möglichkeiten von Snapshots, von Clones, von Daten-Deduplizierung und –Kompression. Die Verlagerung der Daten in die Cloud ist umständlich und teuer."

Und was die Nutzung von Videos angeht, gibt es auch noch viel zu tun: "Die Suche und die Analyse von Videoinhalten ist komplex. Das führt dazu, dass man die vielen Informationen, die in Videos enthalten sind, nicht erntet", bemängelt der CEO. Er hat beobachtet, dass Journalisten die Sequenzen von gefilmten Sportereignissen per Hand katalogisieren um sie auffindbar zu machen. "Das ist zwar die richtige Idee aber die falsche Architektur", konstatiert er.

Für Videos werden bislang die herkömmlichen Speicherdienste nicht angeboten. Das will Quantum ändern.
Für Videos werden bislang die herkömmlichen Speicherdienste nicht angeboten. Das will Quantum ändern. (Bild: Quantum)

Als Lösung setzt er auf eine "Hyperconverged Architecture", die Analysewerkzeuge nutzt. Dazu müssen allerdings die Metadaten besser und der Metadatenkatalog breiter werden. Und das möglichst schnell, denn die Datenmenge von gespeicherten Videos und Rich Media steigt dramatisch: Fachleute prognostizieren, dass bereits im Jahr 2025 rund 80 Prozent aller gespeicherten Daten aus diesen Bereichen stammen.

Videos werden in Zukunft die meisten Daten erzeugen. Den lukrativen Markt will sich Quantum sichern.
Videos werden in Zukunft die meisten Daten erzeugen. Den lukrativen Markt will sich Quantum sichern. (Bild: Quantum)

Wachstumsmotor autonomes Fahren

Neben Video und Rich Media werden in Zukunft fahrerlose Fahrzeuge für einen Ansturm an Daten sorgen, die analysiert, verarbeitet und gespeichert werden müssen."Die 250 Millionen Twitter-User produzieren täglich etwa 100 GB an Daten. Ein einziges autonomes Testfahrzeug erzeugt 30 TB am Tag, also 3.000 mal so viel", hat Lerner ausgerechnet.

Für den Einsatz in Verkehrsmitteln hat Quantum kürzlich mobile Speicher auf den Markt gebracht, die mit SSDs oder Festplatten arbeiten und Kapazitäten von 46 TB (SSDs) und 60 TB (Festplatten) bereitstellen. Neben der hohen Kapazität warten die Mobilspeicher mit hohen Transferleistungen auf: Die Datenübertragungsrate bei der Version mit Harddisk beträgt 400 MB/s, beim Einsatz von SSDs sogar 1,6 GB/s.

Für die Speicherung von Daten aus Fahrzeugen hat Quantum kürzlich mobile Speicher mit großen Kapazitäten und hohen Transferraten vorgestellt.
Für die Speicherung von Daten aus Fahrzeugen hat Quantum kürzlich mobile Speicher mit großen Kapazitäten und hohen Transferraten vorgestellt. (Bild: Quantum)

Die Wiedergeburt von Tape

"Tape is coming back" konstatiert der Quantum-Chef und verweist auf die niedrigen Kosten dieser Art der Datenspeicherung. Insbesondere die großen Cloud-Anbieter hätten das Band als Medium entdeckt, zwar nicht für das Backup aber zur Archivierung oder für Desaster Recovery. "Es wird also Zeit, die vielen mentalen Beschränkungen rund um Tape aufzugeben", hofft der Firmenchef. Quantums Bandlaufwerke Scalar i3, i6 und i6000 fassen Datenmengen von 6 PB bis derzeit 360 PB.

Quantums Roadmap und Ziele

Nachdem im zweiten Halbjahr 2018 die mobilen Speicher und die neue Version 6.2 von StorNext präsentiert wurden, sollen im neuen Jahr die überarbeiteten Versionen der Backup-Appliances DXi sowie der QXS-Speicher (für blockbasierte Daten) auf den Markt kommen. Daneben wird eifrig daran gearbeitet, Künstliche Intelligenz und Datenanalyse in die Speicher zu bringen.

Das Ziel von Quantum: Speicherlösungen von der Datenerfassung über das Datenmanagement bis hin zur Datenintelligenz anzubieten.
Das Ziel von Quantum: Speicherlösungen von der Datenerfassung über das Datenmanagement bis hin zur Datenintelligenz anzubieten. (Bild: Quantum)

Ziel ist es von der bloßen Datenkapazität über das Datenmanagement zur Datenintelligenz zu kommen, um Fragen wie "wo ist dieses Objekt" oder "was wurde gesagt" schnell beantworten zu können. Den Schritt in die vertikalen Märkte will Lerner mit dem Slogan "we don’t sell IT, we support line of business" promoten.

* *Kriemhilde Klippstätter ist freie Autorin und Systemischer Coach (SE) in München.

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