Datenbankreplikation

Replikation und Cloud Computing in der Praxis

| Autor / Redakteur: Ales Zeman* / Florian Karlstetter

Wichtige Aspekte bei der Datenreplikation.
Wichtige Aspekte bei der Datenreplikation. (Bild: gemeinfrei - Fotocitizen / Pixabay / CC0)

Die Cloud gewinnt den Betrieb von Datenbanken angehend zunehmend an Bedeutung und entwickelt sich verstärkt zu einem Eckpfeiler der auf diesem Gebiet verfolgten Strategie. Doch werden diese in hybriden Umgebungen ausgeführt, steigen auch die an Verfügbarkeit und Kontinuität gestellten Anforderungen. Hier spielt die Datenreplikation eine wichtige Rolle, wie eine unter Oracle-Anwendern durchgeführte Befragung zeigt.

Eine von Unisphere Research unter Oracle-Anwendern durchgeführte Umfrage ergab, dass ein Großteil von ihnen die Migration ihrer Datenbanken in die Cloud erwägt. Gleiches gilt für Microsoft SQL Server.

Konkret bedeutet das, dass Oracle-Datenbanken bei 59 Prozent der befragten Unternehmen zum Erhebungszeitpunkt im März 2018 noch On-Premises liefen und nur bei 14 Prozent in der Cloud. Bei SQL Server-Datenbanken sieht das Verhältnis ein wenig anders aus: 70 Prozent der Firmen betreiben diese noch vor Ort und nur 13 Prozent in der Cloud.

Cloud auf dem Vormarsch

Die Präferenz des Hosting-Ortes verschiebt sich jedoch eindeutig in Richtung Cloud. So planen 52 Prozent der Unternehmen ihre Oracle-Datenbanken innerhalb der nächsten fünf Jahre in die Cloud auszulagern. Dadurch verringert sich der Anteil der On-Premises-Installationen auf dann 25 Prozent. Bei SQL Server sieht das Bild ähnlich aus. Über die Hälfte der Befragten (51 Prozent) geht davon aus, dass die Datenbanken in diesem Zeitfenster in die Cloud wandern und nur noch 24 Prozent vor Ort ausgeführt werden.

Die Untersuchung zeigt auch auf, dass die Migration relativ zügig erfolgen soll. So wollen 31 Prozent der Unternehmen die Umstellung bereits in einem Jahr abgeschlossen haben, weitere 32 Prozent spätestens in zwei bis drei Jahren. Lediglich elf Prozent sagten aus, dass sie bislang keine Cloud-Initiative planen, acht Prozent machten hierzu keine Angaben. Gegenüber den migrationsbereiten Unternehmen, die in Summe 81 Prozent ausmachen, fällt diese Gruppe jedoch vergleichsweise klein aus.

Paradigmenwechsel steht bevor

Insgesamt gewinnt die Migration in die Cloud also auch im Datenbanksegment allmählich an Fahrt. Die Umfrageergebnisse lassen darauf schließen, dass sich in den nächsten Jahren ein Paradigmenwechsel anbahnt. On-Premises-Lösungen werden von flexibler nutzbaren und umfassenderen Cloud-Lösungen zurückgedrängt. Dies gilt auch auf cloudgestützte Datenreplikationsdienste.

Generell halten Unternehmen die Replikation von Daten für essenziell, um Infrastrukturen sicher zu betreiben und Datendienstleistungen aufrechtzuerhalten. So setzen mittlerweile 89 Prozent der befragten Firmen Datenreplikationstechniken ein. Als attraktiv erachten sie dabei die von Cloud- oder Software-as-a-Service-Anbietern bereitgestellten Dienste. 59 Prozent sind der Auffassung, dass diese "einigermaßen wichtig" bis "sehr wichtig" für ihr Unternehmen seien.

Nachgefragt: Replikationsdienste aus der Cloud

Am häufigsten wird die Datenreplikation für die schnelle Notfall-Wiederherstellung von Daten genutzt (83 Prozent). Mit 49 Prozent der Nennungen nimmt das Verteilen von Meldearbeitslasten, die von Transaktionsdatenbanken stammen, den zweiten Platz ein. Ferner folgen die Datenintegration (41 Prozent), die Peer-to-Peer-Replikation (40 Prozent) die unternehmensweite Datenverteilung und -konsolidierung.

Wichtige Punkte bei der Datenreplikation

Die meisten befragten Anwender legen bei der Datenbankreplikation vor allem Wert auf eine geringe Latenz - mit 74 Prozent war dies das meistgenannte Kriterium bei der Bewertung dieser Dienste. Für 63 Prozent fallen einfach zu nutzende Vergleichs- und Synchronisationsfähigkeiten ins Gewicht. Infolge dessen, dass Daten von unterschiedlichen Quellen stammen, erachten 56 Prozent die Unterstützung heterogener Datenbanken als entscheidend. Dieselbe Prozentzahl wünscht sich auch eine einfache Konfliktlösung, falls Daten miteinander kollidieren.

Niedrige Kosten waren ein untergeordnetes Thema, nur 30 Prozent der Befragten sahen diesen Punkt als kritischen Faktor an. Noch geringer fiel mit 24 Prozent die Zahl derjenigen aus, für die das minimale Rollenprofil wichtig ist, auch maßen nur 14 Prozent der Unabhängigkeit von Datenbankanbietern einen Stellenwert bei.

Fazit

Ales Zeman, Sales Engineering Manager for Central Europe bei Quest.
Ales Zeman, Sales Engineering Manager for Central Europe bei Quest. (Bild: Quest)

Die Ergebnisse der Befragung hinsichtlich der Cloud-Nutzung und der dominanten Rolle, die die Replikation einnimmt, lässt den Schluss zu, dass entsprechende Cloud-Lösungen künftig das IT-Portfolio von Unternehmen prägen werden. Besonders die Flexibilität skalierender Services ermöglicht ihnen, die Integrität ihrer Datenbanken zu verbessern und diese standortunabhängig effizienter zu managen. Dadurch erhalten Administratoren den Raum, sich auf ihre Kernaufgaben zu konzentrieren.

Der Autor: Ales Zeman ist Sales Engineering Manager Central Europe bei Quest.

* Diesen Beitrag haben wir von unserem Schwesterportal CloudComputing-Insider übernommen.

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