Storage Area Networks (SANs) sind für viele mittelständische Unternehmen viel zu teuer und komplex. Gleichzeitig müssen aber auch sie immer mehr Daten verarbeiten und unterliegen denselben Ansprüchen an die Datensicherheit. Eine Lösungsmöglichkeit stammt von StorMagic.
StorMagic will den Usern nahezu unbegrenzte Möglichkeiten zur Storage-Kapazitätssteigerung ermöglichen – ohne SAN.
(Bild: monsitj - stock.adobe.com)
SANs gelten als komplex und teuer. Zunehmend hängen sie auch bei der Transportgeschwindigkeit hinter dem großen und siegreichen Rivalen Ethernet zurück. Für SMBs sind sie meistens schlicht keine besonders passende Alternative – sei es nun aus finanziellen oder Manpower-Gründen.
Auch am Edge ist das SAN aus ähnlichen Gründen meist nicht die optimale Alternative. Auch hier kommt es auf Schnelligkeit, Sicherheit und geringe Komplexität im Management und Set-up an.
Diese Situationen hatte die 2006 gegründete StorMagic im Auge, als sie ihren SAN-Ersatz SvSAN entwickelte. Die Idee: die gleiche Sicherheit und Zuverlässigkeit wie ein SAN zu bieten, aber auf Basis einfacher Commodity-Hard- und -Software und entsprechender Storage, ganz ohne separates Netzwerk.
Zwei Server reichen
SvSAN kombiniert pro Standort zwei Server mit beliebiger Hardware und beliebigen Hypervisoren. Auf diesen wird jeweils eine VM installiert, in der SvSAN läuft. Zwischen den beiden Servern wird unabhängig von der Distanz eine Verbindung mit mindestens 9 Kbit/s Bandbreite und maximal 3.000 ms Latenz benötigt.
Die beiden Server spiegeln sich synchron. Das heißt, sie enthalten automatisch dieselben Daten. Diese Daten landen auf den direkt an die beiden Server angeschlossenen oder darin eingebauten Massenspeichern. Auch hier sind Anwender frei in der Auswahl.
Das bedeutet angesichts neuer Anbindungstechnologien wie NVMe oF nahezu unbegrenzte Möglichkeiten zur Kapazitätssteigerung, ohne dass dafür ein separates Storage-Netz angelegt werden müsste. Zudem lassen sich Storage-Kapazität mit dem Bedarf unkompliziert steigern, indem man einfach mehr Storage an einen Server anschließt.
Witness-Knoten aus der Wolke
Fällt einer der beiden Server, die eine Site absichern, aus, übernimmt sofort sein Pendant. Daten gehen also nicht verloren. Anwender können zudem einen eigenen Witness-Knoten aufbauen, auch hier ein Server, auf dem beliebige Betriebssysteme oder Hypervisoren nebst der entsprechenden VM laufen. Auch Container werden unterstützt, ohne dass man CSI-Treiber braucht.
Den Witness-Dienst stellt aber StorMagic auf Wunsch auch aus der Cloud zur Verfügung. Ein korrekt aufgesetzter Witness kann bis zu 1000 Sites mit je zwei SvSAN-Servern absichern.
Die Grundkonfiguration von SvSAN besteht aus zwei Servern mit beliebigem Hypervisor oder Containerumgebung. Optional kommen ein Cloud- oder physischer Witness-Knoten hinzu, der dann bis zu 1.000 Serverpaare überwacht.
(Bild: StorMagic)
Sparsame Ausrüstung
Gegenüber ähnlichen Technologien, die mindestens drei physische Server erfordern, sparen Anwender, die sich mit der Zwei-Server-Lösung zufriedengeben, ein Drittel. Besteht ein System aus mehr als einer Site, sind die Ersparnisse auch bei eigenem Witness-Knoten oder bei einem Witness-Knoten aus der Cloud beträchtlich, weil er so viele Sites überwachen kann.
Die Mindest-Storage-Kapazität jedes der beiden Server, die an einer SvSAN-Site beteiligt sind, beträgt 1 GB. In der Regel ist für hochverfügbare virtuelle Storage-Netze erheblich mehr erforderlich. Beim lokalen Netzwerk gibt sich die Lösung mit 1 Gbit/s zufrieden.
Daten werden nicht auf Ebene des Betriebssystems oder des Hypervisors verschlüsselt, sondern auf Ebene der VM mit einem FIPS 140-2-gemäßen Verfahren und einem XTS-AES-256-Bit-Schlüssel. Jedes beliebige Schlüsselmanagement eignet sich zur Verwaltung der Keys. Auch StorMagic selbst bietet mit SvKMS einen entsprechenden Service an.
Typische Anwendungsfelder
Typische Anwendungsfelder sind die Lagerwirtschaft, POS-Implementierungen, Videoüberwachung, IoT-Umgebungen, digitale Signaturumgebungen und das Lieferwesen. In kleinen Unternehmen können die Daten aller wichtigen Anwendungen im SvSAN zusammenfließen.
Das Preisschema ist einfach: Eine Lizenz für einen Server mit 1 TBSpeicherkapazität kostet 1.440 US-Dollar Listenpreis. Dazu kommen Wartung und Support, für die die Optionen ein, drei und fünf Jahre zur Wahl stehen. Beim Support gibt es die Varianten 24*7 (Platin) und 5*8 (Gold). Einstiegspreis sind 3.166 US-Dollar pro Jahr und Server.
Wichtigste Funktionen inklusive
Mit dem Produkt kommen die Funktionen synchrone Spiegelung, Volume-Migration, VAAI-Support sowie die Möglichkeit, Stretch- oder Metro-Cluster aufzubauen. In VMware-Umgebungen funktioniert der VSA-Restore. Management und Monitoring einschließlich Leistungsstatistiken werden zentral abgewickelt.
Optionale Funktionen sind Datenverschlüsselung (600 US-Dollar/Knoten), Predictive Storage Caching (600 US-Dollar/Knoten), der Witness-Service (ab 810 US-Dollar pro Jahr) und SvKMS-Schlüsselmanagement ab 2.000 US-Dollar pro Site.
StorMagic hat eine gut entwickelte Reseller-Infrastruktur in Deutschland. Beispiele für Hersteller, die die Produkte führen, sind Bechtle, Cancom, Thoma Krenn oder Computacenter. Strategische Partner snd unter anderem Bytec, Extra Computer und Prianto. Zu den Kooperationspartnern auf der Hardwareseite zählen HPE und Lenovo.
Stand: 08.12.2025
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Ablösung fürs SAN
Jüngst konnte mit der Witholz GmbH ein weiterer deutscher Mittelständler für das Produkt gewonnen werden. Der Holzhändler mit engen Verbindungen zum Holzbau aus Ühlingen-Birkendorf im Südschwarzwald hat eine Vertriebsniederlassung in der Schweiz. Die Firma beschäftigt 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
In dem Unternehmen löste SvSAN das bestehende physische SAN ab, weil unter anderem die Hochverfügbarkeitsanforderungen nicht erfüllt wurden. SvSAN läuft hier auf zwei HPE DL385-Servern mit je 2*256 GBMemory und 6 TB Storage. Das SvSAN arbeitet über 10-Gbit/s-Ethernet.
Die WST Präzisionstechnik GmbH ist ein metallverarbeitendes mittelständisches Unternehmen, das sich auf Fräs- und Drehteile spezialisiert hat. Firmensitz ist das baden-württembergische Löffingen. WST Präzisionstechnik beschäftigt 700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Mehr Leistung und weniger Lizenzgebühren
In Löffingen ist jetzt ebenfalls SvSAN im Einsatz. Hier bestand das Problem in einem ausufernden Datenwachstum, das kaum noch zu beherrschen war. Dazu kamen hohe Lizenzkosten und ein großer Administrationsaufwand für die Datenhaltung. Außerdem wollte das Unternehmen die Resilienz seiner Installation erhöhen.
Diese Ziele wurden durch SvSAN erreicht. Der Stretch Cluster kommt bis jetzt auf 100 Prozent Utime bei geringeren Kosten und höherer Leistung.
Als Hardware dienen ebenfalls HPE-DL385-Server mit VMware vSphere. Sie haben 512 MB Memory und 36 TB Storage. Hier läuft die Kommunikation über ein Netz mit 25-Gbit/s-Ethernet.
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