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Objektspeicher als dritte Säule der Datenspeicherung Scality bietet File- und Object-Storage unter einer Oberfläche

Autor / Redakteur: Kriemhilde Klippstätter / Dr. Jürgen Ehneß

Die vergangenen 15 Jahre haben die Speichertechnik ziemlich durcheinandergewirbelt und die Art und Weise verändert, wie Nutzer Daten und Anwendungen erzeugen und konsumieren. In dieser Zeit haben sich zusätzlich zu Block- und File-Storage auch Objekt-basierende Speicher etabliert. Scality bietet – und das ist ziemlich einzigartig – File- und Object-Storage in einem System.

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Scality hat sich von Anfang an auf große Datenvolumen spezialisiert.
Scality hat sich von Anfang an auf große Datenvolumen spezialisiert.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Objektspeicher gibt es seit Anfang der 2000er-Jahre, zunächst vor allem für Archivierungsaufgaben. Die Vorteile der neuen Art, die Daten abzulegen – insbesondere die detaillierte Metadatenerfassung und die flache und damit schnelle Speicherhierarchie –, ließen zuerst die Service-Provider aufhorchen: Die gespeicherten Objekte erhalten eine eindeutige Identifikationsnummer, mit der sie sich sofort auffinden lassen, egal, wo sie abgelegt sind. Zudem lassen sich die Speichersysteme einfach und nahezu grenzenlos erweitern.

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Zuerst war der Ring nur objektorientiert

Scality hat 2010 mit dem „Ring“ seine erste Objektspeicherlösung auf den Markt gebracht und an Service-Provider verkauft. Mittlerweile behauptet das Unternehmen, 60 Prozent der weltweit größten Anbieter in diesem Bereich als Kunden gewonnen zu haben und zig Milliarden Objekte für Online-Services zu speichern. „Nach drei Jahren haben wir gemerkt, dass Objektspeicherung alleine nicht ausreicht, wenn wir die Marktpräsenz erhöhen wollten“, erzählt Paul Speciale, Chief Product Officer den Werdegang von Scality.

Paul Speciale, Chief Product Officer bei Scality, bedient mit seiner Firma große Volumen an unstrukturierten File- und Objektdaten.
Paul Speciale, Chief Product Officer bei Scality, bedient mit seiner Firma große Volumen an unstrukturierten File- und Objektdaten.
(Bild: Scality)

In den Unternehmen lagern die unstrukturierten Daten auf File-Servern. Eine File-Präsentation war also Pflicht für die Ausweitung des Geschäfts. Aber wie? „Die meisten Mitbewerber kooperierten mit Gateway-Anbietern, die File zu Object verwandeln. Wir nicht“, erklärt der Manager. Stattdessen integrierte Scality das File-System (NFS und SMB) direkt in den Objektspeicher. Das bedeutet, dass alte File-Applikationen und neue, objektorientierte Anwendungen auf einer Maschine laufen können. Der Anwender entscheidet – ohne extra Lizenzgebühren –, ob er den Ring als File- oder Objektspeicher nutzt oder den gemischten Betrieb bevorzugt. „60 bis 70 Prozent der Kunden mischen File und Objekt im Ring“, berichtet Speciale.

Da sich Scality von Anfang an auf große Datenvolumen spezialisiert hat, zählen Firmen aus den entsprechenden Branchen zur Kundschaft. Nach eigenen Angaben nutzt die Hälfte der größten Banken in Nord- und Südamerika und EMEA Scalitys Ring – vor allem für die Datenspeicherung in ihren Private Clouds. Auch große TV-Anstalten zählen zur Kundschaft. Die dürften sich vor allem über die Möglichkeiten in der Metadatenerfassung von gespeicherten Objekten freuen. Angeblich werten heute noch Redakteure in den Sendeanstalten bei Sportberichten jede einzelne Szene eines Spiels händisch aus, damit sich entsprechende Szenen wiederfinden lassen. Auch Krankenhäuser speichern Aufnahmen von Röntgen- und MRT-Apparaten mit Scality.

Marktforscher wie Gartner, IDC und Analysten zollen Scality eine Führungsrolle bei Object- sowie File- und Object-Storage (siehe Abbildungen 1 und 2). Trotz etwas unterschiedlicher Betrachtungsweise nimmt die Firma bei den Analysten eine Topposition im Bereich File-/Object-Storage ein.

Der Datenmanagementcontroller Zenko für Multi-Clouds

Das zweite Produkt von Scality nennt sich „Zenko“ und ist ein Multi-Cloud-Datencontroller. Nach Firmenangaben verfügt Zenko über ein „Cloud-agnostisches unified Interface“ über das Daten gespeichert, gefunden, verwaltet und über jeden Speicherort – unterschiedliche private und Public Clouds – hinweg gesucht werden können. Möglich ist das über die Metadatensuche und eine ausgefeilte Workflow-Engine für die Daten. Alle Daten werden dabei unmodifiziert abgelegt, so dass direkt in der Cloud auf sie zugegriffen werden kann. Zudem lassen sie sich über Clouds hinweg verlagern. „Man kann Zenko mit oder ohne Ring nutzen“, beschreibt Speciale die Einsatzmöglichkeiten.

Niedrige Kosten und andere Vorteile

Scality berechnet die Lizenzkosten nach den Speicherkapazitäten. Nach Angaben von Topmanager Speciale liegen sie „im niedrigen Hundert-Dollar-Bereich je TB – in jedem Fall niedriger als bei NAS-Systemen“. Als Startkonfiguration empfiehlt er sechs Server und 500 Terabyte (TB), im nächsten Schritt dann 1 Petabyte (PB) – alles in einem Ring. Legt man einen Ring über zwei oder drei Datacenter, erhält man nicht nur einen Speicherpool, sondern auch mehr Sicherheit: Fällt ein Datacenter aus, hält der Ring trotzdem die Services parat. Auch diese Fehlertoleranz spart Geld, weil man weniger Datenkopien benötigt. Die Beschränkung für einen Ring liegt derzeit bei 10.000 Knoten.

Neben dem Vorzug, File- und Objektdaten in einem System zu haben, nennt er als weiteres Plus seiner Firma die Hardware-Unabhängigkeit: „Das bedeutet, wir liefern keine Hardware und fordern auch keine spezielle.“ Derzeit kann sich der Anwender entscheiden, ob er die Hardware von HPE (Apollo), Cisco, Lenovo, Western Digital oder Lenovo kauft. Für die Metadaten benötigt das System allerdings ein wenig Flash-Speicherkapazität. Der Ring läuft sogar auf NetApp-Systemen unter Linux – allerdings nicht optimal, weil die Festplatten dort extra und abseits des Compute-Head angeordnet sind.

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In Zukunft Container und Flash?

Container sind für Scality derzeit noch kein Thema: „Wir produzieren Storage für große Kapazitäten von unstrukturierten Daten – Container bedeuten kleinere Datenvolumen“, unterscheidet Speciale. Allerdings entwickelt die Firma Container und nutzt Kubernetes für die Bereitstellung.

In puncto Flash-Speicher gibt der Manager grünes Licht: „Wir adaptieren unsere Software gerade für High-Density-Flash.“ Als Einsatzgebiete dafür sieht er Video-Content-Streaming und Analytics.

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