Umfrage zu Software-defined Storage, Teil 5

SDS mit einem HDD-Pool sollte das Speicherbudget schonen, investiert wird lieber in teures Flash

| Autor / Redakteur: Dietmar Müller / Rainer Graefen

Johannes Sieben, Pre-Sales Manager, Converged Platforms and Solutions Division, Dell EMC
Johannes Sieben, Pre-Sales Manager, Converged Platforms and Solutions Division, Dell EMC (Bild: Dell EMC)

Das Ablegen von Daten kostet Unternehmen Unsummen – dennoch ist es nicht zuletzt aus rechtlicher Sicht unabdingbar. Händeringend wurde und wird daher nach günstigen Möglichkeiten der Archivierung gesucht. Software-defined Storage (SDS) versprach, den Anteil der Storage-Kosten am IT-Budget deutlich zu senken. Das Problem: Die Einführung ist kostenintensiv.

„Ganz unabhängig davon, dass wir seit einiger Zeit einen Medienwandel erleben von der Festplatte bzw. HDD zum Flash-Speicher respektive SSD, ermöglichen die neuen Speichermedien die hoch-performante Speicherung der Daten auf viel weniger Devices als in ursprünglichen Festplattenumgebungen. Dadurch werden in Summe deutlich weniger Medien benötigt, um auf die erforderlichen Performance-Werte zu kommen“ erläutert Erik Sterck, geschäftsführender Gesellschafter der Erik Sterck GmbH.

Das bedeute, dass Anwender sich darauf konzentriere können, „wie viele SSDs tatsächlich kapazitiv notwendig sind zur Speicherung der Daten. Bei dieser Speicherung treten Effizienz-Technologien wie z. B. Kompression in den Vordergrund, die für einen deutlich wirtschaftlicheren Umgang im Bereich der Datenspeicherung sorgen. In der Gesamtbetrachtung sind diese Kosten dann häufig deutlich geringer als bei einem einfachen Kapazitätskostenpreisvergleich von HDDs zu SSDs“, so Sterck.

„Der Siegeszug von SDS und HCI war nur möglich, weil SSD, Flash-Technik, Server wie auch Ethernet-Geschwindigkeit sich so rasant entwickelt haben. Man kann also sagen, dass die Einsatzbereiche für dezidierten Speicher und SDS immer weiter verschmelzen“, kommentiert Johannes Sieben, Pre-Sales Manager, Converged Platforms and Solutions Division, Dell EMC. Wer heute eine große Datenbank betreibt und die Applikation selbst auf dezidierten Servern betreiben möchte, der greift sicherlich eher zum klassischen Storage-Produkt. Betrachtet man dies ganzheitlich, geht es eher in Richtung HCI.

Auch Gerald Sternagl, Business Unit Manager Storage, EME, bei Red Hat, gibt zu bedenken, dass Unternehmen Flash-Storage in der Regel nicht flächendeckend einsetzen, sondern nur für bestimmte Use-Cases wie zum Beispiel Virtualisierung. „Hier ersetzen die Flash-Lösungen SAN-Storage – und dies erfolgt in erster Linie aus Gründen der besseren Performance. Bei Software-defined Storage geht es primär um Skalierbarkeit sowie Kosteneffizienz, und nicht nur um Performance, auch wenn diese eine wichtige Rolle spielt.“

In Puncto Kosteneffizienz könne SDS also klare Vorteile für sich verbuchen, so Sternagl. „Im Bereich der schnell wachsenden unstrukturierten Datenhaltung hat SDS mittlerweile in vielen Bereichen die klassischen Storage Appliances abgelöst und ist weiter auf dem Vormarsch. Use-Cases die mit großen oder schnell wachsenden unstrukturierten Datenmengen zurechtkommen müssen, lassen sich am besten mit SDS umsetzen.“

Und sowohl Ralf Colbus, Leading Solution Sales Professional Storage, IBM Deutschland, als auch Florian Bettges, Category Manager Hybrid IT und Cloud Solutions bei HPE, weisen darauf hin, dass sich SDS- und Flash-Technik vortrefflich ergänzen. Colbus: „Wir können heute SDS im Filesystem-Bereich oder für NAS-Flash einsetzen, oder SDS im Block-Umfeld, bei dem Flash als weiteres Tier integriert werden kann. Eine darüber liegende SDS-Controll-Ebene sorgt dafür, dass die Ressourcen richtig provisioniert werden.“

Bettges ergänzt: „Würden wir heute nur mit magnetischen Festplatten arbeiten, wäre die Kosteneinsparung auf den ersten Blick wesentlich transparenter. Da aber gleichzeitig die Flash-Medien die drehenden Spindeln ablösen, ist dieser Kostenvorteil oft nicht direkt sichtbar. Zudem bietet SDS zwar Kosten- und Flexibilitätsvorteile, erfordert aber auch im Gegenzug mehr Verantwortung und Expertise auf der Integrations- und Administrationsseite. Sind diese nicht vorhanden, kann der Kostenvorteil auch ins Gegenteil umschlagen.“

Unterm Strich führt also – allen Unkenrufen zum Trotz – kein Weg an SDS vorbei. Mögen auch so manche Hürden auf die Anwender lauern – billiger bekommen sie ihre Daten kaum gespeichert, insbesondere wenn man zusätzlich die vielen Vorteile von SDS berücksichtigt. Allerdings können diese Vorteile nur von Experten gefunden und genutzt werden. Unbedarft darf man sich der Technologie nicht ausliefern.

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