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SSD-Performance-Test mit Tkperf

So erkennt man schreibschwache SSDs

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Ein anschauliches Beispiel dieser Vergleichbarkeit zeigt Abb. 1, in dem die Unterschiede der „Write Saturation“ zwischen der aktuellen Intel Enterprise SSD DC S3700 und einer Intel 520 Series SSD gut sichtbar werden.

Aktuelle Vergleichswerte

Um die Performance-Werte von Tkperf zu vergleichen, bedarf es einer näheren Erklärung des Testablaufs. Die Tests zu Bandbreite, IOPS und Latenz starten jeweils mit einer Initialisierungsphase. Anschließend folgen mehrere Test-Runden.

Während der Initialisierung wird ein Secure Erase durchgeführt und das Device zweimal komplett überschrieben (mit 128 KByte großen Blöcken und sequentiellen Zugriffen).

Das Runden-Schema dient zur Erkennung des sogenannten stabilen Zustands einer SSD. Vor allem Consumer SSDs liefern im Neuzustand zwar traumhafte Performancewerte. Je mehr sich die SSD füllt, umso schlechter wird aber häufig die Performance.

Im Enterprise-Umfeld sind aber vor allem jene Performance-Werte interessant, die sich dann tatsächlich einpendeln. Um diese Werte zu bekommen, wird von Tkperf der Workload jeder Testrunde eine Minute lang ausgeführt und die Messwerte protokolliert.

Die Werte einer Dependent Variable (DV) über die letzten Runden hinweg entscheiden, ob die SSD stabil ist – sprich, ob die gemessenen Werte von Runde zu Runde ähnliche Werte liefern. Abb. 2 zeigt den zugehörigen Verification Plot, der als Beleg für den stabilen Zustand dient.

Die blauen Messpunkte des Graphen sind die protokollierten Werte der Dependent Variable in der jeweiligen Runde. Die rote Linie versucht vorherzusagen, an welcher Stelle sich der nächste Messpunkt befinden wird. Die gestrichelte schwarze Linie kennzeichnet ein Fenster von 20 Prozent des Mittelwerts im Measurement Window.

Die SSD ist stabil, wenn die Differenz des größten und kleinsten gemessenen Wertes im Window kleiner ist als 10 Prozent von der Steigung der roten Linie und kleiner ist als 20 Prozent des Mittelwerts (gestrichelte Linie).

Tab. 1 listet für verschiedene Modelle von Intel SSDs einzelne ausgewählte Blockgrößen (BS) der Tests auf. Bei den Werten handelt es sich um den Durchschnitt der gemessenen Werte im stabilen Measurement Window.

In Tab. 2 finden sich alle in einem Testlauf verwendeten Workloads und Blockgrößen wieder. Im Thomas-Krenn-Wiki werden die kompletten Performance-Reports als PDF-Download zur Verfügung gestellt.

Fazit

Tkperf gibt dem Anwender erste Kennzahlen über die Performance einer SSD. Es unterstützt beim Vergleichen von unterschiedlichen Modellen und geht explizit auf die besonderen Eigenschaften von SSDs ein. Tkperf informiert zwar über Performance-Einbrüche von Devices, es kann jedoch nicht die konkrete Performance einer SSD beim Einsatz einer bestimmten Applikation voraussagen.

Die Auswahl einer SSD bleibt damit weiterhin eine kleine Herausforderung, da viele Faktoren vom IT-Administrator berücksichtigt werden müssen. Wesentlich für die Analyse ist eine detaillierte Kenntnis der eigenen Systeme und welche spezifische Arbeitslast die Anwendungen produzieren.

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