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Know-how – Datensicherungsstrategien in virtualisierten Umgebungen

So erstellen Sie Backups von virtuellen Maschinen unter vSphere

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VMware Snapshots

VMware hat diese Backup-Probleme erkannt und „VMware Snapshots“ implementiert, mit dem sich zu einem bestimmten Zeitpunkt Snapshots von einer jeden VM oder einem jeden Virtual Machine Disk File Image (VMDK) erstellen lassen. Im Anschluss daran hat VMware Windows VSS mit VMDK-Snapshots für Windows-Anwendungen integriert, wodurch strukturierte Anwendungen (SQL Server, Exchange, Oracle, Sharepoint, etc.) Crash-beständig wurden. Als nächstes hat VMware „VMware Consolidated Backup (VCB)“ implementiert, mit dem man jeden VDMK-Snapshot auf einem Proxy-Windows-Server mounten kann und von dem, getrennt von der VM, ein eigenständiges Backup erstellt wird (beispielsweise ohne Agenten auf der VM). Leider brauchte man hierfür einen zusätzlichen externen Windows-Server und die Performance war gering. Mit vSphere 4.1 hat dann VMware einen deutlichen Schritt nach vorne gemacht und VM Backups deutlich einfacher und effektiver gestaltet.

vSphere vStorage APIs for Data Protection (VADP)

VMware hat in vSphere die vStorage APIs for Data Protection (VADP) eingeführt. Über VADP kann ein physischer Server oder ein virtueller Backup-Server vSphere anweisen, einen VDMK-Snapshot einer spezifischen VM zu erstellen und direkt auf dem Backup-Server zu sichern. Die Backup-Software braucht unter Umständen einen Agenten oder eine Client-Software, um auf dem VSphere-Hypervisor laufen zu können, allerdings nicht zwangsläufig, denn auf den einzelnen VMs müssen weder Agenten noch Client-Software laufen.

VADP geht noch einen Schritt weiter. In der Vergangenheit war jeder VMDK-Snapshot ein kompletter Snapshot der gesamten VMDK. Das machte es sehr langwierig, einen VMDK-Snapshot zu sichern. Auch Backup-Fenster waren in Gefahr, da VMDKs beständig wachsen. Mit vSphere 4.1 kam bei VADP Change Block Tracking (CBT) neu hinzu. CBT bedeutet, dass jeder neu gesicherte VMDK-Snapshot nur noch die geänderten Blöcke und nicht mehr das komplette VMDK-Image enthält.

Die vStorage APIs for Data Protection und Change Block Tracking ermöglichen es, virtuelle Maschinen einfach zu sichern, ohne dass dabei Anwendungen unterbrochen werden müssen. Allerdings sind sie nur ein Teil des Backup-Puzzles. Man braucht dafür Backup-Software, die diese Teile auch unterstützt. VMware selbst bietet ein Lowend-Paket an, das die Bezeichnung VMware Data Recovery (VDR) trägt. VDR unterstützt bis zu 100 virtuelle Maschinen und ein Terabyte Speicher. Es bietet allerdings keine unternehmensweiten Funktionen und erlaubt auch keine Replizierung.

Aber es gibt gute Nachrichten, denn die Produkte vieler Hersteller sind skalierbarer, bieten einen größeren Funktionsumfang und schöpfen VADP und CBT dennoch voll aus. Beispiele für solche Anbieter sind Acronis, Asigra, Commvault, EMC, Hewlett-Packard, IBM, PhD Technologies, Symantec, Veeam, Vizioncore (nun Quest Software) und viele weitere.

Fazit

Backups von virtuellen Maschinen bereiten heute nicht mehr so große Probleme, wie noch vor einiger Zeit. VMware stellt neue Tools zur Verfügung und die Anbieter von Backup-Software setzen diese auch ein. Werfen Sie daher einen Blick auf Ihre aktuelle VM-Backup-Strategie und sprechen Sie Ihren Backup-Anbieter auf VADP und CBT an, wenn Sie die Vorteile dieser Verfahren derzeit noch nicht ausschöpfen.

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