Test: NAS-System TVS-663 mit AMD-Prozessor

So kompakt können schnelle NAS-Systeme für den Mittelstand sein

| Autor / Redakteur: Bernd Weeser / Rainer Graefen

(Qnap)

Die NAS-Produktfamilie TVS-x63 von QNAP basiert auf AMD-Radeon-Prozessoren. Die Netzwerkspeicher sind schnell und erlauben eine flexible Virtualisierung.

Die TVS-x63-Serie von QNAP unterscheidet sich schon optisch von anderen NAS-Speichersystemen. Statt in die üblichen schwarzen Metallgehäuse verpackt QNAP die neuen Modelle in goldfarbene Boxen.

Aber auch im Inneren überrascht der NAS-Spezialist mit der Prozessorwahl: Statt der üblichen Intel-Hardware schlägt in der TVS-x63-Serie ein AMD-Herz. QNAP positioniert die neue Serie dabei im KMU-Umfeld, aber auch Selbständige und ambitionierte Privatanwender sollen von der Leistungsfähigkeit der NAS-Speicher profitieren.

Das „x“ in der Produktfamilie wird beim konkreten Modell durch eine Zahl ersetzt, die für die Anzahl der verfügbaren Festplatteneinschübe steht, also den Kapazitätsbereich verdeutlicht. Das Modell in diesem Test - das QNAP TVS-663 - verfügt entsprechend über sechs HDD-Slots.

AMD-Technik für komfortable Virtualisierung

Gegenüber der bei NAS-Systemen verbreiteten Intel-Hardware zeigt der installierte Vierkernprozessor AMD GX-424CC (je 2,4 GHz) einige interessante Neuerungen. Besonders die AMD-V-Technik sticht dabei ins Auge. Diese Technik erlaubt die Einrichtung und Nutzung von virtuellen Maschinen direkt auf dem NAS-System.

Daneben unterstützt der SoC-Chip die üblichen Virtualisierungs-Anwendungen wie VMware, Microsoft Hyper-V und Citrix. Zum anderen erlaubt die im SoC-Chip integrierte Radeon-GPU den Anschluss von 4K-Bildschirmen über die zwei vorhandenen HDMI-Schnittstellen (Version 1.4a). Daneben stehen fünf USB-3.0-Schnittstellen zur Verfügung.

Die wichtigsten Ports sind die beiden Gigabit-Ethernet-Eingänge, die hohes Übertragungstempo garantieren. Reicht dieses Tempo nicht, steht ein PCIe-Steckplatz zur Auswahl, in den eine 10-GbE-Karte passt. Die QNAP TVS-x63 lässt sich zur Temposteigerung zudem von den beiden Grundkonfigurationen von 4 beziehungsweise 8 GByte RAM auf maximal 16 GByte aufrüsten.

Komfortables Web-Interface mit allen Möglichkeiten

Neben der Hardware zeigt sich die Leistungsfähigkeit eines NAS-Systems vor allem am Web-Interface. Und hier liegt QNAP auf hohem Niveau. Das grafische Web-Interface ist so übersichtlich und komfortabel gestaltet, dass selbst Nicht-Profis recht schnell und einfach ihre gewünschte Konfiguration einrichten können.

Daneben bietet die QNAP-Oberfläche neben allen modernen Netzwerkdiensten über 100 zusätzliche Apps, die alle möglichen Einsatzzwecke abdecken. Selbstverständlich sind auch moderne Verschlüsselungstechniken und ein Cloud-Dienst an Bord.

Installation: nach 20 Minuten betriebsbereit

Nach dem erstmaligen Einschalten dauert es keine zwei Minuten bis das zuvor installierte NAS-Programm Qfinder den Netzwerkspeicher TVS-663 im Web-Interface anzeigt. Nach dem Aufruf erscheint eine Konfigurationsroutine, die den Anwender durch die Installation inklusive der Initialisierung der integrierten Festplatten führt.

Das Ganze geht problemlos und schnell über die Bühne. Nach der Sprachauswahl steht die „Schnelleinrichtung“ an, die inklusive Plattenformatierung und Einrichtung eines Raid-5-Verbundes nur zehn Minuten in Anspruch nimmt.

Anwendungen, die die Routine nicht bei der automatischen Einrichtung installiert, lassen sich nachträglich aktiv schalten. Nach der ersten Anmeldung wird die Firmware überprüft und bei Bedarf automatisch die neue Version installiert. Die neue Installation benötigt nochmals rund zehn Minuten, dann ist das TVS-663 endgültig einsatzbereit.

Geschwindigkeit: Zwei Gigabit-Ports für hohes Tempo

In Sachen Tempo bietet die QNAP-TVS-x63-Serie ausreichend Leistung auch für anspruchsvolle Anwendungen. Die Messungen zeigen hohe Übertragungsgeschwindigkeiten beim sequentiellen Lesen und Schreiben, wie beim Kopieren von großen und kleinen Dateien. Die Messwerte liegen immer deutlich über 100 MByte/s und reichen bis maximal 130 MByte/s.

Der Stromverbrauch liegt auf mittlerem Niveau. Je nach den installierten Festplatten liegt er um die 50 Watt. Positiv ist der sehr niedrige Verbrauch von lediglich rund 1,1 Watt im Sleep-Modus. Ärgerlich dagegen: Auch ausgeschaltet zieht die NAS-Station noch 1,0 Watt.

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