Nachbericht zum Insider Talk „Software-defined Storage (SDS)“

Software-defined Storage in der Praxis

| Autor / Redakteur: Oliver Schonschek / Rainer Graefen

Die SDI-Architektur im Überblick
Die SDI-Architektur im Überblick (IDC)

Im Insider Talk „Software-defined Storage“ gab Klaus Steinberger, Leiter IT der Fakultät für Physik an der LMU München, wichtige Tipps für den Einstieg in SDS. Die Aufzeichnung ist bereits verfügbar.

Software-defined Storage (SDS) ist einer der Top-Trends für Speichertechnologie in 2016. Dafür gibt es gute Gründe: SDS ist eine aussichtsreiche Antwort auf die Storage-Sorgen vieler Unternehmen in Deutschland.

SDS spielt auch eine entscheidende Rolle bei der Realisierung der Hybrid Cloud. Auf dem Weg dorthin nutzen, planen oder beschäftigen sich die IT-Verantwortlichen im Kontext der Virtualisierung und dem Management der IT-Infrastrukturlandschaft zunehmend mit neuen Ansätzen wie etwa dem Software-defined Datacenter und damit auch SDS, wie die IDC-Studie „Hybrid Cloud in Deutschland 2015/16“ zeigte.

So gaben 61 Prozent der befragten IT-Entscheider in Deutschland an, ihren Virtualisierungsgrad in naher Zukunft deutlich erhöhen zu wollen.

Nach aktueller Einschätzung von IDC setzen mehr als drei Viertel aller Unternehmen in Deutschland inzwischen Virtualisierungslösungen für Server, Clients, Storage oder Netzwerke ein. Nun gelte es aber nicht auf halber Strecke stehen zu bleiben, sondern das Potenzial dieser Lösungen und Technologien in einer Software-defined Infrastruktur zusammenzuführen und damit die Leistungsfähigkeit der IT entscheidend zu steigern, so IDC.

Der InsiderTalk zeigt: So steht es um SDS in der Praxis

Im Insider Talk wurden die Erfahrungen zu SDS aus Anwendersicht beleuchtet. Klaus Steinberger, IT-Leiter der Fakultät für Physik der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München, führt bereits SDS ein und berichtete im Insider Talk von seinen Erfahrungen.

Oliver Schonschek: Welche Vorteile sehen Sie bei SDS für Performance, Hardwareinvestitionen und Verwaltung?

Klaus Steinberger: Ich sehe insbesondere Vorteile bei den Hardwareinvestitionen, allerdings muss man im Vorfeld auch sehr auf die Lizenzmodelle bei der Software achten.

Lizenzierung per TByte kann eine bittere Pille werden.

Oliver Schonschek: Gibt es Punkte, die Sie heute anders machen würden in einem SDS-Projekt? Worauf sollten Einsteiger besonders achten?

Klaus Steinberger: Grundsätzlich sollten immer im Vorfeld die Anforderungen geklärt werden. Eine Abschätzung des zukünftigen Bedarfs ist wichtig, um Nachfolgekosten klären zu können:

+ Ein Test mit einer Community-Version oder einer Teststellung ist gerade bei einem komplexeren Umfeld sehr zu empfehlen. Es gibt durchaus Storage-Hersteller, die wir nach einem Test mit einer zweiseitigen Mängelliste heimgeschickt haben.

+ Klären Sie auch grundsätzlich vorher, wie Sie ein Backup der Daten durchführen können. Bei größeren Systemen ist es oft der sinnvollste Weg, den Backup Client direkt auf dem Storage installieren zu können.

+ Und verlassen Sie sich nicht darauf, dass Storage das NDMP-Protokoll unterstützt. NDMP ist nicht gleich NDMP! Ihr Backupsystem oder Provider muss NDMP auch können und unterstützen, das ist nicht immer der Fall.

Oliver Schonschek: Gibt es Probleme mit der Zugriffssicherheit?

Klaus Steinberger: Nein, prinzipiell sollte man jedoch keine Storagesysteme direkt ans Internet hängen. Teilweise werden auch SDS-Systeme schneller mit Sicherheitsupdates versorgt, bzw. hat man überhaupt einen Überblick, was drin steckt.

Auch bei klassischen Speichersystemen steckt heutzutage immer ein Rechner im Controller. Welche Software da darauf läuft und welche Sicherheitslücken der hat, ist aber oft schwer ersichtlich, und Patches kommen da oft spät. Sicherheitskonzepte sind, egal welches Storage man verwendet, immer wichtig. Und was man nicht ersetzen kann: Erfahrung.

Oliver Schonschek: Geht der Wunsch in Erfüllung, Storage-Systeme per Plug and Play zu installieren?

Klaus Steinberger: Das ist eher nicht der Fall, das ist allenfalls in einem kleinen begrenzten

Umfeld möglich bzw. in einem hyperkonvergenten Modell. Die Steigerung der Komplexität des Umfelds konterkariert immer alle Vereinfachungen auf Storageseite.

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