Neue Storage-Funktionen in Windows Server 2019

Storage Spaces Direct, Storage Replication und weitere Funktionen nutzen

| Autor / Redakteur: Thomas Joos / Tina Billo

Anwender stehen in Windows Server 2019 eine Reihe an verbesserten Speicherfunktionen zur Verfügung.
Anwender stehen in Windows Server 2019 eine Reihe an verbesserten Speicherfunktionen zur Verfügung. (Bild: Microsoft)

Microsoft Windows Server 2019 wartet mit einigen weiterentwickelten Storage-Features auf. Außerdem stehen neue Funktionen zur Verfügung, mit denen sich unter Windows Server 2019 laufende Rechner besser als Dateiserver nutzen lassen. Zudem wurden Migrations-Tools integriert.

Microsoft hat einige Neuerungen bezüglich des Storage-Systems in Windows Server 2019 eingeführt. Wir zeigen in diesem Beitrag, worum es sich bei diesen handelt und welchen Vorteil sie in der Praxis bieten.

Storage Replication in Windows Server 2019 Standard

Dazu gehört zum Beispiel die Integration der Speicherreplikation (Storage Replication) in Windows Server 2019 Standard. In Windows Server 2016 konnte diese Funktion nur in der Datacenter-Edition genutzt werden. In Windows Server 2019 kann die Speicherreplikation in der Standard-Edition ein Volume zu einem Ziel replizieren. Dadurch können zum Beispiel Hyper-V-Hosts in Netzwerken ihre Daten zu einem anderen Server synchronisieren.

Storage Spaces Direct effektiver nutzen

In Windows Server 2019 hat Microsoft Storage Spaces Direct noch einmal aufgebohrt. Insgesamt darf das System eine Größe von bis zu vier Petabyte (PB) verwalten. Der Datenabruf und die Speicherung wurden deutlich beschleunigt. In kleineren Netzwerken lassen sich Cluster mit zwei Knoten aufbauen, um Storage Spaces Direct zu nutzen. Fällt ein Knoten aus, bleibt das System trotzdem aktiv und es gehen auch keine Daten verloren. In Windows Server 2016 waren noch mindestens drei Knoten notwendig.

Durch eine neue Ausfallsicherung kann ein Cluster den Ausfall eines Knotens komplett kompensieren, auch wenn er nur aus zwei Knoten besteht. Zusätzlich hat Microsoft die Speichertechnologien erweitert, die mit Storage Spaces Direct eingesetzt werden können. Es werden viele persistente Speichersysteme unterstützt, zum Beispiel Intel Optane und NVDIMM-N.

Storage Spaces Direct in Windows Server 2019 nutzen.
Storage Spaces Direct in Windows Server 2019 nutzen. (Bild: Microsoft)

Windows Server 2019 erhält auch Technologien aus Microsoft Azure. Dazu gehört das Erkennen von Latenzen für Datenträger in einem Verbund mit Storage Spaces Direct. Diese zeigen auf, wo Probleme im Cluster beim Schreiben und Lesen von Daten auftreten. Die Analyse kann im Windows Admin Center oder in der PowerShell durchgeführt werden. Starten lässt sie sich mit dem neuen CMDlet "Get-PhysicalDiskIoReport".

Software-defined Storage im Rechenzentrum

Neben den bereits erwähnten Funktionen im Bereich Speicherreplikation und Storage Spaces Direct, hat Microsoft auch andere Funktionen verbessert. ReFS unterstützt in Windows Server 2019 Deduplizierung und die Komprimierung von Daten. ReFS-Datenträger können eine Größe von bis zu 64 Terabyte (TB) erreichen und Dateien bis zu einem TB speichern.

Storage Migration Service

Mit dem neuen Storage Migration Service können Daten von älteren Dateiservern zu Windows Server 2019 oder zu Microsoft Azure migriert werden. Zur Verwaltung von Storage Migration Service wird die PowerShell oder das Windows Admin Center verwendet. Dazu wird ein neues PowerShell-Modul mit der Bezeichnug "StorageMigrationService" eingeführt. Die zur Verfügung stehenden CMDlets werden über den Befehl "get-command -Module StorageMigrationService" angezeigt.

Migration von Daten mit dem Storage Migration Service.
Migration von Daten mit dem Storage Migration Service. (Bild: Microsoft)

Mit dem Storage Migration Service lassen sich aber nicht nur Freigaben und deren Daten migrieren, sondern auch Benutzerrechte und weitere Einstellungen für die Freigaben. Außerdem lassen sich im Rahmen der Migration auch IP-Einstellungen und Namen des Ziel-Servers so anpassen, dass sie den Bezeichnungen des Quell-Servers entspricht.

Um den Storage Migration Service zu nutzen, muss ein Server mit Windows Server 2019 installiert werden, auf dem der entsprechende Serverdienst installiert und eingerichtet ist. Das Windows Admin Center verbindet sich mit dem Server und steuert die Migration. Als Quell-Server können sowohl ältere Server als auch NAS-Systeme dienen.

Abschluss einer erfolgreichen Migration mit dem Storage Migration Service.
Abschluss einer erfolgreichen Migration mit dem Storage Migration Service. (Bild: Microsoft)

Effektivere Cluster

In Windows Server 2019 lassen sich Clusterknoten leichter zwischen verschiedenen Domänen und Active Directory-Gesamtstrukturen verschieben. Außerdem können Zeugenserver auch außerhalb eines Active Directories positioniert werden. Das erleichtert den Aufbau von Dateiclustern, vor allem wenn ein Scale-Out File Server (SOFS) als Clusterdienst in Windows Server 2019 eingerichtet wird.

Schutz vor Ransomware

Dateiserver in Windows Server 2019 lassen sich besser vor Ransomware schützen. Dazu wurde der Clouddienst Windows Defender Advanced Threat Protection (ATP) in Windows Server 2019 integriert. Der Dienst baut auf Azure auf und kann Malware auch ohne Definitionsdateien und Zusatzprodukte erkennen und bekämpfen.

Auch Windows Defender Exploit Guard ist Bestandteil von Windows Server 2019. Damit lassen sich ebenfalls Angriffe verhindern. Die Optionen stehen bei "Computerkonfiguration\Richtlinien\Administrative Vorlagen\Windows-Komponenten\Windows Defender Antivirus\Windows Defender Exploit Guard\Überwachter Ordnerzugriff" zur Verfügung. Hier kann konfiguriert werden, welche Ordner geschützt werden sollen, welche Anwendungen Änderungen vornehmen dürfen, und ob der überwachte Ordnermodus nur überwachen soll, oder Änderungen auch blockieren.

Mit dem Exploit Guard Evaluation Tool bietet Microsoft ein Paket an, mit dem der überwachte Ordnerzugriff getestet werden kann. Mit dem Toolkit stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung, um den überwachten Ordnerzugriff zu testen und Dateien in geschützten Ordnern zu erstellen. Über Gruppenrichtlinien kann diese Einstellung bei "Computerkonfiguration\Richtlinien\Administrative Vorlagen\Windows-Komponenten\Windows Defender Exploit Guard\Exploit-Schutz" gefunden werden. Die Konfiguration kann mit einer XML-Datei erfolgen. Diese wird im Netzwerk gespeichert und durch die Richtlinie auf den Rechnern verteilt.

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