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Anbindung von NAS-Systemen an Microsoft OneDrive, Dropbox, Microsoft Azure und Co. Synology-NAS mit Cloud-Speichern synchronisieren

| Autor / Redakteur: Thomas Joos / Elke Witmer-Goßner

Bei Synology-NAS-Systemen können einzelne Verzeichnisse auch direkt mit Cloud-Speichern synchronisiert werden. Das bietet einige Vorteile und erhöht die Sicherheit im Vergleich zur direkten Internetanbindung von Speichersystemen.

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Um ein Synology-NAS-System als privates Cloud-System an das Internet anzubinden, gibt es verschiedene Wege.
Um ein Synology-NAS-System als privates Cloud-System an das Internet anzubinden, gibt es verschiedene Wege.
(Bild: © yingyaipumi - stock.adobe.com)

Es gibt verschiedene Wege, um ein Synology-NAS-System als privates Cloud-System an das Internet anzubinden. Wer eine solche Anbindung plant, sollte aber auch die Synchronisierung von einzelnen Verzeichnissen auf dem NAS mit Cloud-Speichern in Erwägung ziehen. Das hat mehrere Vorteile. Zunächst ist diese Anbindung sicherer, da Anwender nicht über das Internet auf das NAS-System zugreifen, sondern die Daten über den Cloud-Speicher abrufen. Außerdem ist der Zugriff auf die Daten meistens schneller, wenn der Zugriff über einen Cloud-Speicher anstatt über die Upload-Geschwindigkeit der heimischen Internetleitung erfolgt.

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Die Synchronisierung ermöglicht auch die Anbindung professioneller Speicher wie Microsoft Azure Storage oder Amazon S3. Auch Microsoft OneDrive for Business kann zur Synchronisierung genutzt werden, genauso wie Google Drive oder Dropbox. Wer sich etwas mit der Synchronisierung auseinandersetzt, kann Cloud-Speicher auch mit WebDAV zur Synchronisierung anbinden.

Um Daten als Datensicherung möglichst sicher in die öffentliche Cloud zu synchronisieren, besteht die Möglichkeit, die Daten über das Synology-NAS auch verschlüsseln zu lassen. In diesem Fall werden die Daten verschlüsselt in der Cloud gespeichert und sind nur über das Synology-NAS zugreifbar, da die Erweiterung „Cloud Sync“ die Daten ver- und entschlüsselt.

Daten im NAS-System mit der Cloud synchronisieren

Mit der kostenlosen Erweiterung „Cloud Sync“ können Daten auf dem NAS-System direkt mit verschiedenen Cloud-Speichern synchronisiert werden. Die Lösung ermöglicht auch die Anbindung mehrerer Cloud-Speicher mit unterschiedlichen Benutzerkonten. Außerdem lassen sich verschiedene Verzeichnisse auf dem NAS flexibel mit unterschiedlichen Cloud-Speichern synchronisieren.

Für die Anbindung von Synology-NAS-Systemen an die Cloud wird zunächst die kostenlose Erweiterung „Cloud Sync“ über das Paketzentrum installiert. Hier werden die Cloud-Speicher mit dem Benutzerkonto angebunden, über das die Synchronisierung durchgeführt werden soll. Die Anbindung erfolgt über das „Plus“-Zeichen unten links. Durch die Anbindung werden zunächst noch keine Daten synchronisiert. Hierzu werden als Nächstes „Aufgaben“ für den angebundenen Cloud-Speicher erstellt.

Vor der Erstellung von Synchronisierungsaufgaben kann über das Zahnradsymbol die generelle Konfiguration der Synchronisierung angepasst werden. Hier ermöglicht zum Beispiel die Option „Lokal gelöschte Dateien werden erneut von Ihrer öffentlichen Cloud abgerufen“, dass die Cloud-Speicher auch als Sicherung genutzt werden können. Löscht ein Benutzer aus einem Verzeichnis des NAS eine Datei, dann wird diese wieder auf Wunsch aus der Cloud synchronisiert. Außerdem kann in den Einstellungen auch festgelegt werden, wie viele Dateien gleichzeitig mit der Cloud synchronisiert werden sollen.

In den ersten Schritten wird also zunächst die App für die Synchronisierung installiert, und danach werden die verschiedenen Cloud-Speicherkonten angebunden, mit denen das NAS-System später Verzeichnisse synchronisieren soll.

Synchronisierung von Verzeichnissen mit der Cloud

Um eine Synchronisierung von Cloud-Verzeichnissen einzurichten, wird nach der Anbindung des Cloud-Kontos dieses in Cloud Sync angeklickt. In der Mitte des Fensters erscheinen verschiedene Registerkarten, mit denen die Synchronisierung gesteuert wird. Bei „Überblick“ ist zu sehen, wie viel Speicherplatz im Speicher aktuell bereits belegt und wie viel Speicher noch frei ist.

Die wichtigste Registerkarte ist „Aufgabenliste“. Hier wird festgelegt, welche Verzeichnisse mit dem jeweiligen Cloud-Speicher synchronisiert werden sollen. Über diesen Bereich kann ein Verzeichnis auch mehrfach mit verschiedenen Verzeichnissen in der Cloud synchronisiert werden, zum Beispiel mit verschiedenen Einstellungen. Mit Cloud Sync lassen sich Verzeichnisse auch so synchronisieren, dass gelöschte Dateien auf dem NAS nicht auch im Cloud-Speicher gelöscht werden. Dadurch kann die Synchronisierung auch als Datensicherung für einzelne Verzeichnisse genutzt werden. Und natürlich lassen sich lokale Verzeichnisse auch mit mehreren Cloud-Speichern synchronisieren.

Bei der „Aufgabenliste“ sind auch die aktuell synchronisierten Verzeichnisse und deren Status zu sehen. Hier lassen sich auch Einstellungen für bereits erstellte Aufgaben anpassen. Über „Erstellen“ kann eine neue Synchronisierungsaufgabe für das ausgewählte Cloud-Konto angelegt werden. Hier können Sie einzelne oder alle Verzeichnisse auf dem NAS als Quellverzeichnis auswählen. Das Verzeichnis wird bei „Lokaler Pfad“ ausgewählt.

Über „Remote-Pfad“ wird gesteuert, mit welchem Verzeichnis in der Cloud das lokale Verzeichnis synchronisiert werden soll. Hier können auch Ordner im Cloud-Speicher angelegt werden. Es ist über mehrere Aufgaben also auch möglich, ein lokales Verzeichnis auf dem NAS mit mehreren Verzeichnissen aus der Cloud zu synchronisieren. Bei „Synchronisierungsrichtung“ kann wiederum festgelegt werden, ob nur Änderungen auf dem NAS in die Cloud synchronisiert werden sollen oder ob die Synchronisierung in beide Richtungen durchgeführt werden soll. Lassen Sie nur Daten vom NAS in die Cloud synchronisieren, steht noch die Option „Entfernen Sie keine Dateien im Zielordner, wenn Sie im Quellordner entfernt werden“ zur Verfügung. Damit kann zum Beispiel auch eine Datensicherung für einen Ordner auf dem NAS in der Cloud durchgeführt werden, über die zumindest gelöschte Dateien schnell und einfach wieder zugreifbar sind.

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Sobald die Aufgabe gespeichert wurde, startet der Synchronisierungsvorgang. Über die Schaltfläche „Bearbeiten“ lassen sich die Einstellungen jederzeit ändern. Bei „Zeitplan“ wird festgelegt, wann die Synchronisierung durchgeführt wird und wann sie pausieren soll. Über „Einstellungen“ kann eine Bandbreitenbegrenzung festgelegt werden. Die Registerkarte „Verlauf“ zeigt wiederum die einzelnen Synchronisierungsvorgänge an, inklusive Datum und Uhrzeit.

Daten verschlüsselt in der Cloud speichern

Über die Option „Datenverschlüsselung“ beim Einrichten einer Synchronisierung mit der Cloud werden alle Daten vor dem Hochladen in die Cloud verschlüsselt. Dazu wird im Assistenten ein Kennwort eingegeben, mit dem die Daten verschlüsselt werden. Der Zugriff auf die Daten ist dann allerdings nur auf dem NAS-System über Cloud Sync möglich. Über „Erweiterte Einstellungen“ lassen sich noch Dateifilter definieren und auch die maximale Größe von Dateien steuern, die in die Cloud synchronisiert werden.

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Über den Autor

 Thomas Joos

Thomas Joos

Freiberuflicher Autor und Journalist