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„Technology Live“ in München Tintri stellt Roadmap für neue Cloud-Plattform vor

Von Michael Matzer 5 min Lesedauer

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Auf der jüngsten Technology-Live-Konferenz in München hat Tintri seine Produktionspläne für seine Storage-Plattform präsentiert. Des Weiteren stellte der dänische Cloud-Storage-Anbieter Keepit seine Lösung vor, und Pure Storage erklärte die Vorteile seiner Flash-basierten Geräte und Services.

Neben Tintri nutzten Keepit und der Speicherriese Pure Storage die Technology-Live-Konferenz in München als Plattform, um ihre Neuheiten und Pläne für die nächste Zukunft zu präsentieren.(Bild:  ©sakkmesterke, Getty Images via Canva.com)
Neben Tintri nutzten Keepit und der Speicherriese Pure Storage die Technology-Live-Konferenz in München als Plattform, um ihre Neuheiten und Pläne für die nächste Zukunft zu präsentieren.
(Bild: ©sakkmesterke, Getty Images via Canva.com)

Tintri setzt ganz auf AIOps, das heißt die KI-gestützte Automation zahlreicher Abläufe in seiner Storage-Lösung VMstore. Schon seit August 2023 verfügt VMstore über eine globale Kontrollebene (GCP), eine Data Plane, wird im RAM ausgeführt, ist unabhängig von einem bestimmten Hypervisor und lässt sich überall bereitstellen, sei es On-Prem, in einer Hybrid- oder Multi-Cloud. Kurzum: Eine Workload lässt sich auf mehreren Plattformen unabhängig vom jeweiligen Hypervisor bereitstellen und ausführen.

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Die Tintri-Strategie ist auf eine „Global Workload Control Plane“ fokussiert. Die Sicht auf die einzelnen Ebene war bislang offenbar begrenzt, doch nun sollen einzelne VMs, Datenbanken (SQL) und vDisks erkennbar werden. So sollen die Ursachen für Engpässe und Flaschenhälse sichtbar werden. Die Analysefunktionen finden laut Hersteller die Ursache, die auf dem Dashboard angezeigt wird. Die automatische Engine sorgt dafür, dass Ressourcen entsprechend dem Bedarf in Echtzeit zugewiesen werden. Das ist besonders für den Betrieb und die Nutzung von Large-Language-Models (LLMs) wichtig, auf denen generative KI beruht. Für diesen Zweck führt das Tintri-Filesystem die verschiedenen Workloads nicht nacheinander, sondern parallel aus.

Tintri setzt nun ganz auf seine Cloud Engine (TCE), um die Effizienz von Hardware und Cloud-Services zu maximieren. Die TCE ist für die Bereitstellung bei Cloud-Providern gedacht, so dass sich mit dem Tintri Global Center sowohl Daten im lokalen Rechenzentrum als auch in der Cloud verwalten und schützen lassen. Die Kapazität ist aktuell auf 3,5 PB pro föderierte Umgebung begrenzt, aber diese Grenze soll verschoben werden. Künftig sollen Funktionen für den Betrieb einer Hybrid-Cloud hinzukommen, und Bereitstellungen auf VMC und Azure lassen sich künftig kombinieren, um den I/O pro Workload zu optimieren, erläuterte Senior Vice President Phil Trickovic, der aus den USA gekommen war. Mark Walsh aus dem EMEA-Vertriebsteam sekundierte ihm.

TxOS wird nun als Microservice ausgeführt, was die Bereitstellung in jeder Container-Architektur und als virtuelle Appliance erleichtert. Die Tintri Cloud Platform (TCP), die Tintri selbst betreibt, dient ausschließlich dem Management von VMs und LLMs. Der VMstore lasse sich aber auch in der Public Cloud betreiben, was ja für alle VMware-geschädigten Kunden eine gute Nachricht sei, so Trickovic. Ebenso lässt sich die Kubernetes-basierte Tanzu-App-Plattform weiter ausführen, denn Container werden ja weiterhin unterstützt.

Die VMStore Software Suite umfasst die Funktionen Analytics, SecureVM, SyncVM, Cloud Connector, ReplicateVM und VM Scale-Out. Der Technikstapel beinhaltet natürlich auch KI-Funktionen.

All diese Neuerungen befinden sich derzeit in der Beta-Phase, sollen also binnen sechs Monaten allgemein verfügbar werden, so Trickovic. Er stellte zudem neue Modelle der Baureihe 7000 vor: 7040 unterstützt 2.500 VMs und 7.500 vDisks, 7060 bietet die doppelte und 7080 die dreifache Kapazität. Die Performance beginnt bei 300K IOPS, was sich auf 400K IOPS steigern lässt. Der Datendurchsatz lässt sich je nach Modell von 5,2 Gbps auf 5,6 Gbps steigern. Pro Gerät lassen sich 24 NVMe-Slots nutzen, so dass die effektive Speicherkapazität zwischen 53,5 und 645 TB liegen kann.

Keepit

Keepit ist eine dänische Datensicherungsfirma mit einer eigenen, herstellerunabhängigen Cloud. Mit der Keepit-Cloud-Infrastruktur lassen sich eine Reihe von verbreiteten SaaS-Anwendungen wie MS 365 sofort sichern. Da der Ransomware-Schutz auf der Technik des Hash-Baums basiert, soll das Sicherheitsniveau besonders hoch sein.

Mit der Keepit-SaaS-Anwendung lassen sich zahlreiche andere SaaS-Anwendungen sichern: EntraID (vormals Active Directory), Azure DevOps, Dynamics 365, Microsoft 365, Google Workspace, Power BI, Salesforce und Zendesk. Manche dieser Anwendungen legen keine Backups an, so etwa MS 365. Der Nutzer wird vom Dashboard darüber informiert, wann das nächste Backup erstellt wird.

Die erste Stufe der Sicherheit besteht darin, dass zwei Kopien eines Objekts in Rechenzentrum A und zwei in Rechenzentrum B sowie zwei Kopien in der unabhängigen Keepit-Cloud abgelegt werden. Die Cloud verhindert, dass alle Backups gleichzeitig gekapert oder unbefugt kopiert werden können.

„Bei uns gibt es keine Datenbank, sondern Metadaten im RAM, die dafür sorgen, dass alle Daten jederzeit abruf- und auffindbar sind“, erläutert CTO und Mitgründer Jakob Östergard. „Das ermöglicht beispielsweise, dass eine Wiederherstellung sofort möglich und feingranular ist.“ Kompression und Deduplizierung erfolgen automatisch. Durch diese effiziente Speicherung auf Festplatten mit 22 TB Kapazität sei die Datenhaltung nicht nur preisgünstig, sondern mit einer zweiten Ebene von Sicherheit und Hochverfügbarkeit realisierbar: RAID.

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Östergard nimmt für Keepit in Anspruch, sein System sowie die Kundendaten seien gegen Ransomware resistent, denn die Objekte seien nicht nur AES-verschlüsselt, sondern auch unveränderlich. „Unsere Anwendung exponiert keine API, mit deren Hilfe Datenobjekte überschrieben werden könnten. Sie verwendet einen Blockchain-Algorithmus, der jeden Manipulationsversuch auf niedriger Ebene vereitelt. Jedes beliebige Datenobjekt ist gegenüber seinem Original unveränderbar.“ Keepit verfügt über eine Löschverzögerung, die für alle konfigurierten Backup-Verbindung gilt und mindestens einen Monat dauert. Sollte es also zu einer Ransomware-Attacke kommen, so sind die Kundendaten dennoch vor Datenverlust geschützt.

Die wiederholte Frage galt einem Thema der DSGVO, nämlich dem „Recht, vergessen zu werden“ oder auf Englisch „The right to be forgotten“ (RTBF). Östergard konnte demonstrieren, dass seine Software auch dafür entsprechende feingranulare Einstellungen aufweist.

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Pure Storage

Pure Storage hatte nichts Neues zu zeigen, denn die großen Neuheiten kommen Mitte Juni auf der globalen Anwenderkonferenz. Markus Grau hatte dennoch jede Menge Fragen zu beantworten. Er ist Enterprise Architect bei Pure Storage in München und arbeitet für das Amt des jeweiligen CTO.

Die jüngste Marketingbotschaft seitens Pure ist der Aspekt der Nachhaltigkeit. Sie unterstreicht, dass die von Pure verwendeten Direct-Flash-Module (DFMs) eine höhere Speicherdichte aufweisen, so dass sie nicht nur platzsparend, sondern stromsparend arbeiten. Dadurch geben sie zudem weniger Hitze ab, was der Kühlung in einem Rechenzentrum zugutekommt. Es kann nachhaltig arbeiten. Die modularen, durch das Evergreen-Programm gelieferten Komponenten würden zudem die Menge des Elektroschrotts reduzieren.

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(Bild: Storage-Insider)

Mit der geeigneten Storage-Software kann sich ein Unternehmen einen Effizienzbooster ins Haus holen oder in der Cloud abonnieren. Dieser Booster steigert nicht nur die Performance der geschäftskritischen Anwendungen, sondern optimiert auch die Kosten der bereits installierten Speichersysteme.

Die Themen im Überblick:

  • Herausforderungen eines modernen Speichersystems
  • Methoden und Technologien effizienter Speichersysteme
  • Effizienter Speicher mit Pure Storage, AWS, Cohesity und Dell

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