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Aruba-Studie ergründet Potenziale und Hemmnisse Uneinheitliches Bild am Netzwerkrand

Autor / Redakteur: M.A. Dirk Srocke / Dipl.-Ing. (FH) Andreas Donner

Was sich am Netzwerkrand tut, sollen jetzt von Aruba veröffentlichte Studienzahlen verdeutlichen. Denen zufolge setzen knapp drei Viertel der IT-Führungskräfte weltweit auf Edge-Technologien; beim produktiven Einsatz liegen die Werte aber zurück.

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Edge Computing soll Effizienz, Produktivität und neuartige Anwendungen voranbringen.
Edge Computing soll Effizienz, Produktivität und neuartige Anwendungen voranbringen.
(Bild: © Siarhei - stock.adobe.com)

Hinter Edge Computing steht das Ansinnen, lokal anfallende Daten auch umgehend an Ort und Stelle zu bearbeiten – beispielsweise, um in Echtzeit Maschinen zu überwachen, Gesichter für Zugangskontrollen zu erkennen oder Preise im Einzelhandel dynamisch anzupassen. Hürden und Potenziale dabei soll eine von Netzwerkausrüster und HPE-Tochter Aruba beauftragte, weltweite Studie dokumentieren.

Uneinheitliches Bild bei Implementierung

Deren Autoren sprechen allerdings von einem uneinheitlichen Bild bei der Implementierung von Edge-Technologien. Demnach nutzen zwar 72 Prozent der IT-Entscheider entsprechende Ansätze bei Verarbeitung, Netzwerk, Storage und Security. Im produktiven Einsatz ist Edge Computing allerdings nur bei 28 Prozent der Befragten; 44 Prozent befinden sich aktuell noch in einer Pilotphase. Weitere 16 Prozent wollen übrigens innerhalb des kommenden Jahres Edge-Projekte implementieren.

Global betrachtet liegt Indien vorn: Dort laufen Edge-Technologien bei 58 Prozent der Befragten bereits produktiv. In Europa führen Frankreich und Italien das Feld an – mit 42 respektive 39 Prozent. Deutschland liegt bei 20 Prozent, die Schlusslichter heißen: Kanada (16 Prozent), Vereinigte Arabische Emirate (13 Prozent) sowie Vereinigtes Königreich (12 Prozent).

Auf Branchen heruntergebrochen, führen Finanzdienstleister das Feld mit einer Rate von 32 Prozent beim „Edge Production Deployment“ an. Knapp dahinter folgen mit jeweils 31 Prozent die drei Sektoren „Bildung“ (1), „IT, Technik und TK“ (2) sowie „Handel und Transport“ (3). Schlusslichter bilden „Hotel- und Gastgewerbe“ mit 16 Prozent sowie „Industrie“ mit 22 Prozent. Die Werte beziehen sich dabei tatsächlich nur auf die jeweilige Branche: Trotz oft heraufbeschworener Industrie 4.0 bestätigt damit also nur gut jeder fünfte IT-Verantwortliche in der Industrie, dass Edge-Technologien produktiv im Einsatz sind.

Hindernisse und ambivalente Sicherheit

Ambivalente Resultate lieferte die Erhebung auch beim Thema Sicherheit von Edge-Technologien. So glauben einerseits 57 Prozent der IT-Entscheider: IoT- oder Nutzergeräte am Netzwerkrand machen ihr Unternehmen anfälliger für Sicherheitsprobleme. Zugleich zählen jedoch auch 47 Prozent eine verbesserte Sicherheit zu den größten Vorzügen der Datenerfassung.

Für jeden Dritten stellen Sicherheitsbedenken auch einen der größten Vorbehalte bezüglich Edge-Installationen dar. Zu häufig genannten Hemmnissen zählen zudem die Implementierungskosten (41 Prozent) sowie ein Mangel an Fachkenntnissen (32 Prozent).

Anwendungen und Vorzüge

Dabei spricht für zahlreiche Unternehmen offenbar einiges dafür, Daten am Netzwerkrand zu erfassen und zu analysieren. 53 Prozent der IT-Entscheider führten die „Verbesserung der betrieblichen Effizienz und der Kosten“ als einen der Hauptvorteile an, 47 Prozent nannten hier die „Steigerung der Mitarbeiterproduktivität“.

Neben Effizienz und Produktivität haben die Befragten jedoch auch weitere Anwendungsfelder im Blick. 44 Prozent wollen sich mit den am Edge verarbeiteten Daten etwa präzisere Informationen über ihre Kunden verschaffen; je 40 Prozent sprechen von personalisiert bereitgestellten Dienstleistungen respektive „neuen differenzierte[n] Produkte[n], Dienstleistungen, Einnahmequellen und Geschäftsmodelle[n]".

Als beliebteste Anwendungsbeispiele identifizierten die Forscher die Rückverfolgung und Überwachung einzelner Artikel in der Lieferkette im Einzelhandel (51 Prozent), den Einsatz von Gesichtserkennungstechnologien im Hotel- und Gaststättengewerbe (49 Prozent) sowie die Verbesserung der User-Experience von Gesundheitsdienstleistern mit Always-on-Tools und -Anwendungen (49 Prozent).

Zu Studie und Methode

Die im Text genannten Zahlen sind Ergebnis einer von Aruba beauftragten Studie. Im Rahmen der globalen quantitativen Studie befragte das Marktforschungsunternehmen Vanson Bourne im Mai 2020 insgesamt 2.400 IT-Entscheider aus Unternehmen mit mindestens 500 Mitarbeitern. Die Antwortgeber kamen dabei aus den USA, Kanada, Großbritannien, Deutschland, Frankreich, den Niederlanden, Spanien, Italien, Schweden, Russland, den Vereinigten Arabischen Emiraten, der Türkei, Indien, Singapur, Japan, China, Südkorea, Hongkong, Australien, Brasilien und Mexiko.

Berücksichtigt wurden die Branchen Bildung, Finanzdienstleistungen, Regierung, Gesundheitswesen, Hotel- und Gaststättengewerbe, Industrie, IT und Einzelhandel. Alle Interviews seien nach einem strengen mehrstufigen Screening-Verfahren durchgeführt worden.

(ID:46953152)

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