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Markt für Container-Virtualisierungstechniken gewinnt an Fahrt VMware kündigt eigenes Container-Betriebssystem an

| Autor / Redakteur: Dipl. -Ing. Thomas Drilling / Ulrike Ostler

Mit zwei Open Source-Projekten will VMware Container stärker in sein Angebot integrieren. Unter dem Namen Photon stellte das Unternehmen eine eigene schlanke Linux-Distribution vor, die verschiedene Containerformate unterstützt und der Entwicklung nativer Cloud-Anwendungen dienen soll. Ergänzend hierzu kündigte VMware mit Lightwave eine Identitäts- und Access-Management-Technik an, die eine zentrale Nutzer- und Zugriffsverwaltung von Containern und Anwendungen ermöglichen soll.

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Container virtualisieren ohne Container: Mit Photon geht VMware jetzt in Konkurrenz zum Branchenüberflieger Docker.
Container virtualisieren ohne Container: Mit Photon geht VMware jetzt in Konkurrenz zum Branchenüberflieger Docker.
(Bild: VMware)

Dass VMware als „ehemaliger“ Virtualisierungsspezialist - als solcher wird der Profit-Garant unter den EMC-Töchtern immer noch primär wahrgenommen - seit Monaten intern um eine Neuaufstellung ringt, ist kein Geheimnis. Die damit einhergehende Konsolidierung des Produktangebots mit einer Flut an Neuvorstellungen Anfang des Jahres ist nach außen für jedermann sichtbar.

Dennoch fährt vSphere dem Marktführer im Bereich Server-Virtualisierung immer noch den Löwenanteil des Profits ein.Dementsprechend aufwändig inszenierte das Unternehmen die Markteinführung der Version 6.0 des Bare-Metal-Hypervisors, die mit einer Phalanx neuer Features sowie Technologien im Bereich Software Defined Storage aufwartet. Trotzdem kommt offenbar auch VMware nicht umhin, die Themen Cloud und Container so zu besetzen, wie Nutzer es vom Marktführer erwarten.

VMware in der Wolke

VMware ist zwar mit vCloud und vClour Air seit langem auch in den Bereichen Private- und Public-Cloud präsent. Doch im Zuge der Konsolidierung seines Portfolios sah es der Anbieter offenbar als ebenfalls dringend notwendig an, den OpenStack-Hyper bedienen zu können. Dies zeigt die Freigabe seiner OpenStack-Variante VMware Integrated OpenStack und vRealize6“, wie VMwares Lösung zur Verwaltung hybrider Cloud-Infrastrukturen jetzt heißt.

Positionsbestimmung

Dies war allerdings von CEO Pat Gelsinger auf der letztjährigen Hausmesse VMWorld auch so angekündigt worden. Angesichts der rasanten Entwicklung bei Cloud- und Container-Technologien schwor er bereits damals Mitarbeiter und Kunden auf einen bevorstehenden Kurswechsel und weitere Konsolidierungsmaßnamen geradezu ein. Man müsse „das Portfolio weiter entschlacken und auf die neuen Cloud-Techniken abstimmen“.

In dieser Aussage ließ sich zwischen den Zeilen das Eingeständnis herauslesen, dass VMware nicht dort steht, wo man in der Selbstwahrnehmung als Cloud-Company gern stünde. Folgerichtig kündete Gelsinger schon auf der VMworld 2014 Partnerschaften mit OpenStack, Docker und CoreOS an, mit dem Ziel, deren Technologien nach und nach in VMware-Produkte integrieren zu wollen.

Mit Photon bedient VMware den Container-Hype

Was mit VMware Integrated OpenStack und vRealize in puncto OpenStack seinen Anfang nahm, setzt VMware jetzt mit Photon und Lightwave in Bezug auf die Integration mit Docker fort und folgt damit dem Beispiel von Red Hat Enterprise Linux Atomic Host, CoreOS und Ubuntu Core/Snappy.

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Über den Autor

Dipl. -Ing. Thomas Drilling

Dipl. -Ing. Thomas Drilling

IT-Consultant, Trainer, Freier Journalist