Gremium zur Standardisierung im Halbleiterumfeld Was ist die JEDEC Solid State Technology Association?

Autor / Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Stefan Luber / Dr. Jürgen Ehneß

Die JEDEC Solid State Technology Association ist ein Gremium, das sich mit der Standardisierung im Halbleiterumfeld beschäftigt. Die US-amerikanische Organisation hat über 300 Mitglieder, bei denen es sich unter anderem um Halbleiterhersteller und große Computerunternehmen handelt. Von der JEDEC veröffentlichte Standards stammen aus Bereichen wie Arbeitsspeicherbausteine, digitale Schnittstellen, Flash-Speicher, SSDs, mobile Speicher und Gehäuseformen elektronischer Bauteile.

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Die wichtigsten IT-Fachbegriffe verständlich erklärt.
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(Bild: © aga7ta - Fotolia)

Die Abkürzung JEDEC steht für „Joint Electron Device Engineering Council“. Es handelt sich um ein US-amerikanisches Standardisierungsgremium für Halbleitertechnik, das sich von der ursprünglichen Bezeichnung gelöst hat und sich heute JEDEC Solid State Technology Association nennt. JEDEC wurde 1958 gegründet und war bis 2010 Mitglied des heute nicht mehr existierenden US-amerikanischen Unternehmerverbands Electronic Industries Alliance (EIA). Zu den über 300 Mitgliedern der Organisation zählen Halbleiterhersteller und große Computerunternehmen. Der Hauptsitz der JEDEC befindet sich in Arlington, Virginia.

Die Standardisierungsaktivitäten der JEDEC finden in Bereichen wie Halbleiterbauelemente, integrierte Schaltungen, Halbleiterspeicher und Speicherbausteine statt und sind in circa 50 verschiedenen vom JEDEC-Board gesteuerten Komitees organisiert. Von der JEDEC Solid State Technology Association veröffentlichte Standards stammen aus Bereichen wie Arbeitsspeicherbausteine (RAM), digitale Schnittstellen, Flash-Speicher, SSDs, mobile Speicher, ESD (elektrostatische Entladungen – Electrostatic Discharge) und Gehäuseformen elektronischer Bauteile.

Geschichte und Ziele der JEDEC

Die Ursprünge der JEDEC reichen bis in das Jahr 1944 zurück. Damals gründeten die Radio Manufacturers Association (RMA) und die National Electrical Manufacturers Association (NEMA) das Joint Electron Tube Engineering Council (JETEC), das sich um die Standardisierung von Röhren kümmerte. Um den Aufgabenbereich auf Halbleiterbauelemente zu erweitern, entstand 1958 das Joint Electron Device Engineering Council (JEDEC). Damals war die JEDEC noch in die beiden Gremien JEDEC Tube Council für Röhrentechnik und JEDEC Semiconductor Council für Halbleitertechnik aufgeteilt. 1977 gliederte man die Röhrentechnik aus der JEDEC aus. Im Jahr 1998 schließlich erhielt die Organisation mit JEDEC Solid State Technology Association ihren heutigen Namen. Sie war bis zur Auflösung der EIA im Jahr 2010 unter dem Dach der EIA angesiedelt.

Ziele der JEDEC Solid State Technology Association sind die Entwicklung und Bereitstellung offener Standards für Halbleitertechnik und Speicherbausteine für Hersteller und Verbraucher. Dank der Standardisierung sollen untereinander kompatible Produkte entstehen. Durch die Zusammenarbeit mit anderen Organisationen der Elektronik- und Computerindustrie werden Risiken für Parallelentwicklungen vermieden und konsistente Standards geschaffen.

Die verschiedenen Standardisierungsbereiche der JEDEC

Die JEDEC Solid State Technology Association ist in vielen verschiedenen Standardisierungsbereichen aktiv. Dazu zählen beispielsweise:

  • Arbeitsspeicherbausteine (RAM) wie SDRAM und DDR-SDRAM,
  • Flash-Speicher wie Solid State Drives (SSDs) und Universal Flash Storage (UFS),
  • Gehäuseformen elektronischer Bauteile und Halbleiter wie Transistoren,
  • mobile Speicher wie Low Power DDR (LPDDR),
  • digitale Schnittstellen wie mini-SATA (mSATA),
  • Datenformate zur Programmierung von Halbleitern,
  • bleifreie Produktion elektronischer Geräte,
  • Qualitätsstandards und Testvorschriften,
  • ESD-Standards.

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