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Gemeinsam genutzter Speicher Was ist Shared Memory?

| Autor / Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Stefan Luber / Jürgen Ehneß

Der Begriff Shared Memory steht für mehrere Technologien, welche die gemeinsame Nutzung eines Speichers ermöglichen. Welche Komponenten den Speicher gemeinsam verwenden, ist von der jeweiligen Technologie abhängig. Es kann sich beispielsweise um Rechenprozesse, Geräte oder Prozessoren handeln. Im Grafikkartenbereich ist die Technologie weit verbreitet.

Die wichtigsten IT-Fachbegriffe verständlich erklärt.
Die wichtigsten IT-Fachbegriffe verständlich erklärt.
(Bild: © aga7ta - Fotolia)

Shared Memory bedeutet, ins Deutsche übersetzt, „gemeinsam genutzter Speicher“. Der Begriff steht für verschiedene Technologien im Computerbereich, welche die gemeinsame Nutzung eines Speichers oder Speicherbereichs ermöglichen. Die Technologien können in einem unterschiedlichen Kontext zum Einsatz kommen. So kann es sich um die gemeinsame Nutzung des Speichers durch verschiedene Rechnerprozesse, Geräte oder Prozessoren handeln. Auch bei Grafikkarten ist die Möglichkeit der gemeinsamen Nutzung des Arbeitsspeichers eines Rechners weit verbreitet und vor allem bei Grafikkarten für Notebooks gängige Praxis.

Shared Memory im Grafikkartenbereich

Viele Hersteller von Grafikkarten bieten Produkte mit Shared-Memory-Technologie an. Vor allem bei Grafikkarten für Notebooks handelt es sich um eine gängige und weit verbreitete Praxis. Eine Grafikkarte mit dieser Technologie besitzt nur wenig oder keinen eigenen Grafikspeicher. Der Grafikprozessor greift statt auf eigenen Grafikspeicher auf den Arbeitsspeicher des Rechners zu und benutzt ihn für grafikspezifische Berechnungen und Darstellungen.

Diese Art von Grafikkarten werden oft als „integrierte Grafikkarte“ oder „Integrated Graphics Processor“ bezeichnet. Sie sind häufig direkt auf dem Mainboard des Rechners als sogenannte Onboard-Grafikkarten integriert und nicht als separate Grafikkarten über einen Steckbus mit dem Rechner verbunden.

Das BIOS des Computers bietet in der Regel die Möglichkeit, die Größe des Grafikkartenspeichers zu konfigurieren. Im Vergleich zu Grafikkarten mit eigenem Grafikspeicher ist die Leistung eines Integrated Graphics Processors niedriger. Grafikkartenhersteller verwenden für die Technologie des gemeinsam genutzten Speichers eigene Marketingbegriffe wie „HyperMemory“ (ATI) oder „TurboCache“ (Nvidia). Bei diesen Lösungen besitzen die Grafikkarten jeweils einen kleinen und schnellen eigenen Grafikspeicher, den sie mit einem Arbeitsspeicherbereich bestimmter Größe des Rechners kombinieren.

Vor- und Nachteile von gemeinsam genutztem Speicher im Grafikkartenbereich

Gemeinsam genutzter Speicher im Grafikkartenbereich bietet zahlreiche Vor- und Nachteile. Als Vorteile lassen sich aufführen:

  • geringerer Platzbedarf der Grafikkarte – Möglichkeit, die Grafikkarte onboard zu realisieren,
  • günstigere Grafikkarten,
  • geringerer Energiebedarf,
  • gemeinsame Nutzung des Kühlsystems der CPU.

Nachteile der Technologie sind:

  • geringere Leistungsfähigkeit der Grafikkarte, da Standard-RAM langsamer als spezialisiertes Video-RAM ist,
  • Speicherbus kann zum Flaschenhals werden,
  • der für die CPU des Rechners nutzbare Arbeitsspeicher reduziert sich,
  • kein separater Tausch der Onboard-Grafikkarte möglich.

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