Auszug aus dem IBM Storage System Kompendium

1999 bis 2005 – die Epoche der Multiplattform-Systeme und des Fibre Channel SAN und NAS, Teil 6

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WORM-Platten

Mitte der 90er-Jahre wurde die WORM-Platte – vom Gesetzgeber anerkannt für viele Archivierungsanforderungen – mit einer Haltbarkeit von 300 Jahren spezifiziert. Viele Unternehmen gingen dazu über, Langzeitarchivierung auf diesen optischen Juke-Boxen zu betreiben. IBM bot auf diesem Gebiet das optische Archivsystem IBM 3995 an.

Nach der Verabschiedung des 8-x-Standards passierte viele Jahre nichts mehr bezüglich einer sinnvollen Standardisierung. Dies lag darin begründet, dass ein 16-x-Standard technisch nicht realisierbar war, da der rote Laser in diesem Bereich eine Streuung zeigte, die es nicht zuließ, auf einem nach 8-x-Standard erzeugten Pit durch Optimierung der Laserfrequenz vier Pits unterzubringen. Auch trug der technologische Wechsel zur Blaue-Laser-Technik (auch „Blue Ray“ genannt) dazu bei, dass ein noch realisierbarer Standard in Rote-Laser-Technik als 12-x-Standard nicht weiterverfolgt wurde.

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Gemeinsame Entwicklung von IBM und Sony

Hier noch ein wichtiger Hinweis, der zeigt, wie tief IBM in der Entwicklung von optischen Technologien engagiert war: Der heutige blaue Laser ist ein IBM-Patent, das aus einer gemeinsamen Entwicklung von IBM und Sony hervorging.

Im Jahr 2000 ergab sich in Deutschland eine massive Änderung für die Langzeitarchivierung. Die GDPdU-Richtlinie wurde verabschiedet und im Jahr 2001 nochmals genauer verifiziert. Diese Richtlinie nahm Abschied von der Vorgabe, bei bestimmten aufzubewahrenden Daten optische WORM-Medien zu verwenden. Damit war der Weg frei, neue Lösungskonzeptionen zu entwickeln, die nicht unbedingt auf optischen Technologien aufgebaut sind.

Wenn die Archivierung gesetzlichen Bestimmungen und Anforderungen unterliegt, spricht man auch von revisionssicherer Archivierung. In vielen Bereichen erkennt der Gesetzgeber die digitale Archivierung als revisionssicher an, stellt aber gleichzeitig auch Anforderungen an die Art und Weise der Archivierung. In Deutschland gibt es z. B. die Grundsätze zum Datenzugriff und zur Prüfbarkeit digitaler Unterlagen (GDPdU). Viele Gesetze und Bestimmungen stellen allgemeine Anforderungen an die revisionssichere Archivierung. Zumeist werden die Aufbewahrungszeiträume von archivierten Daten vorgeschrieben.

Weiterhin muss sichergestellt sein, dass die Daten im digitalen Archiv nicht verändert oder gelöscht werden können – in einer Welt mit zwei bis drei neuen Computerviren pro Tag gar keine so einfache Sache. Einige Bestimmungen schreiben auch vor, Kopien der Originaldaten in getrennten Räumen zu erstellen. Revisionssicherheit bedeutet natürlich auch, dass die Integrität der Daten zu jeder Zeit nachweislich gewährleistet ist. Es muss also auch anhand von Protokollen nachgewiesen werden, dass die Daten dem Original entsprechen. Die eingesetzte Technologie zur Archivierung wird aber heute von fast keinem Gesetz oder einer Bestimmung vorgeschrieben.

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