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Auszug aus dem IBM Storage System Kompendium 1999 bis 2005 – die Epoche der Multiplattform-Systeme und des Fibre Channel SAN und NAS, Teil 6

| Autor / Redakteur: Kurt Gerecke und Klemens Poschke / Nico Litzel

Archivierung von Informationen ist ein sehr altes Thema, denkt man an die Höhlenmalereien der Grotte Chauvet im Vallon Pont d’Arc in Südfrankreich, die auf ca. 31.000 Jahre geschätzt werden. Die Techniken, der Nachwelt Informationen zukommen zu lassen, haben sich seitdem stets verbessert. Zunächst wurden Information in Stein gemeißelt und in Ton gebrannt, bis die Ägypter etwa 4.000 Jahre vor unserer Zeit den Papyrus – den Vorgänger des heutigen Papiers – entdeckten, um Informationen darauf festzuhalten.

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Die Entwicklung der optischen Techniken in den 90er-Jahren
Die Entwicklung der optischen Techniken in den 90er-Jahren
( Archiv: Vogel Business Media )

Mit fortschreitender Technik war es nun auch möglich, mehr Informationen zu speichern und der Nachwelt zu hinterlassen. Denken wir nur an das Alte Testament, das einen Zeitraum von ca. 2.000 Jahren vor Christi Geburt umfasst und aus insgesamt zwölf Büchern besteht. Mit der Erfindung des Buckdrucks durch Johannes Gutenberg aus Mainz, Mitte des 15. Jahrhunderts, war es dann auch möglich, Informationen einfach zu vervielfältigen, was zu vielen interessanten Überlieferungen beigetragen hat und natürlich auch zum Wachstum an Informationen.

Entwicklungsallianz zwischen IBM und Sony

Bereits 1982 gründeten IBM und Sony eine Entwicklungsallianz mit dem Ziel, optische Technologien gemeinsam weiterzuentwickeln. So enstanden im IT-Umfeld Anfang der 90er-Jahre optische Archivierungsmöglichkeiten, sogenannte Juke-Boxen mit optischen Platten und entsprechenden Schreib-/Lesegeräten, die sich in dieser Zeit auch als Archivierungseinheiten zur Langzeitarchivierung durchsetzten. Es etablierten sich drei unterschiedliche optische Medien, die WORM-Platte (Write Once Read Many), die magneto-optische Platte MO und die „Schein-WORM“-Platte, die sogenannte CCW-Platte (Continuous Composite WORM), eine magneto-optische Platte, die bei der Herstellung eine Kennzeichnung bekommt, die sicherstellt, dass das Medium nicht versehentlich überschrieben wird.

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Bereits 1992 begann man, die für die IT-Branche entwickelten Formate WORM, MO und CCW, basierend auf der Rote-Laser-Technik, zu standardisieren. Ein ISO-Standardisierungsgremium bildete sich und selbst der deutsche DIN bildete den NI23-Arbeitskreis, einen Ausschuss des deutschen DIN zur Normierung von optischen Datenträgern, der der internationalen ISO direkt zuarbeitete und seine entsprechende Position abgab.

ISO-Norm

Die als 1-x-Standard verabschiedete ISO-Norm reflektierte eine 650-Megabyte-Platte in allen drei Formaten, mit dem 2-x-Standard kam die 1,3-Gigabyte-, mit dem 4-x-Standard die 2,6-Gigabyte-Platte. 1998 wurde der letzte Standard als 8-x-Standard verabschiedet, der immer noch auf dem roten Laser basierte. Der 8-x-Standard bot auf allen drei Formaten 5,2 Gigabyte Kapazität pro Platte.

Um Rückwärtskompatibilität zu gewährleisten, war der Standard so gestaltet, dass Medien des 1-x-Standards sowohl lese- als auch schreibmäßig von Schreib-/Lesegeräten des 2-x-Standards verarbeitet werden konnten und selbst der 4-x-Standard noch in der Lage war, Medien des 1-x-Standards zu lesen. Mit dem 8-x-Standard kam der Bruch, da nicht mehr vorgesehen war, Medien des 1-x-Standards auf Schreib-/Lesegeräten des 8-x-Standards verarbeiten zu können.

Weiter mit: WORM-Platten

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