Auszug aus dem IBM Storage System Kompendium

1999 bis 2005 – die Epoche der Multiplattform-Systeme und des Fibre Channel SAN und NAS, Teil 6

Seite: 3/7

Firmen zum Thema

Hat ein digitales Archiv 30 Jahre Bestand?

In einigen Fällen, z. B. im medizinischen und pharmazeutischen Bereich, müssen Daten 30 Jahre und länger archiviert werden. Eine Frage, die sich daraus ergibt, ist: Gibt es ein digitales Archiv, das auch in 30 Jahren noch Bestand hat? Eine zeitgemäße Antwort darauf ist, dass die Informationen von Zeit zu Zeit auf neue Systeme und Technologien überführt werden müssen. Überführung von Informationen und informationsverarbeitenden Systemen auf neue Systeme und Technologien – nachfolgend auch Migration genannt – ist heutzutage der einzige Weg, um die Daten auch in 30 Jahren noch lesen zu können.

Aufgrund der veränderten Bedingungen für die Langzeitarchivierung kündigte IBM das System DR450 im Oktober 2003 an. Das System wurde mit Standardkomponenten aufgebaut und als Langzeitarchivierungslösung für den Open-Systems-Bereich zur Verfügung gestellt. Die Lösung bestand aus zwei pSeries-p615-Servern, die in einem hochverfügbaren HACMP-Cluster (AIX-Betriebssystem) zusammengefasst waren. Auf diesen Servern war der IBM Tivoli Storage Manager für Data Retention aufgesetzt, der sicherstellte, dass die archivierten Dateien und Dokumente innerhalb der Aufbewahrungsfrist nicht gelöscht oder modifiziert werden.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 5 Bildern

Die Daten wurden auf SATA-Platten (siehe auch Technologie-Anhang) einer FAStT600 mit EXP100-Erweiterungseinheiten abgespeichert. Kapazitäten von 3,5 bis 56 Terabyte konnten konfiguriert werden. Das Magnetplattensystem war über ein redundant ausgelegtes, Fibre-Channel-basierendes SAN an die Server angeschlossen. Optional konnten an diesem SAN auch 3592-Bandlaufwerke mit entsprechenden WORM-Kassetten und/oder überschreibbaren Kassetten betrieben werden.

DR550 – die Weiterentwicklung der DR450

Bereits im Jahr 2005 kam die Weiterentwicklung der DR450 mit der DR550 auf den Markt, die im Jahr 2006 mit allen seinen Komponenten auf RoHS-Konformität umgestellt wurde. Das IBM-DR550-System besteht heute aus den IBM-Standard-Software- und Hardware-Komponenten AIX, SSAM, pSeries p52A, den SAN-Komponenten 2005-B16, Disk System DS4700 und Disk-Erweiterungseinheiten EXP810. Optional kann man ein hochverfügbares DR550-System bestellen. Dabei beinhaltet das System zusätzlich noch die Cluster-Software HACMP.

Der Vorteil dieses Konzepts liegt auf der Hand: Der Anwender erhält ein System, dessen Komponenten schon lange im Markt erprobt sind. Kernkomponente von DR550 ist der System Storage Archive Manager, ein Derivat vom Tivoli Storage Manager for Data Retention, der jegliche Veränderung oder Löschung von Informationen verhindert und somit die revisionssichere Speicherung erlaubt.

In der Produktfamilie IBM System Storage DR550 gibt es drei Modelle:

  • Das DR550-Express-System ist eine Einstiegslösung, die aus einer IBM pSeries Model 52A besteht mit internen SCSI-Festplatten, die als RAID5 konfiguriert sind. Mit dem DR550-Express-Model wird ein Monitor-Kit mit Keyboard und Maus geliefert sowie ein SAN Switch 2005-B16, der für den Anschluss von Tape oder einer Disk-Erweiterungseinheit vorgesehen ist. Ein DR550-Express-System erhält man mit einer Einstiegskapazität von 1,1 Terabyte (brutto). Das System kann um vier oder acht Terabyte (brutto) erweitert werden, durch den Anschluss eines DS4700-RAID5-Systems. Ein entsprechender Einbauschrank kann optional mitbestellt werden.

Weiter mit: Das DR550-Single-Node-System

(ID:2043495)