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Auszug aus dem IBM Storage System Kompendium 2006 bis 2010 – die Epoche der Server-basierenden Speichersysteme und der Speichervirtualisierung, Teil 7

| Autor / Redakteur: Kurt Gerecke und Klemens Poschke / Nico Litzel

Eine hardwarebasierende Datenspiegelung (synchron oder asynchron) als typische Funktion zur Erfüllung von Business-Continuity-Vorgaben ist normalerweise herstellerübergreifend nicht möglich. Der SAN Volume Controller (SVC) führt eine Datenspiegelung in der Virtualisierungsschicht durch. In einer virtualisierten Speicherumgebung ist damit die Datenspiegelung nun auch zwischen Systemen unterschiedlicher Bauart und Hersteller möglich.

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Vdisk Mirroring stellt eine neue Vdisk-Konfiguration dar, bei der eine gespiegelte Vdisk zeitgleich auf zwei unterschiedliche Mdisk-Sets geschrieben wird, die normalerweise auf zwei unterschiedlichen Disk-Systemen liegen. Der SVC hält beide Kopien synchron.
Vdisk Mirroring stellt eine neue Vdisk-Konfiguration dar, bei der eine gespiegelte Vdisk zeitgleich auf zwei unterschiedliche Mdisk-Sets geschrieben wird, die normalerweise auf zwei unterschiedlichen Disk-Systemen liegen. Der SVC hält beide Kopien synchron.
( Archiv: Vogel Business Media )

Im Desasterfall lässt sich schnell vom primären auf den sekundären Speicher umschalten. Das erfordert in der Regel einen Eingriff durch den Administrator, was durch vorher erstellte Skripts unterstützt oder automatisiert werden kann.

SVC-Spiegelungsoptionen

Insgesamt laufen beim SVC alle Spiegelungsaktivitäten zwischen verteilten Standorten zumeist über Glasfaser ab. Bei großen Entfernungen können SAN-Router zum Einsatz kommen, die auf der einen Seite das FC-Protokoll in ein IP-Protokoll und auf der Gegenseite wieder in ein FC-Protokoll umwandeln.

Alternativ bieten einige Hersteller hierfür auch die DWDM- (Dense Wave Division Multiplexing) oder CWDM-Technologie (Coarse Wave Division Multiplexing) an. Mit diesen Geräten ist eine Bündelung von verschiedenen Protokollen (etwa IP, FC, FICON, ESCON) auf die Mindestzahl von physischen Verbindungen (in der Regel Dark Fibre) möglich.

SVC-Kopierfunktionen (FlashCopies)

FlashCopies eignen sich zur Backup-Unterstützung von Datenbanken und Filesystemen. Ein FlashCopy wird als Point-in-Time Copy ausgeführt und erzeugt im Moment seiner Aktivierung eine Festplatte, die eine exakte Kopie der Quellfestplatte zum Startzeitpunkt ist.

Mit dem Software Release SVC Version 4.2, das im Mai 2007 zur Verfügung gestellt wurde, kam die neue Funktion Multi Target FlashCopy hinzu, die es erlaubt, 16 Kopien einer Festplatte zu erzeugen, das heißt, von einer Source 16 Targets abzubilden.

Mit dem Software Release SVC Version 4.2.1 vom Oktober 2007 kündigte IBM die Funktion des Incremental FlashCopy und des Cascaded FlashCopy an. Incremental bedeutet, dass eine bestehende FlashCopy auf den aktuellen Stand gehoben werden kann. Es werden dann nur die bis dahin angefallenen Änderungen der Ursprungsfestplatte kopiert.

Cascaded bedeutet, dass man auch von der Kopie weitere Kopien erzeugen kann. Das ist insbesondere dann wichtig, wenn man eine inkrementelle FlashCopy speichern möchte, bevor man sie fortführt. In Summe können bis zu 16 Kopien einer Ursprungsfestplatte erzeugt werden. Konsistenzgruppen werden in allen Modi unterstützt.

Die Version SVC Version 4.2.1 bietet zudem die Möglichkeit, Copy-Service-Kapazitäten von 256 Terabyte per I/O-Gruppe auf 1.024 Terabyte zu steigern und eröffnet jetzt die Möglichkeit, eine maximale Kapazität von acht Petabyte (vorher war es nur zwei Petabyte) per SVC-Cluster abzubilden.

Im Mai 2008 kündigt IBM den SVC Release 4.3 mit Verfügbarkeit im Juni 2008 an. Release 4.3 enthält viele Erweiterungen und neue Funktionen, die im Folgenden beschrieben sind.

Weiter mit: Space Efficient Virtual Disk (SEV)

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