Matrix42 schickt 400 Mitarbeiter nach Corona-Stresstest nach Hause

6 Tipps für ein reibungsloses Homeoffice

| Autor / Redakteur: Dirk Srocke / Florian Karlstetter

Neben sicher funktionierender Technik gehören zum Homeoffice auch Organisation und Collaboration.
Neben sicher funktionierender Technik gehören zum Homeoffice auch Organisation und Collaboration. (Bild: © haru_natsu_kobo- stock.adobe.com)

Was passiert, wenn ein komplettes Unternehmen „remote“ arbeitet? Das hat Matrix42 ausprobiert – und nach einem erfolgreichen Stresstest zum vorläufigen Alltag gemacht. Seine Erfahrungen gibt der Spezialist für Digital-Workspace-Management jetzt in Form von sechs Praxis-Tipps weiter.

Unternehmen können Arbeitskräfte offenbar im großen Stil ins Homeoffice schicken und müssen dabei keine spürbaren Einschränkungen bei Effizienz oder Business Continuity hinnehmen. Das sagt Matrix42 und liefert selbst ein Beispiel dafür ab: Seit 16. März arbeiten die über 400 Mitarbeiter des Spezialisten für Digital-Workspace-Management „effektiv und sicher aus dem Homeoffice heraus“.

Mögliche Schwierigkeiten hat der Anbieter dabei bereits im Vorfeld ausgeräumt. Zu klären waren in der Praxis etwa, ob vorhandene Infrastrukturen ausreichend dimensioniert und vor Cyber-Angriffen geschützt sind. Zudem musste sichergestellt werden, dass Mitarbeiter über mobile Arbeitsgeräte verfügen, die sich ortsunabhängig verwalten lassen.

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Stresstest zur Vorbereitung

Als Vorbereitung hat Matrix42 am 13. März zudem einen unternehmensweiten „Corona-Stresstest“ durchgezogen: Zu diesem Termin haben alle der über 400 Mitarbeiter an den verschiedenen Unternehmensstandorten remote gearbeitet. Probleme und Schwachstellen seien im laufenden Prozess identifiziert und behoben worden. Ergebnis: Man habe 99,9 Prozent der Business Continuity auch bei vollständiger Remote-Arbeit sicherstellen können. Schwerwiegendere Störungen könne man binnen 30 Minuten lösen.

Die am 16. März gemeldeten Probleme mit Microsoft Teams hat Matrix42 übrigens nur als kleinere und kurzzeitige Unannehmlichkeiten wahrgenommen. Dem Vernehmen nach wurden die Teleworker im Homeoffice davon nicht wirklich ausgebremst.

Sechs-Punkte-Plan

Für Unternehmen, die ihre Mitarbeiter nun auch in größerer Zahl ins Corona-sichere Homeoffice schicken wollen, hat Matrix42 die eigenen Erfahrungen zusammengefasst. Auf folgende sechs Punkte gelte es dabei besonders zu achten:

1. Transparenz in der Infrastruktur schaffen

Hier gilt es zunächst Fragen zu klären wie: Habe ich als Unternehmen ausreichend Zugänge, sodass alle Mitarbeiter von zu Hause aus arbeiten können? Und wie erfolgt der Zugriff? Entscheidend für die Produktivität des Unternehmens sind die Faktoren Bandbereite, Verfügbarkeit der Telefone On-Premises, ausreichend Serverkapazität und ausreichend Hardware.

2. Organisatorische Vorbereitung

Um bestmöglich für den Ernstfall vorbereitet zu sein, empfiehlt sich die Bereitstellung von Collaboration-Tools wie Yammer oder Teams. So können sich die Kollegen bei Problemen über den Kanal auch gegenseitig helfen und überlasten nicht den Support. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Migration der Telefonanlage – im besten Fall – in die Cloud. Auf diese Weise können die Telefone auf die Homeoffice-Plätze umgeleitet werden. Auch die Gründung einer speziellen Task-Force ist hilfreich.

3. Check geschäftskritischer Applikationen

Erforderlich ist eine Analyse, welche Business-Applications bereitgestellt werden müssen, damit alle Mitarbeiter weiter produktiv arbeiten können. Kann zum Beispiel auch die Buchhalterin von zu Hause aus auf SAP zugreifen?

4. Sicherheit

Sobald Mitarbeiter mobil arbeiten, vervielfachen sich auch die Angriffsvektoren. Nicht nur, weil wahrscheinlich einige Mitarbeiter auf ihren Privatgeräten arbeiten (müssen). Idealerweise richtet man virtuelle Desktops ein, so können alle Endgeräte relativ einfach und automatisiert gesichert werden.

5. Fehlerbehebung

Wie stelle ich Mitarbeitern, die zu Hause arbeiten, einen effizienten Service-Desk zur Verfügung? Hier können Enterprise-Service- Management-Solutions sehr effizient helfen. Ebenfalls geklärt werden muss die Frage, wie das Unternehmen mit Fällen umgeht, bei denen Mitarbeiter über Privatgeräte arbeiten und es aus diesem Grund zu einem Incident kommt. Hier empfiehlt sich eine pragmatische Herangehensweise, bei der immer die Produktivität der Mitarbeiter im Vordergrund steht.

6. Monitoring

Zuletzt ist eine kontinuierliche Verfolgung und Meldung von Arbeitsbereichsproblemen und der Produktivität der Mitarbeiter, die von zu Hause arbeiten, zu empfehlen. Daraus sind dann gegebenenfalls entsprechende Maßnahmen abzuleiten.

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