Objektspeicher: Rettungsring im Datenmeer?

Aktive Daten sind nur die Spitze des Eisbergs

| Autor / Redakteur: Jon Toor / Tina Billo

Bei einem Großteil der gespeicherten Daten handelt es sich um solche, die mehr oder weniger ungenutzt brach liegen. Diese müssen sinnvoll gespeichert werden - Objektspeicher in Kombination mit modernen Datenmanagementlösungen sind ein denkbarer Ansatz.
Bei einem Großteil der gespeicherten Daten handelt es sich um solche, die mehr oder weniger ungenutzt brach liegen. Diese müssen sinnvoll gespeichert werden - Objektspeicher in Kombination mit modernen Datenmanagementlösungen sind ein denkbarer Ansatz. (Bild: Cloudian)

Rund 60 Prozent der auf Primärspeichern in Unternehmen vorgehaltenen Daten werden gar nicht oder nur selten genutzt, so das Ergebnis von Untersuchungen. Damit belegen sie teure Kapazität, die sich besser nutzen ließe. Der Einsatz von Objektspeicher in Kombination mit modernen Datenmanagementlösungen könnte dies ändern.

Der Anteil an kalten Daten wächst. Inzwischen machen diese das Gros der in Unternehmen gespeicherten Informationen aus - insofern ist es wohl passend von einem Daten-Eisberg zu sprechen.Diese schlummern häufig auf Primärspeichern, die unter Kostenaspekten für diesen Zweck weniger geeignet sind.

Bestehende Speicherkonzepte greifen immer weniger und diese Situation wird sich auch nicht ändern. Denn die Flut an Daten nimmt weiter zu. Die Gründe hierfür sind vielschichtig. Zum einen generieren neue Anwendungen, Sensoren und das Internet der Dinge immer mehr unstrukturierte Informationen. Zum anderen verschärfen neue die Vorhaltung von Daten betreffende Richtlinien die Situation. Zusammengenommen resultiert all dies darin, dass der Prozentsatz kalter, ungenutzter Daten weiterhin ansteigt.

Sicherlich gibt es seit langem Lösungen, mit denen sich diese mittels Tiering verschieben und dort ablegen lassen, wo es aus technischer und finanzieller Sicht am sinnvollsten scheint. Dennoch landet immer noch ein Großteil auf der teuersten Speicherebene: den Primärspeichersystemen. Dabei gibt es Alternativen. Eine davon sind Objektspeicher. In Kombination mit modernen Datenmangementlösungen könnte ihr Einsatz vielerlei Probleme lösen. Diese reichen von einer besseren Kapazitätsauslastung über einen Abbau der in Rechenzentren vorherrschenden komplexen Infrastruktur bis hin zu einem einfacherem Mangement.

Datentreiber Backup und Replikation

Backup- und Replikationsprozesse tragen unter anderem zu dem hohen Anteil der auf Primärspeicher liegenden ungenutzten Daten bei. Diese auf einem NAS zu speichern, belegt nicht nur jede Menge Platz, sondern ist zudem kostspielig. Sobald eine Datei erstmals erstellt wird, werden die Daten zum Snapshot-Zeitplan hinzugefügt. Die tägliche Änderungsrate liegt bei aktiven Dateien im Schnitt bei 20 Prozent. Daraus resultierend entwickelt sich eine anfangs nur ein Megabyte große Datei innerhalb von nur einer Woche zu zwei Megabyte an erstellten Snapshots.

Hinzu kommt, dass die täglichen und wöchentliche Backups meist einen Monat und diese dann wiederum jahrelang aufbewahrt werden. Im Ergebnis speichern Unternehmen über die gesamte Lebensdauer einer Datei hinweg gesehen am Ende ein Vielfaches mehr an Daten, als die ursprünglichen Dateigröße eigentlich ausgemacht hat. Im Laufe der Zeit vergrößert sich das Problem. Denn je mehr Daten erzeugt und behalten werden, desto mehr Last erzeugen Backup- und Replikation.

Tiering kann es richten

Angesichts der riesigen Mengen an inaktiven, kalten Daten drängt sich natürlich die Frage nach neuen Lösungsansätzen auf. Ob es beispielsweise nicht möglich ist, das Konzept des Daten-Tierings dem eigentlichen Grundgedanken folgend anzuwenden: nämlich nicht genutzte Daten auf einem möglichst günstigen anstelle auf dem teuren Premium-Primärspeicher vorzuhalten.

Ein Weg besteht im Einsatz moderner Speichermanagement-Software. Parallel dazu müssen allerdings auch Ansätze entwickelt werden, mit denen sich die Nachteile gängiger Storage-Konzepte aushebeln lassen - günstiger anstelle teurer Speicherplatz heißt hier die Devise. Im Zusammenspiel ließe sich dadurch der Weg ebnen, Kapazität auf Tier 1 einzusparen und gleichzeitig die Kosten für die darunterliegenden Speicherebenen zu verringern.

Objektspeicher: Günstig und einfach

Der erste Teil der Lösung ist Objektspeicher, der seit langem ein wichtiger Bestandteil von Cloud-Plattformen wie Amazon oder Google und Grundlage für Angebote wie Youtube, Facebook oder Netflix ist. Waren die Systeme bisher den Schwergewichten der IT-Branche vorbehalten, halten sie sukzessive auch in den Rechenzentren von Unternehmen Einzug. Dadurch profitieren diese nun auch von der Kosteneffizienz und der nahezu unbegrenzten Skalierbarkeit und machen sie damit zu einem Tier-2-Speicherziel für viele Anwendungen.

Insbesondere die Bereitstellung und Skalierung von Speicher ist seit jeher ein Problem, das jeder Storage-Manager kennt. Herkömmliche NAS- und Backup-Systeme werden aufgrund der schwerlich einschätzbaren Datenentwicklung oft überdimensioniert geplant. Dies führt häufig dazu, dass ihre Kapazitäten über lange Zeiträume hinweg unausgelastet bleiben.

Objektspeicher hingegen zeichnet sich dadurch aus, dass er sich im Gegensatz zu klassischen, monolithischen Speichersystemen in sehr vielen kleineren Schritten skalieren lässt. So kann klein gestartet und bedarfsgerecht hochskaliert werden. Das spart Kosten - je nach Größenordnung 0,5 bis 1 Cent pro Gigabyte. Somit liegen diese bei gut einem Drittel, die für traditionelle SAN- oder NAS-Systeme in die Hand genommen werden müssten. Objektspeicher ist zudem sehr einfach aufgebaut. Da sich mehr Informationen in einem einzigen Storage-Pool konsolidieren lassen, lassen sich weniger komplex aufgebaute Strukturen schaffen.

Modernes Datenmanagement

Der zweite Teil der Lösung ist eine Datenmanagementlösung der nächsten Generation, die den Prozess des Tierings von Daten automatisiert. Informationen werden dabei anhand benutzerdefinierter Attribute wie beispielsweise Dateialter, Zugriffshäufigkeit, Eigentümer oder Typ identifiziert und darauf automatisch entweder in den Primär- oder den Objektspeicher verschoben. Wenn der Nutzer die Daten anfordert, werden sie im Hintergrund aus der Objektspeicherung abgerufen. Ändert er die Datei, wird sie in den Originalordner zurückgeschickt. Der gesamte Prozess verläuft vollständig transparent und es ändert sich nichts an der Art und Weise, wie auf Daten zugegriffen wird.

Strategiewechsel macht sich bezahlt

Angesichts straffer Budgets bei gleichzeitig hohen an Speicherkapazität und Performance gestellten Anforderungen, müssen Unternehmen intelligente Strategien aufsetzen. Wird das Daten-Tiering-Konzept mittels Datenmanagementlösungen clever umgesetzt, kann dies den Dateneisberg zu Schmelzen bringen.

Gleichzeitig benötigen Unternehmen Objektspeicher, um ihre Storage-Kosten mittels einfacher Skalierung und Verwaltung in den Griff zu bekommen. Die Technologien sind da, jetzt müssen nur noch Taten folgen.

* Jon Toor ist Chief Marketing Officer bei Cloudian.

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