Merkmale und Funktionen eines Storage-Managements Alle Speicher im Griff

Autor / Redakteur: Dr. Dietmar Müller / Dr. Jürgen Ehneß

Das Storage-Management bezieht sich auf Prozesse, welche die Datenspeicherung mittels Software oder Techniken vereinfachen. Es versucht, die Effizienz der Datenspeicherressourcen zu verbessern und zu maximieren.

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Das Storage-Management optimiert die Effizienz und Leistungsfähigkeit der in einem Unternehmen verwendeten Speichersysteme.
Das Storage-Management optimiert die Effizienz und Leistungsfähigkeit der in einem Unternehmen verwendeten Speichersysteme.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Speichermanagementprozesse können sich mit lokalem oder externem Speicher wie NAS, SAN, USBs, SDDs, HDDs, Cloud und so weiter befassen. Das Ziel des Speichermanagements besteht darin, die Leistung von Ressourcen zu verbessern. Betrachten wir darüber hinaus weitere Vorteile.

Vorteile des Speichermanagements

Die Merkmale und Funktionen eines Storage-Managements sind laut unserer Definition:

  • Entwicklung einer Strategie, welche den Ist-Zustand, die Anforderungen und die Zielkonstellation berücksichtigt,
  • zentrale Verwaltung der Speichersysteme und ihrer Ressourcen über eine einheitliche Plattform,
  • Integration von Storage-Technologien, welche die verschiedenen Anforderungen der Anwendungen erfüllen,
  • Automatisierung von Verwaltungsaufgaben und Speicherfunktionen,
  • Backup- und Replikationsfunktionen,
  • Kompressionsmöglichkeiten der Daten,
  • Absicherung der Datenspeicher,
  • Monitoring der Leistung und Kapazität.

Aus dieser Aufzählung lassen sich leicht die Vorteile des Speichermanagements für Unternehmen beziehungsweise für IT-Abteilungen ableiten. Diese sind nicht zuletzt:

Die Reduktion der Kapital- und Betriebskosten

Der größte Kostenfaktor bei der Speicherung sind die Wartung sowie der Betrieb der Infrastruktur. Ein gutes Speichermanagement kann die CapEx-Ausgaben reduzieren, da ein Unternehmen die entsprechende Kapazität nicht so oft erweitern muss. Auch OpEx-Aufwendungen können reduziert werden, da der laufende Speicherbetrieb reduziert wird.

Eine erleichterte Verwaltung

Speicherverwaltungssysteme helfen Anwendern durch automatisierte Aufgaben, zentralisierte Managementkonsolen oder Remote-Protokollierung Zeit zu sparen. Sie reduzieren in der Regel auch die Anzahl der IT-Mitarbeiter, die für den mBetrieb der Speicherinfrastruktur erforderlich ist. Das Speichermanagement kann zudem die Verwaltung von virtualisierten oder Cloud-Umgebungen von einem einzigen Standort aus vereinfachen.

Leistungssteigerung

Eines der Hauptziele des Speichermanagements besteht darin, die Leistung der vorhandenen Speicherressourcen zu verbessern. Durch das Komprimieren von Daten können beispielsweise die Speichermenge drastisch reduziert und die Übertragungsgeschwindigkeiten von Dateien verbessert werden. Die automatische Speicherbereitstellung lässt (natürlich) die Zeit für die Bereitstellung von Speicherressourcen schrumpfen.

Geschwindigkeit und Flexibilität

Speichermanagementlösungen sollten in der Lage sein, in Echtzeit zu arbeiten und sich an plötzliche Änderungen der Speicherressourcen anzupassen, beispielsweise im Fall der Speicherreplikation. Auch die Speichervirtualisierung kann dazu beitragen, die Flexibilität zu verbessern und verschwendeten Speicher zu reduzieren. Mittels Virtualisierung lässt sich etwa ein Pool aus physi schen Speichern von mehreren Geräten in einem einzigen Storage-Device erstellen. Speicherkapazität kann so leicht verlagert werden, wenn sich die Anforderungen an das Unternehmen ändern.

Höhere Verfügbarkeit

Dies ist wahrscheinlich einer der größten Vorteile des Speichermanagements. Technologien wie Replikation, Snapshot und Spiegelung, Migration und Disaster Recovery (DR) können dabei helfen, eine höhere Verfügbarkeit und Zuverlässigkeit von Daten zu erzielen. Alle diese Speichertechniken sind in der Lage, Daten schnell zu sichern und wiederherzustellen; einige können gar als primärer Speicher dienen.

Speicher-Tiering

IT-Teams können ganz einfach Clouds zusätzlich zu HDD und SSD als weitere Speicherebene verwenden und dabei per Richtlinien zwischen heißen, warmen und kalten Daten unterscheiden und sie entsprechend abspeichern. Bei Bedarf lassen sie sich nahtlos wieder lokal migrieren. Das hilft ungemein beim Befüllen von Backups und für das Disaster Recovery: Durch die Replikation von Daten und das Konvertieren verschiedener VM-Formate zwischen Clouds können Unternehmen schnelle Recovery-Zeitziele erreichen, oft in nur wenigen Minuten.

Einfachere Security

Zusätzlich kann gesagt werden, dass ein zentrales Storage-Management dabei hilft, die Angriffsfläche für Hacks und Ransomware zu verringern beziehungsweise schneller auf sie zu reagieren. Eine Plattform mit einer einzigen Benutzeroberfläche ist auch ideal für die kontinuierliche Überwachung und Analyse von Datenströmen.

Was Storage-Management nicht ist

In der Vergangenheit haben einige eng verwandte Konzepte für die Speicherverwaltung von sich reden gemacht, allen voran das Storage Resource Management (SRM) und das SAN-Management. Sie visualisieren die eingesetzten Komponenten eines Speichernetzwerkes, stellen deren Abhängigkeiten zueinander dar und liefern wichtige Informationen für eine vorausschauende Planung der benötigten Netz- und Speicherkapazitäten.

Solche Konzepte zielen zwar darauf ab, den Speicher entweder über Software oder Hardware zu verwalten, werden aber nicht unbedingt als „Managementprozesse“ betrachtet.

Storage Resource Management

Denn Storage Resource Management (SRM) ist eine Software-Lösung, welche die Geschwindigkeit und Leistung des Speicherplatzes optimieren will, der im Storage Area Network (SAN) oder im Network Attached Storage (NAS) verwendet wird. Es verwendet eine Vielzahl von Methoden, um nicht ausgelastete Speicher zu identifizieren, Speicherkapazität zuzuweisen, alte Daten auf alternative Medien zu übertragen und so Kosten zu sparen. SRM hilft auch bei der Verwaltung von Konfigurationen, Richtlinien, Speichermedien und mehr.

Obwohl es ähnlich klingt, ist SRM ein anderes Konzept als das Speichermanagement. SRM bezieht sich auf eine spezifische Software, entweder als standalone oder als Teil eines Software-Bundles. Das Speichermanagement dagegen bezieht sich auf das gesamte Paket, bestehend aus Hardware, Software und Prozessen. Das macht SRM zu einer Teilmenge des Speichermanagements.

Networked Storage Management

Networked-Storage-Management-Lösungen (NSM) wie SAN oder NAS sind ebenfalls ähnliche Konzepte für die Verwaltung von Storage. Ein SAN ist ja zuvorderst ein Netzwerk, das zur Verbesserung der Zugänglichkeit von Speicherressourcen verwendet wird. Die Elemente im SAN können aus Festplatten-Arrays oder Tapes bestehen, die zwar miteinander vernetzt sind, aber nicht von einem Server, sondern einer SAN-Verwaltungs-Software gesteuert werden. Meistens nutzen SAN und NAS proprietäre Soft- und Hardware, sodass sie weniger flexibel sind. Wie bereits erwähnt, zielt SRM darauf ab, die Geschwindigkeit und Effizienz des verwendeten Speichers zu verbessern. Mit einem SRM können also SAN von einem einzigen Server aus verwaltet werden.

Distributed Storage Networks

Die Technologieansätze des Distributed Storage Networks und von Public-Cloud-Plattformen lassen sich mittlerweile ziemlich clever und kreativ kombinieren, sodass global hochverfügbare Distributed Storage Networks entstehen, die nicht einmal zwingend ein eigenes Rechenzentrum voraussetzen. Daten können als hochgradig verschlüsselte Datenfragmente über mehrere Cloud-Provider und -Rechenzentren verteilt werden, sodass sie nicht kompromittiert oder mitgelesen werden können. Auch wird der Datentransfer in die und aus der Cloud dank der Distributed Storage Networks schneller, sie verringern zudem die Speicherkosten auf AWS, Azure & Co. Beispiele für Distributed

Storage Networks liefert etwa Storj mit seinem dezentralen Ansatz einer Speicherplattform, gepaart mit Blockchain-Technologie. Ähnlich dezentrale Konzepte verfolgen laut dem IT-Experten Stefan Luber auch MaidSafe mit einem dezentralen Datennetzwerk oder das Blockchain-basierte Storage-Network von Filecoin. Das italienischeCubbit.io bezeichnet die verwendete Technologie als „Secure Cloud Storage Hub“ und verfolgt einen verschlüsselten Peer-to-Peer-Ansatz.

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Dr. Dietmar Müller

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Journalist