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Backups von Office-365-Installationen und mehr Cohesity bietet zusammen mit AWS Data-Management-as-a-Service an

Autor / Redakteur: Michael Matzer / Dr. Jürgen Ehneß

Cohesity, das auf seiner Cloud-basierten Plattform Datensilos zusammenführt und verwaltet, will zusammen mit Amazon Web Services im vierten Quartal einen neuen Data-Management-Service anbieten. Dieses DMaaS-Angebot soll zunächst als „DataProtect as a Service“ mit Backup & Restore realisiert und schrittweise ausgebaut werden. Der AWS-Kunde soll in Kürze in jeder beliebigen europäischen „Availability Zone“ (AZ) seiner Wahl darauf zugreifen können.

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Cohesity bietet künftig zusammen mit Amazon Web Services ein neues DMaaS-Angebot an.
Cohesity bietet künftig zusammen mit Amazon Web Services ein neues DMaaS-Angebot an.
(Bild: ©BillionPhotos.com - stock.adobe.com)

Die Cloud-Lösung, die Cohesity zusammen mit Amazon Web Services (AWS) als DMaaS-Angebot anbieten will, soll indes nicht nur Daten sichern und schützen, die in der (Public) Cloud gespeichert sind, sondern auch Daten, die On-Premises vorliegen. „Das ist ja gerade der Vorteil einer plattformübergreifenden Lösung wie Cohesity“, erläutert Pascal Brunner, Field Technical Director, EMEA bei Cohesity, „dass damit alle Unternehmensdaten – Backups, Archive, Dateisysteme, Objektspeicher sowie Daten für Test, Entwicklung und Analysen – über lokale Daten, Cloud und Edge logisch zusammengeführt werden.“

Steigender Bedarf

Ein Beispiel für besonders datenintensive Prozesse sind Backups von Office-365-Installationen. „Während der Pandemie ist die Nutzung von Office 365 stetig gestiegen“, weiß Brunner. Aber Cohesity wird auch andere unterstützte Cloud- und SaaS-Workloads mit „DataProtect as a Service“ schützen können, was besonders wichtig ist, da es nicht nur Herausforderungen bei der Sicherung von Office 365 gibt, sondern auch zahlreiche regulatorische Anforderungen.

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Gerade in regulierten, beaufsichtigten Branchen wie dem Finanz- oder dem Chemiesektor sei der Compliance-Druck hoch, und die Kunden müssten sich aufwändig darum bemühen, sorgfältig angelegte und gut geschützte Backups ihrer Unterlagen (E-Mails, Archive, Finanzbuchhaltung und so weiter) zu erstellen. Löschungen seien weder vorgesehen noch personalmäßig realisierbar. Somit wächst jährlich der Druck auf die vorhandenen Data-Management-Lösungen, den Nutzern einen Überblick zu verschaffen. Die neue DMaaS-Lösung ermögliche dies nicht nur an einem Ort, sondern erlaube es auch, Lizenzgebühren einzusparen, wenn die Kunden Altsysteme ablösten.

Weil auch noch hinzukomme, dass die Datenmenge, die sie speichern müssten, von Jahr zu Jahr um rund 25 Prozent zunähmen, suchten die Unternehmen eine Exit-Strategie hinsichtlich Backup & Restore. Cohesity speichere die Unternehmensdaten (Object Storage, File Services) automatisch mit Deduplizierung, Kompression und Verschlüsselung ruhender Daten. Der in der Cohesity-Verwaltungskonsole Helios enthaltene Konnektor erlaube zudem die Verschlüsselung von zwischen S3 und On-Prem übertragenen Daten sowie in umgekehrter Richtung, erläutert Brunner.

Ein Blick auf das Kleingedruckte

„Konkret heißt das für den Interessenten, der beispielsweise bereits Cohesity nutzt, dass er für die Nutzung von S3 Storage Buckets (Object Storage) keine weiteren Gebühren an AWS bezahlen muss“, so Brunner. „Ich denke, hier ist vielleicht die Analogie zu Netflix sinnvoll. Netflix läuft auf AWS, aber kein Nutzer kümmert sich darum. Die Leute bezahlen nur für ein Netflix-Log-in, und schon haben sie Zugang zum Service. In unserer Situation bezahlen sie uns also für die Nutzung von DataProtect as a Service, aber es gibt keine sekundäre Abrechnung für AWS, denn die Gebühr umfasst die Kosten für den Back-End-Service.“ In diesem sei auch Compute-Leistung (EC2-Instanzen) enthalten. Die genaue Preisgestaltung wird im Vorfeld der allgemeinen Verfügbarkeit bekanntgegeben, die für das erste Halbjahr 2021 geplant ist.

Generell hätten verbrauchsabhängige Abrechnungsmodelle den Vorteil, dass die Ausgaben gut kalkulierbar seien. Das ist wichtiger denn je, denn Brunner berichtet, dass selbst mittelständische Unternehmen große Datenmengen erzeugen oder verarbeiten. „Großunternehmen mit vielen Filialen wollen ebenfalls erhebliche Datenvolumina zentral gesteuert und terminiert speichern und schützen.“ In den Entwicklungsabteilungen bestehe hoher Bedarf an Klonen von Systemen, um neue Funktionen gefahrlos in einem produktionsnahen Umfeld testen zu können, also Daten auf Servern, in VMs, SQL- und NoSQL-Datenbanken und so weiter. „Im Hinblick auf die Exit-Strategie bietet sich an, dass die Kunden, die im On-Premises-Betrieb am CAPEX-Modell [Capital Expediture] festgehalten haben, nun in die Cloud gehen und auf das OPEX-Modell [Operational Expenditure] wechseln.“ Damit könnten sie ihre Storage-IT viel flexibler und skalierbarer betreiben.

Die Anbindung an AWS bedeute zudem, dass die Kunden künftig einfacher nützliche AWS-Services ankoppeln könnten. Für Compliance-Belange stehe ihnen AWS Macie zur Verfügung, für KI- und Machine-Learning-Dienste AWS Sagemaker und für Datenbanken Redshift, Aurora und andere, von den Sicherheitswerkzeugen ganz zu schweigen. Wie eingangs erwähnt, kann der Kunde jede gewünschte Availability Zone von AWS als Zugangspunkt zu den AWS-Diensten wählen.

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