6 Trends der Datenspeicherindustrie im Jahr 2020

Das Datenwachstum und die Folgen

| Autor / Redakteur: Jason M. Feist* / Dr. Jürgen Ehneß

Smartphones und Tablets erfassen zunehmend im Unternehmensumfeld Daten, die gespeichert werden wollen – beispielsweise in einer Public Cloud.
Smartphones und Tablets erfassen zunehmend im Unternehmensumfeld Daten, die gespeichert werden wollen – beispielsweise in einer Public Cloud. (Bild: © ekaphon - stock.adobe.com)

Das Internet der Dinge, Künstliche Intelligenz, 5G-Mobilfunk und die zunehmende Bedeutung von Edge-Computing sind wesentliche Katalysatoren für den enormen Anstieg der weltweiten Datenmenge. Hinzu kommen neue, datenbasierte Geschäftsmodelle, die auch 2020 für ein anhaltendes Datenwachstum sorgen.

Es ist für Unternehmen und private Nutzer offensichtlich, dass die weltweite Datenmenge in einem noch nie dagewesenen Tempo wächst. Wurden 2019 „nur“ 41 Zettabyte an Daten generiert, vervierfacht sich das Datenwachstum bis zum Jahr 2025 laut einer IDC-Studie auf 175 Zettabyte. Die folgenden sechs Trends in der Speicherindustrie zeigen, wie sich die globale Datensphäre weiterentwickelt und Daten sicher gespeichert und übertragen werden können.

Smarte Geräte sind Treiber für eine wachsende Nachfrage nach Datenspeichern

Smartphones, Tablets und IoT-Geräte werden für einen ständig wachsenden Bedarf an Datenspeichern sorgen. Sowohl Festplattenlaufwerke als auch Flash-Speicher sind dafür geeignete Speicherlösungen. Während Festplattenlaufwerke auch extrem große, unstrukturierte Datenmengen in Data Lakes (Datenseen) bereithalten, kommen Flash-Speicher beim Auffinden der Daten oder bei der Indizierung in Datenbanken zum Einsatz. Aufgrund des kontinuierlichen Wachstums von Anwendungen und Diensten werden die Menge und das Volumen beider Datenspeichertypen weiter zunehmen.

Bis zu 20-TB-Massenspeicher in der Public Cloud

Aufgrund der anhaltenden Migration von Unternehmensdaten in die Cloud und der unterschiedlichen Cloud-Anwendungsmodelle werden Nearline-Festplatten auf höhere Kapazitäten umgestellt. Public-Cloud-Lösungen werden Massenspeicher mit einer Kapazität von bis zu 20 Terabyte (TB) nutzen. Da der SDx-Ansatz (Software-Defined Everything) es IT-Teams ermöglicht, den Betrieb der IT-Infrastruktur kostensparend zu skalieren, gehen immer mehr Unternehmen vom Client/Server-Modell zu einer mobilen/Cloud-Umgebung über. Die Datenerfassung an Endgeräten (Smartphones, Tablets, IoT-Geräte) führt zu einer Übertragung großer Datenmengen in die Rechenzentren, den Kern der Datenverarbeitung. Die Interaktion der Nutzer an Endpunkten führt zu einer gesteigerten Verwendung unterschiedlichster Anwendungen, die wiederum mehr Daten produzieren. Wurden Aufgaben wie etwa die Erfassung von Reisekosten früher mit einem Excel-Sheet gemacht, übernehmen heutzutage Smartphone-Apps diese Aufgaben. Durch die Bilderfassung von Quittungen und Belegen generieren sie unzählige Daten, die ebenfalls in der Cloud gespeichert werden.

Offene Software-Architekturen gewinnen an Bedeutung

Offene Software-Architekturen – in denen Komponenten wie zusammensetzbare Speicher- und Rechenlösungen sowie Anwendungs-Software nicht von einem Hersteller kommen müssen – stehen bei den Unternehmen weiterhin im Fokus. Sie ermöglichen die Entwicklung von DevOps, Prozesse zur kontinuierlichen Integration und Entwicklung von Software. DevOps bieten durch ihre Offenheit eine bessere Kontrolle und Sichtbarkeit für jeden. Dadurch lassen sich Barrieren beseitigen, sodass Arbeitsfunktionen einfach miteinander kombiniert werden können. Dieser Ansatz ist hinsichtlich Software- und Equipmentnutzung flexibel und kosteneffektiv, da er lediglich talentierte Entwickler benötigt.

Offene Software-Architekturen werden auch weiterhin für das Speichermanagement genutzt. Eine Reihe von Projekten wie das Open-Compute-Projekt oder das Ceph-Projekt arbeiten gemeinsam an Anforderungen und Software-Ökosystemen, um die Speicherbereitstellung und -effizienz zu optimieren. Ziel ist es, Funktionen der Public Cloud in eine Open-Source-Umgebung zu übertragen, damit Anwender sie gezielt nutzen können.

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Datensicherheit vom Endpunkt bis in die Cloud

Datensicherheit und -schutz sind angesichts des zunehmenden Datenflusses zwischen Endpunkten, der Edge sowie Hybrid, Private und Public Cloud wichtiger denn je. Die massenhafte Übertragung von Daten bringt auch mehr Angriffspunkte mit sich – und damit die Notwendigkeit eines noch größeren Schutzes für Anwendungen und Daten, die sich in mehreren Cloud-Umgebungen bewegen. Das erfordert eine strikte Einhaltung von Richtlinien und die Implementierung von Sicherheitskonzepten in den Geräten, die den Zugriff regeln.

Da die Hybrid Cloud eine Verbindung zur Edge, den Endpunkten und Internet-of-Things-Ökosystemen herstellt, ist eine gerätenahe Datenspeicherung erforderlich, da die Kosten für die Übertragung großer Datenmengen teuer sind. Daher wird die Weiterentwicklung von sicheren, mobilen und modularen Daten-Shuttles als Alternative zu teuren Netzwerken mit begrenzter Bandbreite erfolgen. Hinzu kommt die kontinuierliche Optimierung von Machine-Learning-Anwendungen, um Speicherfunktionalität mit Rechenpower an der Edge zu verbinden und so über intelligente Geräte Entscheidungsfindungen zu ermöglichen. Bei den Geräten wird der Schutz von Daten im Ruhezustand mit Hilfe selbstverschlüsselnder Laufwerke (SED) weiter zunehmen.

Konnektivität als Innovationstreiber

Innovation und Kollaboration werden zu einer weiteren Verbesserung der Konnektivität beitragen. In der Datenspeicherindustrie ist Konnektivität eng mit der Bandbreite verbunden, die stetig gesteigert wird. Das bedeutet, dass es weitere Innovationen im Bereich der Sequentialisierung der Daten – sowohl für Festplatten als auch für Flash-Speicher – geben wird. Die Vorteile der Sequentialisierung von Datenmustern liegen in der Verbesserung der Ressourceneffizienz und der Sättigung der Übertragungsleistung an allen Schnittstellen. Das wird weitere Innovationen rund um NVMe-Ökosysteme hervorrufen.

Neben der Latenzzeit können auch die unterschiedlichen Netzwerkarten die Konnektivität beeinträchtigen – von Kupfer- und optischen bis hin zu drahtlosen Netzwerken. Während Kupferleitungen in ländlichen Gebieten vorteilhaft sein können, bietet die Glasfaser höhere Geschwindigkeiten bei weniger Signalverlust. Mit der zunehmenden Verbreitung von kabellosen Verbindungen sind Kosteneinsparungen ein wesentlicher Fokus für dieses Jahr. Ein Problem dabei ist: Die aktuelle Infrastruktur hinkt noch immer der Einführung der Technologie hinterher. Die 5G-Technologie verspricht bereits jetzt schnellere Verbindungsoptionen für Unternehmen, was dazu beitragen wird, das zunehmende Datenaufkommen zu bewältigen.

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Nachhaltige Ressourcennutzung für bessere Energieeffizienz

Das Thema Nachhaltigkeit wird auch weiterhin eine wichtige Rolle spielen. Ziel ist es, bei allen Prozessen und Software-Architekturen ausschließlich die benötigten Ressourcen zu nutzen und die Energieeffizienz dadurch zu steigern. Diese wird durch verschiedene Faktoren wie etwa die Zusammensetzung von Geräten und dem Gerätetyp beeinflusst. Um in diesen Bereichen weitere Optimierungen zu erzielen, ist hier mit weiteren Innovationen zu rechnen.

In einer Software-definierten Speicherwelt geht der Trend hin zu einer Kombination mehrerer Ressourcen in einem Containermodell. Dieses ermöglicht es, Software zu entwickeln, die nur die benötigten Komponenten aktiviert und somit zu Kosteneinsparungen und gesteigerter Energieeffizienz beiträgt. Die Speicherindustrie entwickelt außerdem neue Gerätetypen, um zusätzliche Ressourcen für Containermodelle zu schaffen und diese entsprechend zu optimieren. Ziel ist es, 2020 mehr Datenkapazität auf der gleichen Rechenzentrumsfläche wie 2019 bereitzustellen.

Jason M. Feist, Technologist bei Seagate Technology.
Jason M. Feist, Technologist bei Seagate Technology. (Bild: Seagate Technology)

*Der Autor: Jason M. Feist ist Technologist und leitet das CTO-Büro von Seagate Technology. Er verfügt über 18 Jahre Branchenerfahrung und war unter anderem für Produkt-Roadmaps von Rechenzentren sowie die technische Zusammenarbeit mit Universitäten, Gemeinden und Konsortien verantwortlich. Er verantwortete zudem Konzepte für die Entwicklung von neuen Märkten und vertikalen Branchen.

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