Kurzportrait SNIA Europe

Das Sprachrohr der Speicherindustrie

| Autor / Redakteur: Tina Billo / Rainer Graefen

Jürgen Seipel ist Mitglied des Board of Directors bei der SNIA Europe.
Jürgen Seipel ist Mitglied des Board of Directors bei der SNIA Europe. (Bild: SNIA Europe)

Ursprünglich mit dem Ziel gegründet, den Interoperabilitätsproblemen zwischen einzelnen Komponenten durch die Entwicklung einheitlicher Standards entgegenzuwirken, nimmt die SNIA heute viele weitere Aufgaben wahr. Jürgen Seipel, Mitglied des Board of Directors bei der SNIA Europe, erläutert die Funktion des Interessenverbandes und welche Bedeutung ihm am Markt zukommt.

Storage-Insider: Können Sie unseren Lesern die SNIA Europe kurz vorstellen?

Jürgen Seipel: Die Storage Networking Industry Association (SNIA) Europe ist der europäische Ableger der globalen SNIA-Organisation, die sich dem Thema Storage- und Informationstechnologien verschrieben hat. Als gemeinnütziger und unabhängiger Verband finanziert sich die Interessenvereinigung durch Mitgliedsbeiträge. Die Leitung obliegt einem jeweils lokal gewählten Verwaltungsrat.

Zum Auftrag des neutralen Gremiums zählt unter anderem, innovative Speicher- und Informationsmanagementtechnologien zu übernehmen und zusammenzuführen. Darüber hinaus heißt es zu überwachen, dass diese von der SNIA entwickelte Standards und Best Practices einhalten. Ebenso gehört die Markteinführung der Technologien aus herstellerunabhängiger Sicht zu unseren Aufgaben.

Mit welchen Zielen wurde der Verband gegründet?

Jürgen Seipel: Die SNIA wurde mit dem Ziel gegründet, Storage Area Network- (SAN) Technologien und deren Konzepte durch die Entwicklung sowie Umsetzung von Standards, aber auch durch Weiterbildungsmaßnahmen, aktiv zu fördern.

Des weiteren sollte ein zentraler Anlaufpunkt für den Austausch von Erkenntnissen, Erfahrungen und Ideen geschaffen werden. Ebenso verstehen wir uns seit Anbeginn als unparteiischer Vermittler zwischen den Herstellern, um Interoperabilitätsprobleme schnell lösen zu können.

Wie und warum haben sich diese Ziele im Laufe der Jahre geändert?

Jürgen Seipel: Nach der Gründung des globalen SNIA-Verbandes entwickelte sich die IT in rasanter Weise weiter. In den neunzigerJahre wurde die Industrie durch das Jahr-2000-Problem, kurz Y2K, und die schnell aufblühende dot-com-Branche erheblich gefordert. Kurze Zeit später hielten das Cloud-Computing und die Virtualisierung erstmals Einzug am Markt. Ihr Einsatz leitete den explosionsartigen Anstieg der zu verarbeitenden Datenmengen ein.

Traditionelle Storage-Hardware war den Anforderungen nicht länger gewachsen. Dies leistete neuen Lösungsansätzen Vorschub, beispielsweise trat Flash seinen Siegeszug an und Solid State wurde in kürzester Zeit zur "Commodity". Die rasante Entwicklung solch revolutionärer Technologien hat die Storage-Branche verändert und forderte auch von unserer Seite eine Anpassung. Daher hat die SNIA ihren Schwerpunkt erweitert und die neuartigen Storage- und Informationsmanagementlösungen mit in ihre Arbeit aufgenommen.

Warum wird ein herstellerunabhängiger Verband benötigt?

Jürgen Seipel: Durch die Vielzahl an Anbietern und deren unterschiedliche Technologie ist ein herstellerunabhängiger Verband für die Entwicklung und Freigabe von Standards unerläßlich. Die Herausforderung besteht darin, einen homogenen Leitfaden für den Markt zu entwickeln, der sowohl die Interessen der Hersteller als auch die der Kunden vertritt und zusammenführt.

Das betrifft vor allem wichtige Themen wie die Interoperabilität zwischen den vielen verschiedenen Lösungen. Hier ist es entscheidend, dem Kunden das sichere Gefühl zu geben, für seine zukünftige technologische Ausrichtung auf die richtige Technik und den richtigen Anbieter zu setzen.

Was bietet die SNIA Europe konkret an?

Jürgen Seipel: Die SNIA Europe überwacht die Einhaltung von IT-Standards und dient der europäischen IT-Gemeinschaft als unabhängige, herstellerneutrale Informations- und Diskussionsplattform.

Was sind die aktuell wichtigsten Trends der Speicherbranche?

Jürgen Seipel: Als wichtigste Neuerungen sehen wir Innovationen wie Flash und Solid State, Software Defined Storage und SDDC (Software Defined Data Center), hybride Clouds, das Internet der Dinge und hyperkonvergierte Infrastrukturen an. Die SNIA Europe adressiert diese Trends und bearbeitet sie.

Welche Rolle spielt die SNIA Europe bei der Entwicklung von Industriestandards und warum ist dies so wichtig?

Jürgen Seipel: Als zentrale und unabhängige Einrichtung ist die SNIA Europe der "Vermittler" und "Moderator" innerhalb des europäischen Storage-Marktes sowie zwischen den Technologieherstellern.

Die SNIA Europe ist die treibende Kraft, die hinter der Erfassung und der Zusammenführung wichtiger Kriterien sowie praktischer Erfahrungen aus verschiedenen Einsatzszenarien steht. Ebenso forciert der Verband die rasche Umsetzung wichtiger und notwendiger Industriestandards.

Zu überwachen, dass diese auch eingehalten werden, ist eine weitere dringliche Aufgabe. Nur so lässt sich gewährleisten, dass sich alle Hersteller an die vereinbarten Definitionen - besonders im Hinblick auf das Thema "Interoperabilität" - halten. Damit wird den Kunden ein Höchstmaß an Sicherheit bei der Wahl der zukünftigen IT-Infrastruktur geboten.

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