Keine Dramen beim Online-Backup

Die fünf größten Fehleinschätzungen zum Thema Datensicherung

| Autor / Redakteur: Kornelius Brunner* / Rainer Graefen

Diese Meldung treibt den Blutdruck beim Restore in die Höhe.
Diese Meldung treibt den Blutdruck beim Restore in die Höhe. (schatzy-Shutterstock)

Vor Feuer, Diebstahl oder Cyber-Angriffen muss man die eigenen Daten heute schützen – das ist den meisten Firmen bewusst. Jedoch nicht, dass Datenverlust auch aus viel trivialeren Gründen die Existenz eines Unternehmens bedrohen kann.

Viele Firmen und Privatanwender halten eine fortlaufende Datensicherung entweder für zu schwierig, zu langwierig oder sogar für unnötig. So gehen Daten immer noch viel zu oft verloren – aus Versehen, aus Absicht oder durch technisches Versagen.

Jedes dritte Unternehmen sah sich bereits mindestens einmal mit Datenverlust oder anderen Datenschutzvorfällen konfrontiert. Grund genug, fünf immer wieder formulierte Backup-Irrtümer aus der Welt zu schaffen.

Erster Irrtum: „Datenverlust ist halb so wild“

Jeder, der schon einmal um die Wiederherstellung seines gesamten Bildarchivs bangen musste, weiß, welche dramatische Bedeutung Datenpannen mit sich bringen können. Und was im Privatleben zumeist „nur“ ideellen Wert mit sich trägt, kann für Firmen massive finanzielle Zusatzkosten bedeuten – oder sie im schlimmsten Fall sogar in die Insolvenz treiben.

Die Gesamtkosten einer einzigen Datenpanne liegen in deutschen Firmen durchschnittlich bei 3,42 Millionen Euro, zeigt eine Umfrage des Ponemon-Instituts. Glücklich der, der für diesen Notfall rechtzeitig Rücklagen gebildet oder die Daten am besten noch anderweitig gespeichert hat.

Zweiter Irrtum: „Ein Backup frisst zu viel Zeit“

Manches Unternehmen mag Datensicherungen aus zeitlichen Gründen meiden: Gerade in mittelständischen Firmen, in denen viele verschiedene Aufgaben auf den Schultern weniger Mitarbeiter lasten, werden lästige Sicherheitsmaßnahmen wie das Backup gerne zugunsten dringender operativer Tätigkeiten verschoben.

Dahinter steckt auch die Annahme, dass Datensicherungen sowohl lange dauern als auch viel Speicherplatz benötigen. Doch so aufwendig ist meist nur die initiale Sicherung. Erheblich verkürzen lässt sich die Zeit für weitere Iterationen durch Datenkomprimierung, das Identifizieren redundanter Datensätze und inkrementelle Sicherungen, die nur neu hinzugekommene Daten speichern.

Dritter Irrtum: „Google Drive, Dropbox & Co. eignen sich als Backup-Tools”

Cloud-Speicher liegen im Trend, denn sie sind ausreichend schnell und praktisch einfach. Sie sind aber eben nur Online Speicher, keine Backup-Lösungen. Vielleicht genügen sie dazu, Daten, die an verschiedenen Orten verwendet werden, zu synchronisieren. Die wirklichen Anforderungen eines Backups erfüllen sie aber nicht.

So schützen sie eben nur teilweise vor unbeabsichtigtem Löschen oder müssen komplett passen, wenn es um die Sicherung von Systemeinstellungen geht. Darüber hinaus bieten sie nur ungenügende Antworten, wenn es um das die Sicherung von E-Mail-, Kalender- oder sensiblen Unternehmens- respektive Kundendaten in Datenbanken geht.

Vierter Irrtum: „Ein Online-Backup ist ohne das Internet vollkommen nutzlos“

Natürlich ist das Internet essenzieller Teil eines Online-Backups; doch verliert es auch ohne Netz nicht seinen Sinn. Heute gibt es hybride Mischformen, die neben der externen Sicherung die Daten zusätzlich noch lokal speichern – und sie so auch ohne Internetverbindung wiederherstellen können.

Firmen gewinnen so eine doppelte Sicherheitsschicht. Denn neben der Sicherung im Rechenzentrum haben sie eine lokale Kopie des Datenbestands, den sie bei Bedarf sogar schneller als das Online-Pendant wiederherstellen können.

Fünfter Irrtum: „Die Wiederherstellung der Daten ist umständlich“

Deutsche Anwender scheinen gebeutelt von traditionellen Datensicherungen, mit denen sie im Notfall nicht zurechtkommen: Für mehr als die Hälfte der Befragten einer aktuellen Statista-Umfrage würden Backup und Disaster-Recovery von anwenderfreundlicheren Technologien profitieren.

Ein Online-Backup, wie zum Beispiel airbackup, greift dem Anwender heute in Notfällen sehr unkompliziert unter die Arme und ermöglicht mit einem Mausklick die Wiederherstellung der alten Daten. Allerdings tut blindes Vertrauen in eine Software nur selten gut. Ein regelmäßiges „Proben des Ernstfalls“ inklusive Datenwiederherstellung ist daher jedem Unternehmen zu empfehlen.

*Kornelius Brunner ist Head of Product Management der Göppinger IT-Firma TeamViewer, die unter anderem ein stark verschlüsseltes und gesichertes Backupverfahren für Unternehmen anbietet.

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