Fünf Speichertrends für 2020

Die Speicherinfrastruktur wird zum Erfolgsfaktor

| Autor / Redakteur: Drew Henry* / Dr. Jürgen Ehneß

Auch in Zukunft unverzichtbare Bestandteile des Rechenzentrums: Festplatten.
Auch in Zukunft unverzichtbare Bestandteile des Rechenzentrums: Festplatten. (Bild: ©Krisztin - stock.adobe.com)

Wir stehen am Rande eines neuen Jahrzehnts und tauchen immer tiefer in die vierte industrielle Revolution ein. In diesen Zeiten gibt es mehrere Trends, die weiterhin an der Spitze der Technologielandschaft stehen. Neben dem Internet of Things und Künstlicher Intelligenz erweist sich die Datenspeicherung als Innovationsmotor.

Es gibt keinen Zweifel mehr daran, dass sich das Internet of Things (IoT), Künstliche Intelligenz (KI) oder intelligente Technologien immer schneller verbreiten. In diesem Zusammenhang nehmen auch die Diskussionen in Bezug auf die erforderlichen Netzwerkverbindungen und Rechnerressourcen rund um diese Technologien immer weiter zu. Gleichzeitig muss mit der Datenspeicherung aber auch ein wichtiger dritter Aspekt berücksichtigt werden, der alle diese Innovationen antreibt.

Aus Hardware-Sicht betrachtet, bedeuten Kapazitäts- und Geschwindigkeitssteigerungen von Heliumfestplatten, dass die neuesten Laufwerke über Kapazitäten von bis zu 16 Terabyte verfügen können. Man geht davon aus, dass sich diese Zahl in den kommenden fünf Jahren nahezu verdoppeln wird. Da der Preis für Flash mittlerweile gesunken ist, hat sich der Mehrwert, den die Technologie für Workloads wie beispielsweise Analysen und KI bietet, erhöht. Neben dieser Zunahme wächst auch Non-Volatile Memory Express (NVMe) als leistungsstarkes Protokoll in Speichersystemen, Servern und Storage Area Network Fabrics und treibt die Konsolidierung voran, indem es mehr Anwendungen, Workloads und Anwendungsfälle unterstützt.

Es gibt eine Reihe von übergreifenden Trends, welche die Entwicklung der Speicherindustrie im Jahr 2020 und darüber hinaus bestimmen werden.

1. Mehr Rechenzentren

Die Zahl der lokalen und regionalen Rechenzentren wird weltweit weiter zunehmen. Obwohl die Akzeptanz der Cloud in keiner Weise abnimmt, gibt es zwei Faktoren, die das weitere Wachstum der lokalisierten Rechenzentren antreiben. Der erste Faktor ist die Datenkonformität. Da viele Länder versuchen, Gesetze zur Datenlokalisierung zu verabschieden oder es bereits getan haben, müssen Unternehmen ihre Daten näher bei sich halten, um potenzielle Sicherheits- und Datenschutzrisiken im Zusammenhang mit der Daten-Compliance zu verstehen und zu minimieren.

Der zweite Faktor ist die Cloud-Rückführung. Größere Unternehmen wollen im Besitz ihrer Daten bleiben und nutzen verstärkt die Cloud. Die Vorteile bestehen in geringeren Kosten und einer höheren Kontrolle, einschließlich Sicherheit, Latenzzeiten und Datenzugriff, was den Bedarf an lokalen Datenspeichermöglichkeiten erhöht.

Darüber hinaus werden neue Rechenzentrumsarchitekturen entstehen, um das wachsende Datenvolumen und die Vielfalt der Daten zu bewältigen. Im Zeitalter von Zettabytes muss die Dateninfrastruktur neu aufgebaut werden, um der wachsenden Größe und Komplexität von Workloads, Anwendungen und KI/IoT-Datensätzen gerecht zu werden. Diese Konstrukte umfassen mehrere Ebenen des Workload-optimierten Speichers sowie neue Ansätze für System-Software. Die Open-Source-Initiative Zoned Storage wird es Kunden ermöglichen, die Vorteile des Zone-Block-Managements sowohl über SMR-Festplatten als auch über ZNS-SSDs für sequentiell geschriebene, lesezentrische Workloads zu nutzen.

2. Standardisierung

Es wird eine höhere Standardisierung in Ökosystemen wie KI/maschinelles Lernen geben, welche die Integration und Bereitstellung von Lösungen an der Edge erleichtert. Analysen sind ein entscheidender Wettbewerbsvorteil. Unternehmen, die bis 2020 nicht in Analysen investieren, werden 2021 wahrscheinlich nicht mehr im Geschäft sein. Es gibt einfach zu viele Unternehmensdaten, die gesammelt, verarbeitet und dann in Erkenntnisse umgewandelt werden können. Damit hat die neue vernetzte Welt mehr Workloads, die sich an der Edge bewegen. Das erhöht die Notwendigkeit, dass diese sehr kleinen Edge-Geräte über die Möglichkeit verfügen, immer größere Datenmengen zu bewältigen und zu analysieren. Aufgrund des geringen Platzbedarfs und des schnellen Implementierungsbedarfs wird eine stärkere Standardisierung und Interoperabilität erforderlich sein. Dies wird beispielsweise in Form von offenerer Architektur, offenen Standards und offenem Messaging geschehen.

3. Tiering und Wachstum

Das Tiering von Geräten, die Daten nutzen, sowie Medien- und Fabric-Innovationen werden zu-, nicht abnehmen. Bei lesezentrischen Anwendungen im Rechenzentrum wird es weiterhin ein starkes Wachstum im Exabyte-Bereich geben. Das stellt eine Vielzahl von Anforderungen an Leistung, Kapazität und Kosteneffizienz der Speicherhierarchien, da Unternehmen zunehmend differenzierte Dienste auf ihrer Dateninfrastruktur bereitstellen. Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, wird sich die Rechenzentrumsarchitektur weiter zu einem Modell entwickeln, bei dem Datenspeicherlösungen konsequent und über Fabrics bereitgestellt werden und darauf zugegriffen wird.

Allzeit in der Cloud, allzeit intelligent, allzeit bereit

Datenmanagementtrends 2020

Allzeit in der Cloud, allzeit intelligent, allzeit bereit

22.01.20 - Man könnte meinen, 2020 wird ein Jahr der Widersprüche: Komplexität trifft auf Automatisierung, nachlässige Datensicherungsstrategien treffen auf ausgereifte Cyberkriminelle, Fachkräfte zu halten, wird teurer, die Migration in die Cloud wird – vermeintlich – kosteneffizienter. Letztlich sind diese Themen aber alle miteinander verknüpft, weshalb ohne eine übergeordnete Strategie, bei der alle Abteilungen mitgenommen werden, keine Erfolge zu erzielen sind. lesen

Die zugrunde liegenden Speicherplattformen und Geräte liefern dabei eine Vielzahl von SLAs, die auf die spezifischen Anwendungsanforderungen abgestimmt sind. Wir gehen zwar davon aus, dass wir den Einsatz von TLC- und QLC-Flash in diesen skalierbaren, wachstumsstarken Workloads für Anwendungsfälle mit höherer Leistung erweitern werden, aber die ungebrochene Nachfrage nach kostengünstigem, skalierbarem Speicher im Exabyte-Bereich wird weiterhin für ein starkes Wachstum der Enterprise-Festplatte mit hohen Kapazitäten sorgen.

4. Fabrics und Composable

Fabrics und Composable bilden eine symbiotische Beziehung. Ethernet-Fabrics werden zum „Universal Backplane“ des Rechenzentrums und vereinheitlichen die Art und Weise, wie Speicher gemeinsam genutzt, zusammengestellt und skaliert werden kann, um den Anforderungen immer vielfältigerer Anwendungen und Workloads gerecht zu werden. Im Jahr 2020 werden wir feststellen, dass kombinierbare, disaggregierte Speicherlösungen, die sich effizient über Ethernet-Fabrics skalieren lassen und das volle Leistungspotenzial von NVMe-Geräten für verschiedene Rechenzentrumsapplikationen bereitstellen, zunehmend zum Einsatz kommen. Composable Storage wird die Agilität und Flexibilität bei der Bereitstellung und Optimierung der Dateninfrastruktur von Unternehmen für dynamische Anwendungsanforderungen deutlich erhöhen.

5. Festplatten

HDDs werden im Rechenzentrum weiterhin erfolgreich sein. Während viele seit Jahren den Untergang von Festplatten prophezeien, gibt es zur Zeit schlichtweg keinen Ersatz für Enterprise-Festplatten mit hohen Kapazitäten, die den ständig wachsenden Datenanforderungen gerecht werden und gute Gesamtbetriebskosten für hyperskalierte Rechenzentren bieten. Der Branchenanalyst IDC schätzt heute, dass fast zwei Drittel der weltweit eingesetzten Speicherkapazitäten aus Festplatten bestehen. IDC erwartet auch, dass bis 2023 103 Zettabyte (ZB) an Daten pro Jahr generiert werden, wovon 12 ZB gespeichert werden. Etwa 60 Prozent der gespeicherten Daten werden im Core-/Edge-Rechenzentrum liegen. Angetrieben von diesem von Menschen und Maschinen erzeugten Datenwachstum, wird diese tragende Technologie neue Datenplatzierungstechnologien, eine höhere Datendichte, mechanische Innovationen, eine intelligente Datenspeicherung und neue Materialinnovationen sehen, die auf absehbare Zeit neue Kapazitätspunkte und bessere Gesamtbetriebskosten ermöglichen.

Fazit

Angesichts ihrer Rolle bei der Speicherung und Verwaltung geschäftskritischer Daten ist die Speichertechnologie eine der wichtigsten Grundlagen für einen erfolgreichen Geschäftsbetrieb, unabhängig von Unternehmensgröße, Typ und Branche. Durch Investitionen in die richtige Datenspeicherinfrastruktur werden sich Unternehmen in einer stärkeren Position befinden, um das Wachstum im kommenden Jahr und darüber hinaus zu fördern.

*Der Autor: Drew Henry, Senior Vice President and General Manager, Mobile and Connected Solutions bei SanDisk

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