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Autarke Hochsicherheits-Rechenzentren für Banktransaktionen Fiducia optimiert Notfallkonzept

| Autor / Redakteur: Bernhard Schoon / Nico Litzel

Ist das Rechenzentrum noch erreichbar? Mit Selbstdiagnose und Überwachung aller Prozesse sorgt der Service-Provider der Volks- und Raiffeisenbanken für die Sicherheit der Kernprozesse.

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Die Fiducia IT AG, Service-Provider der Volks- und Raiffeisenbanken, betreibt in Karlsruhe zwei Hochsicherheits-Rechenzentren. Im Leitstand wird die IT rund um die Uhr überwacht.
Die Fiducia IT AG, Service-Provider der Volks- und Raiffeisenbanken, betreibt in Karlsruhe zwei Hochsicherheits-Rechenzentren. Im Leitstand wird die IT rund um die Uhr überwacht.
( Archiv: Vogel Business Media )

Die Fiducia IT AG aus Karlsruhe ist ein typischer Vertreter jener Unternehmen, die alles für die Sicherheit ihrer Prozesse und Daten unternehmen müssen. Dem Bundesdatenschutzgesetz und Kreditwesengesetz (KWG) verpflichtet, gehört die Fiducia Gruppe zu den zehn führenden Service-Providern für Finanzunternehmen in Deutschland. Als größter IT-Dienstleister im genossenschaftlichen Finanzverbund erwirtschaftete die Gruppe 2006 mit rund 3.000 Mitarbeitern einen Umsatz von rund 732 Millionen Euro.

Um den Banken die vereinbarten Anwendungen rund um die Uhr zur Verfügung zu stellen, betreibt der IT-Dienstleister in Karlsruhe zwei Hochsicherheits-Rechenzentren. Beide sind durch eine lokale Notstromversorgung autark, damit auch in Extremfällen wie Überschwemmungen oder einem terroristischen Anschlag der Geschäftsbetrieb fortgeführt werden kann.

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Die Standorte liegen mehrere Kilometer voneinander entfernt und sind mit Glasfaser-Leitungen vernetzt. Die Datenbestände der beiden Standorte werden bei identischer Infrastruktur permanent durch Spiegelung der Festplatten- und Kassettensysteme des anderen Rechenzentrums synchronisiert. All diese Maßnahmen sind notwendig, da die Fiducia rund 3,4 Milliarden Buchungsposten im Jahr verarbeitet.

Im Jahr 2005 wurden mehrere Optimierungen durchgeführt, darunter die Einführung eines neuen Realtime-Monitorings im Rechenzentrum und der Ausbau der Speicherkapazitäten. Um das tägliche Pensum zu bewältigen, wird die Rechenarbeit auf einen Großrechner mit einer Prozessorleistung von 50.500 MIPS (Millionen Instruktionen pro Sekunde) und 2.245 Unix-Server verteilt. Diese greifen auf primäre Speichersysteme mit netto 347 Terabyte Speicherkapazität zu. Ältere Datenbestände werden über Bandroboter auf Bandspeicher mit einer Kassettenkapazität von 6.200 Terabyte ausgelagert. Alle sicherheitskritischen Verarbeitungs- und Kommunikationssysteme sind nach Bankenstandard redundant ausgelegt.

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