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Man vernachlässigt auch die Frage, an welcher Stelle SSD eingesetzt werden soll: Es wäre zunächst zu klären, für welche Last konkret die zusätzlichen I/Os gebraucht werden. Wenn es nur um die Speicherung der User-Profile oder großer Datenmengen im Hintergrund geht, brauche es mit Sicherheit keine SSDs, meint Remmlinger. Auch sei die Speicherung von Datenbanken im VDI-Bereich absolut unnötig. Nötig sind sie nur da, wo sich viele Daten schnell ändern und ein Hypervisor für ganz bestimmte entsprechende Aufgaben eingeteilt ist.
Die Analysten von Forrester Research gehen davon aus, dass die Komplexität von VDI-Systemen oft dazu führt, dass die IT-Abteilung die Kosten aus dem Auge verliert. Bei einer VDI-Umgebung kommen viele neue Komponenten bei Virtualisierung, Netzwerk und Speicher ins Spiel, deren Lifecycle-Kosten nicht so klar sind: „Top-Performance braucht SSD-Arrays, Storage Optimizer, WAN-Beschleuniger und mehr – besonders in großen Umgebungen.
Alle diese zusätzlichen Ausgaben erhöhen den Aufwand für das VDI-System. Man braucht nun ein eigenes Storage-Budget für die Desktops, genauso wie es für eine SAN-Umgebung nötig ist.“ (David K. Johnson, Forrester Research: Hosted Virtual Desktops Versus Physical PCs: Understanding The Operational Cost Differences, 13. Januar 2013)
Abstimmungsprobleme
Gartner weist ebenfalls auf die potenziellen Gefahren einer hybriden Storage-Umgebung für VDI hin. Hybride Storage Arrays vereinen SSD-Storage, flash-basierte SSDs und auch RAM-Komponenten, um eine hochverfügbare Speicherplattform aufzubauen.
Unternehmen sollten sich darüber im Klaren sein, dass sie es in so einem software-basierten Speicheransatz gleich mit mehreren Herstellern zu tun haben – Herstellern der Festplatten und SSDs, der Server, der Betriebssysteme und Applikationen sowie den Hypervisor-Anbietern. Man sollte, so Gartner, einen Hersteller als Generalunternehmer engagieren, der auch bei Service und Wartung als Anlaufstelle für alle Einzelteile fungiert.
Der Markt tendiert im Moment dazu, immer unübersichtlicher zu werden, da fast wöchentlich ein neuer Player den Markt betrete. Inzwischen sollen es über 100 sein, darunter Atlantis Computing, Nimbus Data Systems, Pure Storage, XtremIO (EMC) oder Violin.
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