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Erwin Breneis, Lead Systems Engineer bei VMware, verweist darauf, dass beim „server-based“ Computing alle Aufgaben vom Workload bis zum Speicher bei den zentralen Instanzen untergebracht sind, während auf der anderen Seite vollwertige Desktop-Geräte mit ihren Images stehen.
Diese ermöglichen dem User die Arbeit, so wie er es gewohnt ist. Der große Vorteil von VDI: Die Endgeräte müssen nicht mehr als solche gemanagt werden, da man auf eine standardisierte Arbeitsumgebung zurückgreifen kann, die auch Tablets und andere private Geräte sicher einbindet.
Per Software-Kontrolle verliert „Bring Your Own Device“ (BYOD) seinen Schrecken: Selbst der private Speicher auf den mitgebrachten Geräten wird kaltgestellt – alle Storage-Vorgänge sind auf das zentrale Rechenzentrum verlagert.
Die Latenzzeit von Schmalspurprotokollen
VDI wird in Kooperation mit Virtualisierung ein grundsätzlich neuer Ansatz attestiert. Fachleute wie Thomas Remmlinger, Senior Systems Engineer Endkunden bei Citrix, ist seit über 15 Jahren mit VDI-Installationen befasst und sieht das etwas differenzierter.
Für ihn gibt es eigentlich keinen wesentlichen Unterschied zum früheren Thin-Client-Computing, bei dem bereits ein Großteil der Verarbeitungs- und Netzlast auf zentrale Instanzen verschoben worden war – entweder über kürzere LAN-Strecken oder weitere Distanzen über WAN oder Internet, mit den jeweils entsprechenden Folgen für die Latenzzeiten. Nicht wenige Kunden gaben schon bald wieder auf, auch weil manche Übertragungsprotokolle wie zum Beispiel ICA von Citrix viel Geduld erforderten.
VDI ohne Virtualisierungstechnik bei Server und Storage ist nicht denkbar. Remmlinger kennt jedoch kein einziges Projekt, das ausschließlich auf SSD basiert – allein schon wegen der üppigen Preise dieser alternativen Speichermedien. SSD lässt sich neben den vorhandenen Speicher-Arrays, die die VDI-Daten beherbergen, als eine Caching-Zwischenstation einsetzen.
Der Hypervisor-Server mit seinen verschiedenen VMs erhält einen Caching-Bereich, der die wichtigsten Daten von ihrem Speicherplatz zu sich herüberzieht. Die VMs mit ihren Schreib-/Lesevorgängen greifen dann in erster Linie auf diesen schnellen SSD-Storage zu – ein Performance-Vorteil für die ganze VDI-Architektur. Hybrid-Arrays aus Hard Disks und einem SSD-Layer tragen ebenfalls zur Beschleunigung bei.
Hohe Änderungsgeschwindigkeit bestimmt den SSD-Einsatz
IT-Abteilungen neigen oft dazu, SSD als eine Art Allzweckwaffe zu gebrauchen, berichtet Remmlinger aus seiner Praxis. Bei Systemen mit Verzögerungen und langsamen Abläufen wird einfach SSD hineingesteckt, in der Hoffnung, dass sie so schneller werden.
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