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Blick ins Grid Computing Centre Karlsruhe GridKA verwaltet Messdaten im Petabyte-Bereich

| Autor / Redakteur: Bernd Schöne / Nico Litzel

Nirgendwo sonst in Deutschland steht so viel Speicher wie in Karlsruhe – und es wird täglich mehr. Bandlaufwerke für 2.000 Terabyte wurden beschafft, und 2010 sollen Bandroboter mit einer Kapazität von zehn Petabyte im Rechenzentrum stehen. Da erblassen selbst Großkonzerne und Behörden mit besonderen Sicherheitsaufgaben. Ein Grund sich bei jenen umzuschauen, die schon heute die Speicherherausforderungen von morgen bewältigen müssen.

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Beim weltgrößten Physikexperiment, dem Teilchenbeschleuniger LHC (Large Hadron Collider) der Europäischen Organisation für Kernforschung in Genf, fallen enorme Datenmengen an. Diese werden per Datenleitung ins Grid Centre Kalrsruhe (GridKa) gesendet und gespeichert.
Beim weltgrößten Physikexperiment, dem Teilchenbeschleuniger LHC (Large Hadron Collider) der Europäischen Organisation für Kernforschung in Genf, fallen enorme Datenmengen an. Diese werden per Datenleitung ins Grid Centre Kalrsruhe (GridKa) gesendet und gespeichert.
( Bild: Forschungszentrum Karlsruhe )

Leerstehender Büroraum kann auch ein Vorteil sein. Das Forschungszentrum Karlsruhe, vor Jahrzehnten die Hochburg deutscher Atomhoffnungen und nun zuständig für alle Arten von Zukunftstechnik, von erneuerbaren Energien bis hin zu Nanomaschinen, besaß eine schlecht genutzte, 1.000 Quadratmeter große Halle aus der Zeit der Mainframes. Diese Halle ist nun das Herzstück des Deutschen Grid-Zentrums. Denn Deutschland hat sich verpflichtet, für die internationale Forschergemeinschaft der Teilchenphysiker etliche Petabytes an Daten zu horten.

Diese Daten fallen beim weltgrößten Physikexperiment, dem Teilchenbeschleuniger LHC (Large Hadron Collider) beim CERN, der Europäischen Organisation für Kernforschung, in Genf an und werden per Datenleitung in die Welt geschickt. Das Problem: In Genf stehen vier riesige Detektoren, teilweise so groß wie Mehrfamilienhäuser, die an etwa 100 Arbeitstagen pro Jahr einen Datenstrom von 1,5 Gigabyte pro Sekunde liefern. Für die Physiker sind so umfangreiche Messdaten nur im Zusammenspiel sinnvoll, daher müssen sie alle aufbewahrt werden. Da das in Genf nicht möglich ist, haben sich die Physiker für den Aufbau eines weltweiten Speicher-Grids entschieden (STORAGE berichtete in Ausgabe 1/2007 ab Seite 46).

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Karlsruhe gewann das Rennen um das Deutsche Grid Center, das nun GridKa (Grid Computing Centre Karlsruhe) heißt, unter anderem wegen der freien Mainframe-Halle und eines schlüssigen Forschungskonzepts. Zu den Schwierigkeiten, die es in den vergangenen Jahren zu bewältigen galt, gehört es, das Zusammenspiel heterogener Computerlandschaften mit geeigneter Middleware und Virtualisierungssoftware zu organisieren. Ganz bewusst band man Speichersysteme wie DAS, NAS und SAN in das Grid ein, um sich weder von einer Technik noch von einem Lieferanten abhängig zu machen. Lediglich bei den verwendeten Mikroprozessoren setzen die Forscher auf ausschließlich auf Intel-/AMD-kompatible Rechenwerke.

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(ID:2010267)