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Stichwort Software: Welche Funktionen sollte eine geeignete Backup-Software mindestens unterstützen?
Lieb: Professionelle Backup-Recovery-Software zeichnet sich durch solide Grundfunktionalität, hohe Zuverlässigkeit, Multivendorfähigkeit, dynamische Anpassungsfähigkeit, guten Service, leichte Installation sowie eine einfache Bedienbarkeit aus. In kleinen überschaubaren IT-Umgebungen ist die Versuchung groß, preiswerte Consumer-Produkte einzusetzen. Das kann sich schnell rächen, wenn im Betrieb die Grenzen solcher Lösungen offenbar werden.
Welche grundlegenden Vorteile bietet aus Ihrer Sicht die Speichervirtualisierung?
Lieb: Der entscheidende Vorteil ist die Lösung fixer Bindungen zwischen Funktionsgruppen, im Besonderen die Unabhängigkeit von Hardware und Software. Dadurch lässt sich beispielsweise mehr logischer Adressraum zur Verfügung stellen, als physikalisch vorhanden ist.
Besonders vorteilhaft wirkt sich Speichervirtualisierung bei häufigen Änderungen aus, zum Beispiel bei einer hohen Dynamik im erforderlichen Speichervolumen. Durch die Virtualisierung sind alle Storage-Ressourcen in einem Pool zusammengefasst und lassen sich so optimal nutzen. Aus diesem Pool kann den Anwendungen flexibel und innerhalb kurzer Zeit das gerade im Moment benötigte Speichervolumen zur Verfügung gestellt werden, selbst wenn das einmal unerwartet oder nur kurzzeitig sehr hoch ist. In herkömmlichen Silo-Architekturen, bei denen Hard- und Software fest zugeordnet sind, müsste dafür wesentlich mehr Speicherkapazität vorgehalten werden, da deren Auslastung im Durchschnitt gerade einmal zwischen 20 und 40 Prozent liegen würde.
Für welche Einsatzbereiche schlagen Sie welche Lösungen vor? Haben Sie ein kurzes Fallbeispiel?
Lieb: Ein gängiges Anwendungsfeld ist die Virtualisierung von Magnetbändern. Ein Ansatz hierbei ist, gänzlich auf physikalische Magnetbänder im Rechenzentrum zu verzichten. Dazu werden vor einem RAID-System lediglich virtuelle Libraries emuliert. Aus unserer Sicht ist das keine echte Virtualisierung der Bandverarbeitung, sondern letztendlich nur ein Hilfsmittel, um Performance-Engpässe mithilfe Disk-basierter Speicher zu verhindern. Deshalb sollten sich Anwender genau überlegen, wie wichtig der Einsatz von Magnetband für ihre heutige und zukünftige Datensicherung ist. Oft stellen sie bei genauerer Betrachtung fest, dass nur eine komplett virtualisierte und vollständig integrierte Bandphysik ihre Anforderungen erfüllen kann.
Weiter mit: Sicherheitsaspekte beim Einsatz von Virtualisierungslösungen
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